Das Team Bollenroller um Frank Ummenhofer fährt mit drei Geländewagen quer durch die tunesische Sahara. Die Truppe aus Villingen freut sich auf die Erlebnisse in der unendlichen Weite und die Nächte unter dem riesigen Sternenhimmel.
Die Fahrzeuge sind voll gepackt mit Feldbetten, Werkzeug und Lebensmitteln, die Dokumente nochmals gecheckt und die Routen für die weite Reise abgesprochen: Die Villinger Wüstenfahrer um Frank Ummenhofer zieht es wieder nach Tunesien.
Vier Jahre konnten die nach dem Käfer Skarabäus benannten Bollenroller nicht mehr nach Nordafrika, Corona hatte die weiteren Pläne nach 2019 ausgebremst. Um so größer ist jetzt die Freude bei den fünf Offroad-Fans, wieder in die Sahara aufbrechen zu können. Mit drei Geländewagen sind sie unterwegs, um die unendlichen Weiten zu erkunden und unter dem riesigen Sternenhimmel ihre Feldbetten aufzuschlagen.
Mit der Fähre geht es in einem Tag von Genua nach Tunis, weiter nach Hammamet und Douz, bevor das Abenteuer Wüste in der Zeltstadt Zmela beginnt. Nur eine Nacht wollen die fünf Villinger in diesem Jahr im Camp verbringen, dann sechs Nächte im Freien ihr Lager in den Dünen beziehen.
Wiedersehen mit einigen Fahrern der Wüstenrallye El Chott
Mit an Bord ist dieses Mal ein alter Bekannter: Der einheimische Führer Naceur Messaoud stößt zu der Gruppe dazu. Ummenhofer hat mit ihm schon viele Erlebnisse in dieser unwirtlichen Gegend verbracht, in Gruben im Sand gekocht und die Zeit am Lagerfeuer verbracht. So freut er sich, ihn nach vielen Jahren erneut zu treffen. Ein Wiedersehen gibt es auch mit einigen Fahrern der Wüstenrallye El Chott. Das Rennen fällt zwar aus, dennoch nehmen einige der bisherigen Teilnehmer die Strecke auf eigene Faust in Angriff und stoßen zu den Bollenrollern dazu. Da gibt es sicherlich so manche Benzingespräche bis spät in die Nacht, verbindet sie doch alle die Leidenschaft für die robusten Geländefahrzeuge wie den VW Iltis, der einst als Allradmodell für das Militär entstand und seine Wüstentauglichkeit bewies.
Besonders stolz sind Frank Ummenhofer und Bernhard Müllhäuser, dass der alte VW T3 mit dem Baujahr 1988 immer noch zum Fuhrpark der Bollenroller zählt. 2000 war der Wagen zum Verschrotten in die Autowerkstatt gekommen, doch Ummenhofer machte ihn wieder flott – zunächst milde belächelt von seinem Meister Müllhäuser, der nur spöttisch fragte, was er mit dem „alten Klump“ anfangen wolle. Doch der Schrauber brachte das Fahrzeug auf Vordermann, das ab 2002 immer wieder in den afrikanischen Dünen im Einsatz war, bald auch mit Müllhäuser am Steuer. Schnell hatte er es so sehr ins Herz geschlossen, dass er es von seinem Chef geschenkt bekam, weiter hegte und pflegte. Und bei der ganzen Truppe ist es längst das „Pritschle“, das bei keiner Expedition fehlen darf.
Vater steckt Sohn mit seiner Leidenschaft an
So hofft er, dass es auch diese Tour ohne große Pannen meistert. Gilt es doch, unzählige Kilometer zurückzulegen und manche Dünen zu erklimmen. Quer durch die Sahara führen die Etappen, der Lac Erreched, der verlorene See, die Wüstenstadt Tozeur, der Wasserfall bei Tamerza und die Rommelpiste sind einige der Ziele. Mit diesen Plänen vor Augen ist die Spannung vor dem Aufbruch groß.
Natürlich besonders bei Neuling Fabian Mittermeier: Sein Vater Christoph war nach seinem ersten Wüstenerlebnis 2019 so beeindruckt zurückgekehrt, dass er den Sohn mit dieser Leidenschaft ansteckte. Gemeinsam mit allen fiebert er den Tagen und Nächten in der Landschaft aus Sand entgegen.