Menschen aus aller Welt leben und arbeiten auf dem Pferdehof von Elke Bouctot in Rexingen. Nun erzählt die Autorin von Begegnungen, Alltag und neuen Lebenswegen.
Seit 50 Jahren lebt die Autorin Elke Bouctot ihren Traum von einem Leben auf dem Land – derzeit auf dem idyllisch gelegenen Pferdehof am Rand von Rexingen. Am Rande des Nordschwarzwalds gefällt es ihr sehr gut – hier verbringt sie ihren Ruhestand.
Aber: Sie lebt dort nicht allein, nein: Viele junge oder auch ältere Menschen teilen hier die Freude an der Arbeit mit Pferden. Gegen Kost und Logis in ihrem Mehrgenerationenhaus können die Workaway-Helferinnen und -Helfer hier auf dem Hof leben und arbeiten. Manche bleiben zwei Wochen, andere wieder bis zu acht Monaten. Elke Bouctot lebt seit mehr als 15 Jahren mit den Workaway-Helfern aus aller Welt, die sich über die Organisation Workaway bewerben und dann so zu Bouctot kommen.
Mittlerweile waren mehr als 300 Frauen und Männer aus fünf Kontinenten auf dem Pferdehof, zu dem auch die Rötebergkoppel gehört. Die Helfer sind zwischen 18 und 70 Jahren alt, und sie lassen sich begeistern von der Atmosphäre auf dem Pferdehof, bei dem sich tagsüber alles um die Pferde dreht.
Bouctots neues Buch heißt „Philosophie und Pferdeäpfel“ Autorin Elke Bouctot, die schon zahlreiche Bücher geschrieben hat – etwa für Kinder – notiert in ihrem neusten Buch „Philosophie und Pferdeäpfel“ ihre Erlebnisse mit den Workaway-Helfern. Sie sagt über sich, dass sie in ihrem neusten Buch „das Leben mit einer Weltfamilie“ beschreibt. Sie schöpft im 128 Seiten starken Werk aus dem Vollen: Immerhin 15 Jahre lang konnte sie unerwartete Situationen beobachten, manchmal lustig, manchmal ärgerlich und tiefsinnige Gespräche mit den Leuten aus aller Welt führen. Sie erlebte, wie ihre Gäste ein gutes Gefühl für Gemeinsamkeiten entwickelten – beim arbeiten, spielen, kochen oder auch tanzen.
Ein internationalem Kochbuch entsteht Jedes gut gelungene Gericht notiert derjenige, der es zur Kochrunde am Abend mitbrachte, in Bouctots Internationalem Kochbuch, welches sie handgeschrieben und teilweise auch illustriert wie einen Schatz hütet. Die dabei entstanden Kochrezepte finden sich zum Teil auch in ihrem neusten Buch wieder – eingeschoben zwischen ihre Geschichten. Die Kochrezepte machen Lust aufs nachkochen und künden von kulinarischen Erlebnissen auf dem Röteberghof.
Kompostgärtnerei mithilfe von Pferdeäpfeln Denn: Die Workaway-Helfer bekommen auf ihrem Hof Einblicke in ein ökologisches Selbstversorgerkonzept durch Kompostgärtnerei – mithilfe der Pferdeäpfel. Im Garten gedeiht so allerlei in den Hochbeeten.
Die Leute erleben die harte Wirklichkeit auf einem Pferdehof – etwa wenn bei jeder Temperatur und Gemütslage die Tiere versorgt werden müssen, denn: Auf dem Hof leben auch etliche Hühner, Kater Gris-Gris und ein Pfauenpaar. Zudem mehr als 20 Pferde.
Die Arbeit beginnt um 8 Uhr Um 8 Uhr beginnt der Arbeitsalltag auf dem Pferdehof, dann werden die Pferde gefüttert. „Körperliche Arbeit kann erschöpfend sein“, weiß Bouctot aus Erfahrung. Aber: Sie weiß auch, dass die Zeit auf dem Hof vor allem für die jungen Helfer oftmals ein einprägendes und positives Erlebnis ist, viele kommen mehrfach nach Rexingen.
Und: Immer wieder gibt es auch Highlights, etwa die Projekte, die Bouctot gemeinsam mit ihren Helfern umsetzt. Dies können Bauprojekte sein, oder wie am Himmelfahrtstag in diesem Jahr Theaterprojekte. Seit mehr als 20 Jahren setzt Bouctot im Zweijahresrhythmus auf dem Hof Theaterprojekte um. Jung und Alt sind dann immer zum Open-Air-Event eingeladen. Bei den Theaterstücken entpuppte sich so manches bislang schlummernde Talent, und im Workaway-Alltag punktet so mancher Helfer mit seinem technischen oder fachlichen Know-how.
„Es kommen oftmals Menschen zu mir, die an einem Scheidepunkt oder an einem Wendepunkt in ihrem Leben stehen“, berichtet die Autorin im Gespräch. Oftmals entwickeln die Menschen während ihres Aufenthalts in Rexingen neue Ideen für ihr Lebenskonzept, denn es geht ihnen vielleicht ähnlich wie Bouctot, die sagt: „Wenn ich raus komme auf den Hof und mich einmal umschaue, dann bin ich glücklich.“
Die Tochter lebt auch auf dem Hof Bouctots Tochter Lea ist gelernte Reitlehrerin, auch sie lebt auf dem Hof. Das Mehrgenerationenhaus umfasst vier Wohnungen, die Bouctot mit netten Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern teilt sowie zwei Gastzimmer für die „Worker“. Alle verbindet die Liebe zur Natur und zu den Pferden.
Theater und Geschichten über Pferde und Menschen
Buch
Das Buch „Philosophie und Pferdeäpfel“ ist im Eigenverlag bei Elke Bouctot erschienen.
Theater
An Himmelfahrt ist es auf der Rötebergkoppel wieder einmal soweit: Es wird Theater gespielt. Es wird durch die Zeiten geritten. Beginn ist in der Steinzeit, danach geht’s ins Mittelalter und in die Barockzeit. Von der Jahrhundertwende aus wird in die heutige Zeit geritten – erwartet werden viele Zuschauer. Auf dem Reitplatz stellen Freunde der Rötebergkoppel, die Pferdefreunde Rexingen, Reiterinnen und Reiter ein buntes Theaterspektakel vor. Musikalisch und auch kulinarisch begleitet können die Zuschauer die Entwicklung der Beziehung zwischen Pferden und Menschen bestaunen. Beginn ist am Donnerstag, 14. Mai, um 14 Uhr. Elke Bouctot sagt, dass bei Regen alles auf den darauffolgenden Sonntag verschoben wird. Karten gibt es an der Tageskasse oder bei Elke Bouctot, Telefon 0160 822 5854 oder elke-bouctot@t-online.de.