Die Stadt VS sucht ihre Stadtmarke: Ein erster Workshop lieferte Hinweise für die weitere Arbeit. Und Bürger nahmen an einer Umfrage teil.
Die Stadt hat einen umfangreichen Markenbildungsprozess gestartet, um das Profil der Doppelstadt zu schärfen, die Außendarstellung zu vereinheitlichen und die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger zu stärken.
Da die Innenstädte prägend und identitätsstiftend für das gesamte Stadtgefüge sowie ein zentrales Produkt im Tourismus sind, wurde der Markenbildungsprozess bewusst modular aufgebaut und umfasste drei eng verknüpfte Bausteine: Stadtmarke, Tourismus und Citymanagement, zeigt die Stadtverwaltung auf.
Die beiden Lenkungsgremien, die für die Stadtmarke und Tourismuskonzept sowie dem Citymanagement in den nächsten Monaten wichtige Impulse zur Entwicklung der Marke beitragen sollen, haben sich in den ersten Workshops an die Arbeit gemacht. Zusätzlich zu den beiden Lenkungsgruppen wurde auch eine Arbeitsgruppe, die aus ausgewählten Mitarbeitern der Stadtverwaltung besteht, gebildet.
Die Stabsstelle Stadtmarketing und die WIR VS GmbH, die das Projekt verantworten, möchten durch die Einbindung unterschiedlicher Akteure sicherstellen, dass der Stadtmarkenprozess um vielfältige Perspektiven aus verschiedenen Bereichen ergänzt wird.
Alexander Seiz, Geschäftsführer der beauftragten Agentur Kohl & Partner, betonte: „Wir wollen mit Ihnen die Marke der Stadt Villingen‑Schwenningen freilegen und keine Markenerfindung betreiben.“ Die in dem Workshop gewonnenen Erkenntnisse liefern der Agentur nun reichlich Input für die konzeptionelle Weiterarbeit.
Lieblingsorte und Geheimtipps
Im ersten Workshop zur Stadtmarke und der Tourismuskonzeption standen zwei Aufgaben im Fokus: Zum einen wurden Lieblingsorte, prägende Geschichten, wichtige Personen und Geheimtipps der Stadt identifiziert – als Grundlage für die Suche nach einem One‑Word‑Value, der das Wesen von Villingen‑Schwenningen auf den Punkt bringen soll.
Zum anderen arbeiteten die Teilnehmenden an der Markenpersönlichkeit: Welche „Person“ symbolisiert die Stadt und welche Eigenschaften soll die Marke vermitteln. Die 25 Vertreter aus dem Gemeinderat, der Wirtschaft, den Hochschulen, der Jugendarbeit, den Vereinen sowie der Gastronomie lieferten dank ihres tiefen Wissens spannende und unterhaltsame Ideen für das Profil von VS, skizziert die Stadt.
Der Workshop zum Citymanagement bildete einen zentralen Baustein des Gesamtprozesses. Ziel ist es, die Innenstädte von Villingen und Schwenningen langfristig weiterzuentwickeln und ihre Funktion als lebendige Orte des Handels, der Begegnung und des Aufenthalts zu stärken, informiert die Stadt weiter. Begleitet wurde der Workshop von der immakomm Akademie GmbH, die aktuelle Trends und Entwicklungslinien der Innenstadtentwicklung vorstellte und damit eine gemeinsame fachliche Grundlage für die weitere Arbeit schuf.
Was ist mit dem Einzelhandel?
Die Analyse zeigte, dass klassische Frequenzbringer – insbesondere im Einzelhandel – bundesweit an Bedeutung verlieren. Vor diesem Hintergrund diskutierten die Teilnehmenden, wie sich die Innenstädte künftig jenseits reiner Einkaufsfunktionen entwickeln.
Das entstehende Citymanagementkonzept baut auf einer fundierten Standortanalyse beider Innenstädte auf, einschließlich einer systematischen Leerstandserfassung sowie der Einbindung bereits vorliegender Workshop-Ergebnisse. Darauf aufbauend werden klare Ziele, Handlungsfelder und konkrete Maßnahmen definiert, schreibt die Stadt VS.
„Kein Schnellschuss“
„Citymanagement ist kein Schnellschuss, sondern ein fortlaufender Prozess. Wir begleiten die Stadt dabei, praktikable und lokal verankerte Lösungen zu entwickeln“, betont Peter Markert, Geschäftsführer der Agentur immakomm Akademie GmbH.
Auch die Bürgerinnen und Bürger wurden bereits im Prozess der Markenbildung befragt. An der Online-Umfrage, die verschiedene Fragen unter anderem zu den Stärken oder den Schwächen sowie zu den Besonderheiten der Stadt abgefragt hat, nahmen mehr als 800 Menschen teil.
Weiter geht es für die Arbeitsgruppen mit der Entwicklung der Strategien für die einzelnen Konzepte.