Das Team von der Musikinitiative Irslingen hat viel Energie ins Line-up und die Organisation gesteckt: Philipp Ettwein (von links), Christian Frommer, Raphael Seeburger, Frank Keller, Valerie Keller, Christina Frommer. Foto: Ettwein

Auf Regen folgt irgendwann auch wieder Sonnenschein – deshalb sind die Organisatoren des "Wolfweez"-Festivals (ausgesprochen: Wolfwies) trotz derzeit steigender Inzidenzzahlen schon dabei, alles für das Open Air 2022 vorzubereiten, sollte es denn stattfinden können.

Dietingen-IrslingenZweimal schon haben nicht nur die Organisatoren, sondern auch begeisterte Metalfans in die Röhre geschaut, weil das "Wolfweez"-Festival pandemiebedingt nicht stattfinden konnte. 2020 schrieben sie in einem Beitrag auf Facebook zur Absage: "Diese Nachricht zu schreiben, fällt uns nicht leicht, da für die 2020er-Auflage so viel Mut in die Hand genommen wurde, so viele ehrenamtliche Stunden investiert wurden und so viel Herzblut und Liebe in die Veranstaltung geflossen sind."

Die Zeit bis zum Sommer 2021 wollte man dafür nutzen, weiter zu planen und noch einmal "eine Schippe drauf" zu legen. Doch die Ernüchterung kam erneut. Einen Monat vor Festivalbeginn im Juli 2021 musste "Wolfweez" abermals verschoben werden.

Ausschlaggebend war auch der Anspruch des Teams um Christian Frommer, ein Festival ohne Abstand und ohne Maske feiern zu können. Denn Metal macht nur halb so viel Spaß, wenn man dabei den Kontakt zu anderen Gleichgesinnten meiden muss, finden die Organisatoren. Generell war eine Veranstaltung mit Hygienekonzept keine Option für die Irslinger. "Der Aufwand dafür ist um ein Vielfaches zu groß und würde auch den Flair des Wolfweez-Festivals nicht aufkommen lassen. Unser Motto: Entweder ganz oder gar nicht", teilte die Gruppe um Frommer bereits im Juni mit. Sicherheit stehe außerdem an erster Stelle. "Wir wollen auf keinen Fall ein Superspreader-Festival werden", stellt Frommer klar.

Nicht nur viel Energie investiert haben die Organisatoren ins Line-up. Während in den vergangenen Jahren um die 500 Besucher kamen, erhofft man sich 2022 um die 2000 Metalfans auf dem Gelände am Zehntbrunnenwäldle oberhalb von Irslingen. Zur Erleichterung der Irslinger konnte das Programm, was die Bands betrifft, verlustfrei von 2020 auf 2022 übertragen werden.

Los geht es am Freitag, 1. Juli, mit einer Nacht der Tribute Bands. "Motörblöck" covert seit mehr als 25 Jahren die Rockband "Motörhead" und steht damit für einen kraftvollen, ungezähmten Sound. "Voltbeat" haben sich der Verschmelzung von Metal und Rock’n’Roll verschrieben, die von den Vorbildern von "Volbeat" vorgelebt wird. Als dritte Band sind "Vulgar Display of Cover" zu Gast mit Coversongs der texanischen Band "Pantera". Legendäre Riffs sind vorprogrammiert.

Am Samstag, 2. Juli, darf der Gewinner des Bandcontests aus dem Jahr 2019 den Abend eröffnen: "Endless Decay". Kraftvolle, mitreißende Shouts sind von den Vollblutmetallern zu erwarten. Das Stuttgarter Sextett "Venues" stand schon eine Weile auf Christian Frommers Zettel. 2022 kommt die Band nach Irslingen. "The Prophecy 23" bietet Thrash Metal vom Feinsten. "Brainstorm" ist ein echter Klassiker im Genre Powermetal. Seit 1989 begeistern die Musiker aus Gerstetten. Highlight und Headlinder ist die Band "Grave Digger". Seit fast vier Jahrzehnten prägt sie die internationale Heavy-Metal Szene wie kaum eine andere Band. Am Sonntag, 3. Juli, gibt es ab 10 Uhr den traditionellen Frühschoppen mit den Polkamusikanten aus Stetten.

In den Vorjahren erworbene Tickets für das "Wolfweez"-Festival behalten ihre Gültigkeit. Dass die Metalfans bereits auf das Event hinfiebern, zeigt, dass bei mehreren 100 verkauften Tickets bisher nur eines zurückgegeben wurde. Alle anderen halten der "Musikinitiative Irslingen 2019" und dem "Wolfweez"-Festival die Treue und freuen sich auf 2022.

Auch wenn die Vorfreude groß ist, bleiben da noch ein paar Sorgen, die vor allem finanzieller Natur sind. "Bisher ist unsere finanzielle Lage noch okay, aber wenn wir das Festival noch einmal verschieben müssen, wird es kritisch", sagt Frommer. Über so genannte Supporter-Pakete mit Bandanas und Festivalbändchen habe man 2020 den Verlust durch die laufenden Kosten, die trotz der Festivalabsagen bleiben, ein wenig aufgefangen, so der 31-Jährige. Er hofft nun, dass die Ankündigung des "Wolfweez"-Festivals für die Metalfans in Zeiten steigender Inzidenzen einen Hoffnungsschimmer auf bessere Zeiten darstellt. Auf Zeiten, in denen sich Metalfans wieder in den Armen liegen und zusammen zu ihrer Lieblingsmusik headbangen können.

Tickets gibt es auf www.wolfweez-openair.de, zudem über Reservix, Eventim und in den Vorverkaufsstellen: Musikbox Rottweil, Metzgerei Digeser Irslingen, KFZ-Gutachter Süd in Oberndorf, Kreissparkasse Dietingen und Antisocial-Underground Fashion Store in Vöhringen.