Nach einem durchwachsenen September konnte auch der Oktober im Kinzigtal wettertechnisch nicht glänzen.
Nachdem schon der September nicht gerade mit lang andauerndem Hochdruckwetter und sonnigem Altweibersommer geglänzt hatte, blieb auch der Oktober in diesem Jahr etwas unterhalb seiner Möglichkeiten etwas gut zu machen. Zur Ehrenrettung darf man ihm zugutehalten, dass eine zehntägige trockene und teilweise auch sonnige Periode wenigstens einen Hauch von goldenem Oktober verspüren ließ.
Die ersten drei Tage des Oktobers blieben trocken und nachts teils auch klar was zu ersten Bodenfrösten reichte. Dann kam für eine Woche niederschlagsreiches und windiges, in höheren Lagen auch stürmisches Wetter auf. Nach dem 8. beruhigte sich die Wetterlage und ein neues Hoch sorgte mehr als eine Woche für trockenes und auch relativ mildes Wetter. Die Höchstwerte erreichten meist 15 bis 17 Grad, gegen Ende der ruhigen Wetterlage ging es dann etwas abwärts. Das letzte Oktoberdrittel war dann leider recht niederschlagsintensiv. Sah es zuvor noch lange nach einem zu trockenen Oktober aus, änderte sich das in der letzten Dekade. Es regnete fast täglich und mehrmals auch Mengen von mehr als zehn Liter pro Quadratmeter.
Mit Beginn der zweiten Jahreshälfte sind die Monatsdurchschnittstemperaturen nur wenige Zehntelgrad über dem langjährigen Mittelwert, im Juli war es sogar leicht zu kalt. Auch der Oktober hatte mit einem Plus von 0,3 Grad eine bescheidene Abweichung, die täglichen Abweichungen lagen meist nur leicht über oder unter der Durchschnittstemperatur. Herausragend der Monatsanfang mit einem Defizit von fünf Grad und eine Wärmespitze um den 22. mit einer Abweichung von vier Grad über dem Mittel. Nach drei deutlich zu warmen Oktobermonaten in den Vorjahren war es zuletzt 2021 noch kühler.
Oktober war ein farbenprächtiger Monat
Entgegen einiger Prognosen, welche einen trockenen Oktober ankündigten, war die Niederschlagsbilanz vor allem im Schwarzwald zum Teil erheblich zu nass. Obwohl die Zahl der Regentage mit 16 nur um einen Tag über dem Durchschnitt lag, waren die gefallenen Regenmengen mit 113 Liter in Wolfach, 116 Liter in Haslach und 125 Liter in Schiltach bis zu 50 Prozent über dem Sollwert. Nachdem im Juni noch ein deutliches Niederschlagdefizit drohte, hat sich die Situation an der Kinzig und Umland inzwischen deutlich entspannt und mit 1049 Liter in Wolfach liegt man Ende Oktober genau auf dem Durchschnittswert dieser zehn Monate.
Der Monat Oktober gehört dank der Laubverfärbung zu den farbenprächtigsten Monaten des Jahres und besonders die Sonne konnte dies noch erheblich steigern. Wenn die Sonne auch an einigen Tagen Fotografen und Naturfreunde dieses Schauspiels nach draußen lockte, insgesamt fehlten eben doch mehrere Stunden um einen längeren Genuss davon zu haben. In Wolfach wurden 99,5 Sonnenstunden gezählt, in einem Durchschnittsoktober sind es derzeit 107 Stunden. Infolge des Klimawandels hat der Oktober im Gegensatz zu allen anderen Monaten des Jahres sogar langfristig an Sonnenstunden verloren, im Klimamittel 1961 bis 1990 lag das Mittel noch bei 115 Stunden.
An wenigen Tagen, vor allem am 4. und dann wieder ab dem 23. bis 28. sorgten zwei Sturmtiefs für höhere Windstärken im Schwarzwald und richteten einige Schäden an.
Statistik
Monatsmittel: +10,0 Grad Abweichung: +0,3 Grad (Mittel 61-90 +1,0 Grad) Maximum: +20,1 Grad am 4. Minimum: +1,6 Grad am 3. Frosttage: 0 Tage Bodenfrosttage: 2 Tage Niederschlagssumme: 112,8 Liter/qm (104 %) Größte Tagesmenge: 18,3 Liter/qm am 4. Niederschlagstage: 16 (+1 Tag) Sonnenscheindauer: 99,5 Stunden (93 %) Heitere Tage: 2 (-1 Tag) Trübe Tage: 14 (-1 Tag) Windtage: 4 Tage