Einen richtigen Ansturm mit mehr als 60 Besuchern erlebt der Workshop für die Gütenbacher Dorfentwicklung beim Thema „Senioren in Gütenbach“. Unter anderem gibt es im Laufe des Nachmittags bei Kaffee und Kuchen die Möglichkeit zum Austausch und Äußern weiterer Ideen und Wünsche. Foto: Stefan Heimpel

Im Rahmen des Projekts „Wir lassen die Zukunft im Dorf“ ging es nun auch um die Senioren in Gütenbach. Was gefällt ihnen an Gütenbach? Wo sind noch Defizite? Welche Angebote kann man noch ausbauen? All diese Fragen wurden geklärt.

Seit März läuft in Gütenbach das Projekt „Wir lassen die Zukunft im Dorf“. Beim sechsten und letzten Workshop dieser Aktion ging es um die Angebote für Senioren, die vorhanden sind oder gewünscht werden. Mit mehr als 60 Besuchern war dieser Seniorendialog verbunden mit Kaffee und Kuchen sehr gut besucht. Zu Gast war auch Bürgermeister Rudolf Fluck aus Mönchweiler, der im Übrigen bei der Bürgermeisterwahl 2009/2010 auch in Gütenbach für das Amt des Bürgermeisters kandidiert hatte. Anhand des sehr erfolgreichen Projekts der Generationenbrücke Mönchweiler gab er Einblicke zu verschiedenen Seniorenangeboten der Gemeinde.

 

Aktuelle Situation

Die Leiterin des Projekts, Ute Noack, nutzte diesen Workshop besonders auch dazu, die aktuelle Situation der Senioren in Gütenbach zu ermitteln: „Wie lebt man im Alter in Gütenbach?“ Auch nach den Workshops, so Noack, können die Bürger noch direkt an der weiteren Entwicklung von Gütenbach mitwirken mit Fragebögen oder Ideen in der „Gueti Ideenbox“ im Rathaus einwerfen oder per Mail an die Gemeinde senden.

Zum Start gab es eine kurze Vorstellungsrunde der Bürger, in denen sie erzählten, ob sie aus Gütenbach stammen oder wie sie irgendwann nach Gütenbach kamen und vor allem auch was ihnen an Gütenbach gefällt. Deutlich wurde dabei auch, dass vor allem die Einkaufsmöglichkeiten und die Gastronomie vermisst werden. Aber es gab auch Wünsche nach einer Wassertretstelle oder sogar wieder nach einem Hallenbad. Auch die Vereinslandschaft in Gütenbach spielt eine große Rolle, viele Bürger sind oder waren in verschiedenen Vereinen, zum großen Teil in Gütenbach selbst, aktiv.

Ein weiteres Thema ist im ländlichen Bereich die Mobilität, wobei viele auch noch selbst mit dem Auto mobil sind. Gerade in den Außenbereichen wie im Hintertal sei man auf das Auto angewiesen. Nur wenige haben hier keine Möglichkeit. Hier wird dann bei Nachbarn oder Bekannten um Unterstützung gebeten, das fällt allerdings manchem schwer. Dabei bietet der öffentliche Nahverkehr auch noch viele Angebote. Hier präsentiert sich Furtwangen als starker Partner mit seinen Angeboten.

Medizinische Unterstützung

Wünsche geäußert wurden beispielsweise nach Appartementhäusern für Senioren ohne viele Treppen. Auch eine gewisse medizinische Unterstützung, gerade für Notfälle, wäre wichtig. Rund die Hälfte der Besucher lebt noch mit einem Partner zusammen, nur zehn sind ganz alleine. Auch der Bedarf nach Unterstützung wie Essen auf Räder oder weitere Hilfen, wie sie von der Sozialstation geboten werden, ist offensichtlich nicht so groß.

Die Leiterin der Sozialstation, Nathalie Löffler, forderte die Senioren auf, weitere Wünsche nach Unterstützung an die Sozialstation weiterzugeben, beispielsweise nach einer Nachbarschaftshilfe.

Offensichtlich sind die Senioren auch gut vernetzt, viele haben Smartphone oder Computer und nutzen diese auch für Einkäufe. Allerdings gibt es auch Senioren, die hier weiteren Schulungsbedarf wünschen.

Generationenhilfe in Mönchweiler

Bürgermeister Fluck stellte die Generationenhilfe in Mönchweiler vor. Unterstützt von der Gemeinde gibt es hier ein breites Ehrenamt. Das Projekt hat sich langsam über Jahre entwickelt, bietet aber inzwischen sogar zahlreiche Wohnmöglichkeiten für Senioren.

Zum Abschluss gab es bei Kaffee und Kuchen einen Dialog mit den Teilnehmern, wie die individuelle Lebenssituation aussieht und wo man mit weiteren Angeboten oder Hilfen unterstützen kann.

Am 26. Juni wird in der Festhalle ein zusammenfassendes Ergebnis der verschiedenen Workshops vorgestellt. Im September folgt der Abschlussbericht.