Experten rechnen mit möglichem Wolfsnachwuchs im Nordschwarzwald. (Symbolfoto) Foto: pixabay - manfredrichter

Drei Wölfe wurden in jüngster Zeit im Nordschwarzwald nachgewiesen. Zwei Männchen, ein Weibchen, darunter der berühmte Hornisgrinde-Wolf. Bald könnte es Nachwuchs geben. Von „Grindi“?

Wenn zwei Wölfe gemeinsam unterwegs sind, liegt es nahe, dass es sich um ein Paar handelt. Zumindest in einer Gegend wie dem Nordschwarzwald, in der es bislang nicht allzu viele Wölfe gibt.

 

Fest steht: Im Dezember vergangenen Jahres waren im Bereich der Gemeinde Forbach (Kreis Rastatt) zwei Wölfe in eine Fotofalle getappt – und das gleich zwei Mal, an verschiedenen Tagen.

Weiblicher und männlicher Wolf

„Aufgrund des Ausbreitungs- und Sozialverhaltens von Wölfen und der bisher dokumentierten Situation in Baden-Württemberg“, so teilte die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) unlängst mit, sei von einem weiblichen und einem männlichen Wolf auszugehen.

Die Experten vermuten, eine zugewanderte Wolfsfähe (der Begriff für weibliche Wölfe) mit der Kennung GW4816f hat sich GW852m angeschlossen. Jenem Tier, das 2017 als erster sesshafter Wolf in Baden-Württemberg seit rund 150 Jahren in die Geschichte einging.

Nun könne mit einer „Reproduktion im Frühjahr 2026 gerechnet werden“ – also Nachwuchs. Und damit einem ersten Rudel im Nordschwarzwald.

Doch wie sicher ist das wirklich? Lässt sich das Paar mit Gewissheit als solches bestätigen?

Die kurze Antwort lautet: noch nicht ganz. Denn „gemäß der Monitoringstandards, nach denen wir im Wolfsmonitoring arbeiten, müssen bestimmte Nachweise beziehungsweise Kriterien erfüllt sein, um den Status eines Wolfsterritoriums (Einzeltier, Paar oder Rudel) bestätigen zu können“, erklärt Katja Wetz, Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der FVA, auf Anfrage. Eine Bestätigung gemäß dieser Monitoringstandards stehe aktuell noch aus.

Ein Paar im Territorium Enztal

Aber: „Aktuell deuten weiterhin Nachweise beider Tiere (GW852m und GW4826f) darauf hin, dass sie sich als Paar im Territorium Enztal aufhalten.“ Mit einer Bestätigung, die die Kriterien erfüllt, rechnen die Experten in den kommenden Wochen.

Unklar scheint indes, ob es sich bei dem Wolfsrüden, an dessen Seite das zugewanderte Weibchen offenbar gesichtet wurde, um GW852m handelt. Denn anhand von Fotos lassen sich Individuen nicht sicher bestimmen.

Könnte es nicht auch dessen Artgenossen GW2672m sein? Der Hornisgrinde-Wolf „Grindi“, der jüngst immer wieder für Schlagzeilen sorgte? Der erlegt werden sollte, weil er sich Menschen näherte, und letztlich doch den Jägern entkam?

Ein Wolfswelpe schaut aus einem Unterschlupf hervor. (Symbolfoto) Foto: Oliver Dietze/dpa

Immerhin überschneiden sich die Reviere der beiden Männchen gerade im Bereich Forbach, wo in jüngster Zeit Nachweise für alle drei Tiere gefunden wurden.

„Nicht anzunehmen, dass die Wolfsfähe mit GW2672m ein Paar bildet“

Die FVA hält das dennoch für unwahrscheinlich. „Die Region, in der die bisherigen Nachweise von GW4816f verortet werden, liegt deutlich im Gebiet des Enztal Territoriums und nicht in direkter Nähe zum Territorium Hornisgrinde“, führt Sprecherin Wetz aus. „Es ist daher nicht anzunehmen, dass die Wolfsfähe GW4816f mit GW2672m ein Paar bilden wird.“

Wer auch immer am Ende der Vater sein könnte: Sollte eine Fortpflanzung erfolgreich gewesen sein, ist laut FVA im April bis Anfang Mai mit Welpen zu rechnen. Durchschnittlich werden bei wilden Wölfen vier bis sechs Welpen pro Schwangerschaft geboren.