Ideen für die Zukunft der Glasmännlehütte wurden bei einem Workshop gesammelt. (Archivbild) Foto: Michel

Um die Zukunft der Glasmännlehütte auf dem Stöckerkopf ging es bei einem Workshop mit rund 70 Teilnehmern im Baiersbronner Rosensaal. Dabei wurde auch deutlich, dass es ohne hohe Investitionen kaum möglich ist, einen Pächter zu finden.

Zentrale Frage des Workshops war, was dort gewollt ist. Tourismusdirektorin Christina Palma Diaz, die zu dem Workshop rund 70 Teilnehmer willkommen hieß, erklärte, der Baiersbronn Touristik als Eigentümerin der Hütte sei es wichtig, eine Lösung zu finden. Dazu müssten zunächst Ideen gesammelt werden. „Wir engagieren uns gemeinsam für unserer Zukunft“, gab sie das Motto aus.

 

Bürgermeister Michael Ruf ging auf die Historie des Leerstands der Hütte seit Januar 2021 ein. „Die Hütte ist jetzt 20 Jahre alt. Um sie überhaupt zu verpachten, muss investiert werden“, sagte Ruf.

Er blickte auf die Suche nach Pächtern zurück, erinnerte an die großen Pläne von Investoren und sprach die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nach Ende der Corona-Krise und dem Beginn des Kriegs in der Ukraine an.

Bessere Stromversorgung

„All das hat dazu geführt, dass wir immer noch keine Lösung haben“, sagte Ruf. In der Zwischenzeit wurde die Stromversorgung auf dem Stöckerkopf verbessert. Aber um einem Pächter eine funktionierende Hütte anbieten zu können, müsste nicht nur eine Gastronomieküche eingebaut werden, auch die Sitzplätze reichten nicht aus, um wirtschaftlich zu agieren.

„Wir müssten deutlich im siebenstelligen Bereich investieren. Vor zwei Jahren waren es 1,3 Millionen Euro netto. Heute würden wir noch höher liegen, das Geld hat die Gemeinde nicht“, sagte Ruf. „Wir haben das Thema nie schlafen lassen. So wie es ist, soll es nicht bleiben. Aber es sind schwierige Rahmenbedingungen“, so Ruf.

Spannendes Projekt

Sebastian Wetzler vom Dehoga (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) war als Fachmann für betriebswirtschaftliche Beratungen und Konzepterstellungen zum Workshop eingeladen worden und ging zunächst auf die Lage in der Branche ein. „Heute machen wir den Auftakt für das spannende Projekt. Vielleicht kommen wir auf den richtigen Weg“, sagte er.

„Was brauchen wir da oben, und was sind die Bedürfnisse der Gäste?“, stellte er als eine zentrale Frage in den Raum. Als Fachmann machte er klar, dass ein Pächter nur gefunden werden könne, wenn dieser die Hütte wirtschaftlich betreiben könne. Ohne Investitionen sei das schwer. In der anschließenden Diskussionsrunde gab es ganz unterschiedliche Meinungen. Die Auftaktveranstaltung zeigte, dass es weder eine schnelle noch eine günstige Konzeption für die Glasmännlehütte geben wird.

In einer Folgeveranstaltung am 7. April sollen die Vorschläge ausgearbeitet und erneut diskutiert werden. Die Gäste konnten sich in Listen für die einzelnen Vorschläge eintragen, um diese mit auszuarbeiten.