Daniel Kreutter steht vor seinen „Wood i like“- Produkten in seinem Haus. Foto: Concetto Longo

Was als digitales Designprojekt begann, hat sich zu einem nachhaltigen Mode-Label entwickelt – mit einem ungewöhnlichen Stoff im Mittelpunkt.

Ein T-Shirt aus Holzgarn? Das klingt zunächst unvollstellbar, Daniel Kreutter und sein Online-Shop „Wood i like“ machen das jedoch greifbar. Der 41-Jährige hat mit seiner Frau Sabrina Kohler die Vorstellung von Kleidung, die nicht nur gut aussieht, sondern auch nachhaltig ist.

 

Doch wie begann dieses außergewöhnliche Projekt? „Meine Frau und ich haben uns vor einigen Jahren mit einem Print-on-demand-Marktplatz beschäftigt. Man kann digitale Grafiken hochladen und wenn jemand das richtige Keyword sucht und auf unserer Seite landet, dann kann er das beispielsweise auf Shirts drucken“, erzählt Kreutter.

Die zweifachen Eltern wollten jedoch mehr und sich vergrößern. Daraufhin sind sie auf die Textilindustrie gestoßen. „Wir wussten aber, dass in diesem Bereich einiges nicht optimal läuft. Beispielsweise die Arbeitsbedingungen“, so der 41-Jährige.

So entschied sich das Ehepaar etwas Eigenes auf den Markt zu bringen. Die Idee und das Ziel war es ökologische Produkte herzustellen. So entstand im Dezember 2023 der „Wood i like“- Online Shop.

Echtes Herzensprojekt

Die Produkte lagern die zweifachen Eltern in ihrem Haus in Trossingen und schicken die Ware selbst zu den Käufern.

Das Sortiment umfasst unter anderem T-Shirts, Hoodies und Sweatshirts – gefertigt unteranderem aus Holzgarn. Für das Paar ist das Projekt mehr als nur ein Geschäft: Es ist ein echtes Herzensprojekt, das ihre Werte widerspiegelt und einen Beitrag zu bewussterem Konsum leisten soll.

„Wir haben uns gefragt, was uns wirklich von anderen Marken unterscheidet, die ebenfalls mit Bio-Baumwolle werben. Auf der Suche nach Alternativen sind wir schließlich zufällig auf Holzfasern gestoßen“, sagt der Konstrukteur im Maschinenbau über das Prinzip des Projektes mit seiner Frau.

Warum genau Holzfaser, was macht diesen Stoff so besonders? Er sei im Gegensatz zu den herkömmlichen T-Shirts sehr viel umweltfreundlicher. Denn bei der Produktion eines Shirts spare man bei den „Wood i like“ circa 1000 Liter Wasser.

Bei der Materialzusammensetzung setzt das Ehepaar auf einen nachhaltigen Mix. Sweatshirts und Hoodies bestehen aus etwa 60 Prozent Holzfaser und 40 Prozent Bio-Baumwolle. Bei den T-Shirts liegt der Holzanteil sogar bei rund 70 Prozent, ergänzt durch 30 Prozent Bio-Baumwolle.

Bei dem Holz handelt es sich um Material aus europäischen Mischwäldern. Hauptsächlich Buchenholz, ein kleiner Fichtenanteil ist auch enthalten. Österreich, Bayern, Tschechien sind das Haupteinzugsgebiet. Die Faser für die Produkte werde jedoch in einer Firma in Österreich hergestellt.

Für die finale Produktion geht es ein ganzes Stück Richtung Süden. Im griechischen Thessaloniki werden die Shirts, Hoodies oder T-Shirts fertiggestellt. Sobald sie dann wieder nach Trossingen geliefert werden, verschickt Kreutter sie an die Kunden weiter.

Das ist eines der Sweatshirts, die im Shop zu finden sind. Foto: Concetto Longo

„Auch wenn der Transportweg von Österreich über Griechenland bis nach Baden-Württemberg lang erscheint, setzen wir bewusst auf Lkw – derzeit die vergleichsweise umweltfreundlichste Option. Große Unternehmen hingegen lassen ihre Ware oft per Schiff oder Flugzeug liefern“, argumentiert der zweifache Vater.

Projekte für die Zukunft

Aktuell scheint es nicht optimal für Daniel Kreutter und seine Frau zu laufen. Der 41-Jährige hat dafür eine plausible Erklärung: „Die Entwicklung hat zuletzt etwas nachgelassen – online läuft es aktuell nicht besonders gut. Das liegt vor allem daran, dass ich das nur im Nebengewerbe betreibe und mir Zeit sowie Budget für Werbung im Online-Bereich fehlen.“

Aufgrund der fehlenden Nachfrage sind aktuelle keine neuen Produkte oder Designs in Planung.

Kreutter hat für die Zukunft klare Ideen um das Projekt weiterzuführen. „Ich denke inzwischen auch stärker in Richtung B2B (Business-to-Business). Auf der Messe in Stuttgart habe ich ein, zwei Kontakte geknüpft, die ernsthaftes Interesse haben. Sie würden meine Kleidung gerne in ihren Shops anbieten – das bringt mir vor allem Reichweite.“

Eine weitere Möglichkeit um das Geschäft anzukurbeln ist die Zusammenarbeit mit mittelständischen Unternehmen. Eines welches beispielsweise Teamware verkauft und auf die Umwelt achtet, sind für „Woods i like“ eine Option um den Shop am Leben zu halten.