Nach 13 Jahren wechselt Wolfgang Müller von Hopfau/Dürrenmettstetten nach Dornstetten. Mit dem Glatttal verbindet er Musik – und er spricht sich für den Mut der Veränderung aus.
„Ich bin unendlich dankbar, dass ich in so aktiven Gemeinden wie Hopfau und Dürrenmettstetten den Pfarrberuf 13 Jahre lang ausführen durfte“, freut sich Wolfgang Müller.
Denn am 2. August wird er verabschiedet werden, um am 6. September in seiner neuen Gemeinde in Dornstetten eingesetzt zu werden. Und wie war die Zeit in den beiden Gemeinden, die 2016 zur Gesamtkirchengemeinde Hopfau-Dürrenmettstetten zusammenfanden?
Ein aktives Dorfleben
Auf jeden Fall mit viel Musik. „Der Rainbowchor, der Posaunenchor und die Jugendband ‚Free Indeed‘ sorgen für Stimmung“, zählt der 58-Jährige einige Akteure auf. Die letzte Musikgruppe hatte beim European Gospel-Festival, das am Wochenende in Stuttgart stattfand, einen Live-Auftritt.
Und an Weihnachten steht es völlig außer Frage, dass der Männergesangsverein Eintracht am Gottesdienst in der Kirche in Dürrenmettstetten auftritt, während der Hopfauer Musikverein in der Katharinenkirche spielt. „Die Vernetzung mit den Vereinen ist einfach gut“, beschreibt Müller das aktive Dorfleben.
Eine „sichere Bank“
Aber auch gemeindeübergreifend hat sich viel getan – etwa als der LAKI-Pop-Chor und ‚Free Indeed‘ in der Sulzer Stadtkirche auftraten – gestemmt wurde das Konzert von den Kirchengemeinden Hopfau-Dürrenmettstetten, Sulz-Holzhausen und Sigmarwangen.
In seiner Amtszeit wurde die Orgel der Katharinenkirche noch um einen Tiefenbass erweitert und ein E-Piano angeschafft. Ebenso ein „Kirchenbänkle“. Das ist allerdings nicht, wie der Name vermuten lässt, eine einfache Sitzgelegenheit.
Im Rottweiler „Party-Team“
„Dabei handelt es sich um das Gebäude der ehemaligen Volksbankfiliale am Dorfplatz“, verrät Müller. Seither haben die Hopfauer Pfadfinder, also die „Füchse“, „Luchse“ und „Wildschweine“, einen eigenen Raum, in dem auch das ganze Zeltmaterial gut gelagert werden kann.
Doch seine Erfahrung bei Kirchenzusammenschlüssen war nicht nur in Hopfau und Dürrenmettstetten gefragt. „Ich bin ins ‚Party-Team‘ des Kirchenbezirks Rottweil gekommen“, schmunzelt er. Dieser war Anfang 2025 aus den früheren Bezirken Sulz und Tuttlingen entstanden.
Windmühlen statt Mauern
Und das Vorbereitungsteam, in dem neben Pfarrer Alexander Köhrer und Schuldekanin Amrei Steinfort auch Müller war, war somit federführend bei dem Begegnungsfest „Willkommen Rottweil“. „Das war ein absoluter Höhepunkt meiner gesamten Tätigkeit“, blickt er auf die Feierlichkeit im vergangenen Jahr zurück.
Veränderungen seien aufgrund des demografischen Wandels unvermeidlich, findet er. Doch entscheidend sei, wie man als Kirchengemeinde damit umgehe. „Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen“, zitiert er einen Spruch, den er 2013 anlässlich seines Einzugs nach Hopfau geschenkt bekommen hat.
Eine starke Gemeinschaft
Diese Einstellung wolle er auch seinen Kirchengemeinderäten, denen ab Sommer dann die Vakanz bevorstehe, mitgeben. „Die Gemeinde lebt von äußerst engagierten Mitarbeitern“, hebt Müller lobend hervor. Auch wenn er weg sei, werde das Gemeindeleben weitergehen, ist er sich sicher.
Schließlich stehe man stark und stabil da – jeder könne sich so einbringen, wie er es möchte. Und dankt noch einmal den zahlreichen Ehrenamtlichen, den Kirchengemeinderäten, aber auch Organisten, Chorleiter und Mesner sowie Putzkräften und den Erzieherinnen des Kindergartens.
„Der schönste Beruf“
Denn von ihnen wird er im August Abschied nehmen. Gleichzeitig freue er sich jedoch auch auf die Menschen in Dornstetten. „Ich freue mich nach 13 Jahren einfach auf etwas Neues mit all den Herausforderungen, die es in jeder Gemeinde gibt“, blickt er in die Zukunft.
Und bricht eine Lanze für seine Profession „Pfarrer zu sein ist der schönste Beruf, den ich mir vorstellen kann“, gesteht Müller. Auch, wenn er im Landkreis Freudenstadt ausgeübt wird.