Sprachen über die WRS in Pandemiezeiten (von links): Schülersprecher Jonas Frank, Andela Ziroc und Diego Torka, Rektorin Sonja Beck sowie die Elternvertreterinnen Annette Diepolder und Tanja Wessbecher. Foto: Günther

Onlineunterricht für Klasse 5 bis 8, Wochenpläne pünktlich auf der Homepage, dazu "Mutmacher" für Schüler und Lehrer sowie Dankesurkunden für alle Eltern: Die Werkrealschule Dornstetten überzeugt in Pandemiezeiten.

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Dornstetten - Wie gut die Schulgemeinschaft der Dornstetter Werkrealschule (WRS) durch die derzeit schwierigen Unterrichtsbedingungen kommt, zeigt sich in einem Pressegespräch, zu dem Rektorin Sonja Beck, die Schülersprecher Jonas Frank, Diego Torka und Andela Ziroc und die Elternvertreterinnen Annette Diepolder und Tanja Wessbecher eingeladen hatten. Seit Dezember ist an der WRS Fernlernen, also Homeschooling, angesagt, Präsenzunterricht gibt es nur für die Abschlussklassen.

Schwierigkeiten bei der Motivation

Dem Vorurteil, dass das Lernen zuhause bequem und bei Schülern beliebt sei, treten Andela, Diego und Jonas vehement entgegen. Vielmehr berichten sie "von Schultagen, an denen man gar nicht motiviert ist". Sie sind sich einig, dass Präsenzunterricht deutlich besser ist. So hat Jonas die Erfahrung gemacht, dass anspruchsvolle Themen online nicht so gut erklärt werden können; auch vermisst er direkte, zeitnahe Rückmeldungen.

Dass der Fernunterricht – zumindest was die Geräte anbelangt – auch den Eltern einiges abverlangt, bestätigen die Elternvertreterinnen: Zwar war bei Familie Diepolder die technische Ausstattung kein Problem. Schwierig wird es aber, wenn für beide Schulkinder gleichzeitig Onlineunterricht stattfindet.

Gut, dass es sonst kaum Abweichungen vom "früheren" Schulalltag gibt, so Annette Diepolder: "Ich sorge dafür, dass mein Sohn rechtzeitig aufsteht, dann lasse ich ihn in Ruhe arbeiten."

Wie Tanja Wessbecher ergänzt, tragen auch die regelmäßigen Arbeitsanweisungen der Lehrer in ihrer Familie zu einem entspannten Unterrichtsvormittag bei: "Hilfreich sind die E-Mails, aber auch der Wochenplan, der pünktlich jeden Sonntagabend für jedes Fach bereitsteht. Alles ist klar strukturiert." Den rund 50 Schülern, die daheim über keine PC-Ausstattung verfügten, hat die WRS Leih-Laptops zur Verfügung gestellt. Möglich war dies, so Rektorin Beck, durch das Sofort-Ausstattungsprogramm des Landes und durch Mittel aus dem Digitalpakt. Und durch das Gymnasium Dornstetten, das ihrer Schule die letzten noch fehlenden Laptops zur Verfügung stellte. Sie danke auch der Stadt Dornstetten als Schulträger für die permanente unbürokratische Hilfe.

Unbürokratische Hilfe leistete die WRS auch in den Elternhäusern, in denen keinerlei PC-Technik vorhanden war. Damit diese Schüler nicht monatelang auf Unterricht verzichten mussten, richteten die beiden Netzwerkbetreuer – coronakonform, betont Beck – dort WLAN ein und schlossen Computer an. Bei technischen Problemen stehen sie den Eltern telefonisch zur Seite.

Dass auch für Lehrer Onlineunterricht nicht unbedingt erstrebenswert ist, wird im Bericht von Rektorin Beck deutlich: "Man spricht gegen lauter schwarze Rechtecke –und hofft, dass alle Schüler da sind." Denn aus Datenschutzgründen und aufgrund des begrenzten Datenvolumens sind die Kameras der Schüler nicht eingeschaltet. Schüler, die bei der Anwesenheitskontrolle nicht zu erreichen sind, bekommen einen Telefonanruf.

Bild von nachgekochten Gerichten

Im Fernlernen werden nahezu alle Unterrichtsinhalte umgesetzt. Da berichtet die Runde, dass im Fach Alltagskultur, Ernährung und Soziales die Kochrezepte digital besprochen werden und jeder Schüler anschließend ein Foto von dem Gericht schicken muss, das er zuhause nachgekocht hat. Übungen im Sport werden über Video gezeigt, und die Versuche im Chemieunterricht können die Schüler dank Kamera mitverfolgen.

Doch trotz Pandemie müssen auch Klassenarbeiten geschrieben werden: Entweder online über die Kamera im 1:1-Gespräch oder in Präsenz am Nachmittag mit viel Abstand im leeren Schulhaus.

Was allerdings der Pandemie zum Opfer viel, war der "Tag der offenen Tür", bei dem sich die WRS vorstellte. Wie Beck bestätigt, stehen Lehrer, Elternvertreter und Schülersprecher jederzeit für Auskünfte bereit.

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