Die Statistik der Wolfacher Wetterstation ergab für das vergangene Jahr eine Bestätigung mehrerer Trends aus den Vorjahren.
Das Wetter des Jahres 2025 hatte im Kinzigtal weitestgehend einen unspektakulären Verlauf. Es zählte zwar zu den wärmeren Jahren der Wolfacher Wetterstatistik, doch absolut rekordverdächtige Ereignisse wurden nicht beobachtet. Beim Niederschlag blieb der Jahreswert um etwa 100 Liter unter dem langjährigen Durchschnitt, die Sonne schien dafür mehr Stunden.
Das Jahr begann mit einem leicht zu warmen Januar, der ein wenig winterliches Gesicht hatte. Schnee gab es in den Tallagen nur am 5., wo kurz eine Schneehöhe von vier Zentimeter gemessen wurde. Im ersten und letzten Monatsdrittel wurden öfter zweistellige Temperaturen gemessen. Kälter war es um die Monatsmitte, wo es auch mal zwei Tage Dauerfrost gab. Das erste Monatsdrittel war niederschlagsreich, ab dem 11. setzte sich trockenes Wetter durch, die letzte Dekade fiel wieder feuchter aus.
Der Februar verlief ähnlich wie der Vormonat, im Mittel leicht zu warm, nahezu durchschnittliche Menge an Niederschlag und Sonnenschein und auch nur einen Schneedeckentag.
Der März war bemerkenswert trocken, nur knapp ein Drittel des normalen Niederschlags, gefolgt von einem sehr sonnigen und ebenfalls zu trockenem April, besonders in der ersten Monatshälfte.
Auch im Mai setzte sich eine längere trockene Witterungsphase durch und ergab nur 50 Prozent der normalen Regenmenge. Im Gegensatz zu den Vormonaten, die im Schnitt ein Grad zu mild waren, blieb der Mai trotz überdurchschnittlichem Sonnenschein bei den Temperaturen nur durchschnittlich.
Thermometer steigt im Juni 2025 elfmal auf mehr als 30 Grad
Absoluter Topmonat war der Juni bei den Temperaturen. Er war mit 20,1 Grad der wärmste Monat des Jahres und damit auch des Sommers. Insgesamt elfmal stieg das Thermometer auf mehr als 30 Grad. Da auch im Juni die Niederschlagsmenge nur durchschnittlich war und die Vormonate teils deutlich zu trocken, spitzte sich die Situation soweit zu, dass bereits wieder von einer extremen Dürre ausgegangen wurde.
Zum Glück folgte nun ein regenreicherer Juli, in dem es immerhin an 19 Tagen regnete. Auch sonst war der Haupt-Sommermonat nicht gerade das, was man sich in der Regel erhoffte. Mit einer Abweichung von minus 0,8 Grad zum Mittel erinnerte er eher an frühere kühle Julis.
Noch mehr Regen fiel im August, sodass der Sommer insgesamt mit einem Niederschlagsüberschuss endete. Statt des von einigen Experten angekündigten Jahrhundert- oder gar Höllensommers war es eine ziemlich durchwachsene Jahreszeit, am Ende dank des heißen Junis noch um ein knappes Grad zu warm.
Der Herbst startete mit einem recht regnerischen September und war mit einer Menge von 175 Liter pro Quadratmeter der nasseste Monat des Jahres.
Auch im Oktober setzte sich die niederschlagsreiche Witterung fort. Wenigstens zeigte sich aber dort um die Mitte der „Goldene Oktober“ mit etlichen Sonnentagen.
Dagegen punktete der ansonsten so als trüber Monat verschrieene November mit einem Plus an Sonnenstunden und einem Niederschlagsdefizit bei einer leicht unterdurchschnittlichen Mitteltemperatur.
Der Dezember war auf bestem Weg, ein neues Maximum der Monatsmitteltemperatur aufzustellen, doch der Wetterumschwung im letzten Dezemberdrittel machte dieses „Vorhaben“ zunichte. So blieb am Ende nur ein bescheidener Temperaturüberschuss von 0,7 Grad. Positiv war, dass der letzte Monat ein sattes Plus an Sonnenstunden aufwies und es deutlich zu wenig regnete.
Nach drei deutlich zu warmen Jahren mit Abweichungen bis plus 1,5 Grad, blieb 2025 mit einem Plus von 0,7 Grad doch um mehr als ein halbes Grad unter den Werten dieser Jahre. Ob damit die explosionsartige Wärmeentwicklung der Jahre 2022 bis 2025 gestoppt oder nur kurz unterbrochen wurde, wird sich zeigen. Sicher dürfte sein, dass das hohe Niveau weitgehend erhalten bleibt.
Im Gegensatz dazu verhält sich der Niederschlagstrend weniger richtungsorientiert. Wenn auch 2025 am Ende zu trocken ausfiel, war doch die zweite Jahreshälfte insgesamt deutlich nasser. Mit 1689 Sonnenstunden schien die Sonne im vergangenen Jahr um 122 Stunden länger als im Mittel der Jahre 1991 bis 2020. Bemerkenswert ist die Steigerung der Sonnenscheindauer vom Mittel 1961 bis 1990 mit 1422 Stunden auf inzwischen 1567 Stunden. Das erklärt zum Teil auch den klimabedingten Wärmeanstieg durch den Klimawandel in Europa. Extreme Ereignisse wurden 2025 in der Region nicht verzeichnet.
Die Wetterstation
Die Station des Deutschen Wetterdienstes in Wolfach leitet Infos an das Datenzentrum in Offenbach am Main weiter.