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Wünsche werden gehört Loßburg befragt Jugendliche zu Stadtentwicklung

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Da es keinen Bike-Park in Loßurg gibt, nutzen Kinder und Jugendliche alle erdenklichen Hindernisse für ihre Stunts. Foto: Müller

Was ist in Loßburg gut, was fehlt und in welche Richtung soll sich die Gemeinde entwickeln? Diese Fragen wurden den Jugendlichen gestellt. Herausgekommen sind dabei ganz konkrete Projekte, die im kommenden Jahr umgesetzt werden. Welche das sind, erfahren Sie in unserem (SB+)-Artikel.

Loßburg - Ein Bikepark, offenes WLAN im Ort und ein Jugendzentrum – groß Ver㤮erungen kommen auf Loßurg zu, und zwar im Sinne der 13- bis 18-J㤨igen. Die Jugendlichen bringen sich  mit ihren Ideen und ihrem Engagement aktiv ein.

Im Oktober startete in Loßburg die Jugendbeteiligung unter dem Motto "Wir gestalten Zukunft". Auftaktveranstaltung war ein "Jugendhearing", also ein Termin im Rathaus, bei dem die Jugendlichen ihre Ideen und Wünsche einbringen konnten. "Die Gemeinde tut viel für kleine Kinder und Schüler", erklärt Bürgermeister Christoph Enderle, wie es zu dem Projekt kam. "Aber dann ist uns klar geworden, dass es auch Zeit wird, die 13- bis 18-Jährigen stärker einzubeziehen." Die Beteiligung an der Auftaktveranstaltung, bei der die Jugendlichen ihre Ideen und Vorstellungen gemeinsam entwickeln und auf den Weg bringen konnten, sei zufriedenstellend gewesen. Zwischen 20 und 30 Interessenten seien da gewesen, erinnert sich der Bürgermeister grob. "Es hätten mehr sein können", sagt er. Umso engagierter haben sich aber diejenigen gezeigt, die da waren.

Begegnungsräume, Sport und Infrastruktur

"Wir haben ein Brainstorming gemacht und einfach Ideen gesammelt", so Enderle. "Dabei kam heraus, was in Loßburg gut ist, aber auch, woran es fehlt." Es seien Jugendreferenten ebenso dabei gewesen, wie Schulsozialarbeiter, die sich Gedanken darüber machten, wie die Jugendlichen in Zukunft mehr einbezogen werden können.

Die Jugendlichen haben Stichworte zu verschiedenen Fragestellungen gesammelt. Die vielen angesprochenen Ideen und Vorschläge wurden am Ende in vier Themenkomplexen zusammengefasst, die den Jugendlichen wichtig sind: Begegnungsräume, Infrastruktur, Sportgelegenheiten und Wiederaufbauprojekte. Durch Punktevergabe der Jugendlichen entstand für die jeweiligen Unterthemen eine Rangliste.

Pläne sind auf der Homepage einsehbar

Die Themen, die die meisten Punkte erhalten haben wurden somit zu Projekten, die in den folgenden Wochen durch die Jugendlichen ausgearbeitet wurden. Die Projekte heißen: "Erweiterte Bücherei", "Sportgelegenheiten", "Selbstverwalteter Jugendraum" und "Ausbau von WLAN und Glasfaser".

Anfang November war ein weiteres Treffen geplant, sogar mit dem Gemeinderat, aber Corona ließ die Pläne platzen. Stattdessen muss die Präsentation der Projekte und die Werbung um Unterstützung in den digitalen Raum verlegt werden. Auf der Gemeinde-Homepage unter https://www.lossburg.de/de/gemeinde/jugendnachrichten gibt es schon einiges zu lesen. Die Jugendlichen haben Steckbriefe ausgearbeitet, in denen sie sich und ihre Projekte vorstellen. In der Bücherei sollen Treffpunkte zum Lernen und Multimedia-Angebote eingerichtet werden. Eine andere Gruppe arbeitet an einem Bike-Park. Ein Modell dazu existiert schon, wie auf Fotos erkennbar ist, und die Standortsuche laufe. Sechs weitere Jugendliche bemühen sich um den Aufbau eines selbstverwalteten Jugendraums. Einen großen, leerstehenden Raum dazu suchen sie gerade. Weil ein guter Internetzugang in Pandemiezeiten auch in Hinsicht auf den Schulunterricht wichtig ist, setzen sich ein paar Jugendliche nun für Orte mit frei zugänglichem WLAN in Loßburg ein. Auf diese Weise werden Schüler ohne Internetzugang zu Hause nicht abgehängt.

Die Jugendlichen drehen in den kommenden Wochen für ihr Projekt ein Promo-Video. Diese Videos, sowie weitere Informationen zu den Projekten und wie man die Jugendlichen unterstützen kann, sind ab Freitag, 4. Dezember, auf der Gemeindehomepage zu finden.

Engagement von beiden Seiten nötig

"Die Jugendlichen setzen Ihre Projekte selbst um, teils mit Unterstützung von Erwachsenen", erklärt Enderle. Die Jugendreferenten und Sozialarbeiter leisten Hilfe und auch er habe sich einem Projekt angenommen. "Wir wollen den Jugendlichen signalisieren, dass sie gehört werden und dass die Kommune sich einbringt", sagt der Bürgermeister. "Aber wir erwarten auch, dass sie sich ebenso einbringen und mit Engagement und Ideen für ihre Ziele arbeiten." Die Bereitschaft sei auch eindeutig da, versichert er.

Geplant ist, die Projekte schnell umzusetzen, denn "wir wollen die jungen Initiatoren auch nicht lange vertrösten, damit sie sehen, dass ihre Arbeit nicht ins Leere läuft." Er sei außerdem offen für eine Regelmäßigkeit, was Treffen und Workshops mit Jugendlichen angehe. Eine langfristige Zusammenarbeit sei das Ziel. "Wir müssen schauen, wie sich die Lage entwickelt. Corona spielt uns natürlich nicht gerade in die Hände", so der Bürgermeister. Eins stehe aber fest: Die Projekte seien konkret und in naher Zukunft Realität. "Und dann können wir auch Erfahrungen sammeln, wie wir Projekte mit Jugendlichen in Zukunft umsetzen."

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