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Wolfach Zufallsfund von großer Bedeutung

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Auf der Rückseite des Gemäldes der St.-Jakobskapelle ist eine alte, vergilbte Liste zu sehen. Foto: Repro: Schrader

Wolfach - Der Wolfacher Siegfried Mantel hat vor mehr als 30 Jahren einige interessante Schriftstücke aus dem Nachlass von Franz Disch erworben. Darunter befinden eine besondere Urkunde und zwei Bilder.

Nachdem unsere Zeitung im Juni über das Doppel-Jubiläum "100 Jahre Chronik der Stadt Wolfach" und "150. Geburtstag von Franz Disch" berichtet hatte, hat es eine interessante Rückmeldung dazu gegeben. Der Wolfacher Siegfried Mantel, der weit über die Stadtgrenzen hinaus als passionierter Uhrensammler und –restaurator bekannt ist (wir berichteten), erwarb vor mehr als 30 Jahren einige kostbare Zimelien aus dem Nachlass von Franz Disch.

Es war um 1987, als Mantel auf einem Flohmarkt in Offenburg überraschenderweise auf eine Urkunde und zwei Gemälde stieß, die der Wolfacher Maler Georg Straub (1882-1959) zu Ehren von Franz Disch gestaltete. Die Urkunde trägt die Aufschrift: "Die Stadtgemeinde Wolfach widmet dem Vorstand der Bürgerschule Herrn Reallehrer Franz Disch in dankbarer Anerkennung seiner großen Verdienste um die Stadtchronik und um die Anlegung des Archivs diese Denkschrift mit dem Wunsche, daß derselbe sich noch lange seiner wohlgelungenen Werke erfreuen möge. Gegeben zu Wolfach am 18. Dezember 1922. Der Gemeinderat".

Es folgen die Unterschriften von Bürgermeister Gustav Bulacher, der von 1918 bis 1925 amtierte, und der Gemeinderäte. Angesichts der großen Bedeutung dieses einmaligen Dokuments übergab es Mantel dem Wolfacher Stadtarchiv zur Verwahrung.

Eines der beiden Straub-Gemälde zeigt das Wolfacher Stadttor, das andere die St.-Jakobskapelle. Auf der Rückseite des zweiten Gemäldes befindet sich eine alte, vergilbte Liste, fein säuberlich mit der deutschen Sütterlinschrift beschrieben.

Abschiedsgeschenk der Bürgerschule

Die Überschrift lautet: "Unserm lieben Herrn Studienrat zum Abschied und Dank von den Lehrern und Schülern der Bürgerschule. Wolfach, Nov. 1929". Es folgen die Namen der damaligen Lehrer Neustädter, Meltzer, Schäfer und Bernhard sowie die der Schüler der Klassen III (sechs Namen), IV (sechs), V (neun) und VI (acht). Dies war das offizielle Abschiedsgeschenk der Bürgerschule für ihren langjährigen Vorstand Disch, der dort von 1902 bis zu seiner Pensionierung 1929 tätig gewesen war.

Die Schüler stammen aus einigen altbekannten Wolfacher Familien, beispielsweise Hagner, Hämmerle, Harter, Hauer, Peter, Kiefer, Metzler, Sandfuchs, Sattler, Schillinger, Springmann, Steinhauser und Vivell.

Einer der Schüler, der auf der Liste erwähnt wird, ist der damals zwölfjährige Oskar Vivell, der die Klasse V besuchte und nach dem Zweiten Weltkrieg als Kinderarzt eine große Karriere machte. Er stieg 1960 zum Oberarzt der Freiburger Kinderklinik auf und leitete als weltweit anerkannter Facharzt von 1964 bis zu seinem Tode 1981 die Karlsruher Kinderklinik. Mit unzähligen Vorträgen hat er sich um die Fortbildung der Kinder- und Allgemeinärzte bemüht. Vivell wurde dafür von der Bundesärztekammer mit der Ernst-von-Bergmann-Plakette ausgezeichnet.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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