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Wolfach Wolfach – von klein auf in die Fasnet

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Zwölf Umzüge sorgen in Wolfach für eine Vielfalt an Figuren – Schellenhansel, Röslehansel und etliche mehr. Foto: Narrenzunft

Wolfach - Im Februar geht es närrisch zu: Nicht weniger als zwölf Umzüge ziehen während der Fastnachtswoche durch Wolfach und die Vielfalt an Figuren – Schellenhansel, Nussschalenhansel, Mehlwurmhansel, Röslehansel und etliche mehr – ist beeindruckend. Narrenvater Hubert "Vitus" Kessler von der Freien Narrenzunft Wolfach gibt in Interview einen kleinen Vorgeschmack. Mehr dazu in der neuen galerie:ortenau.

Herr Kessler, was macht die Fastnacht in Wolfach besonders?

Es ist vor allem die Vielfalt der Häser und die Vielfalt der Veranstaltungen – das ist einzigartig. Wir haben außerdem eine reine Straßenfastnacht, keine Bälle. Bei uns findet alles auf der Straße und in den Wirtschaften statt – das wird natürlich immer schwieriger, weil immer weniger Wirtschaften zur Verfügung stehen. Was auch eine Besonderheit in Wolfach ist: dass wir eine freie Narrenzunft sind. Bei uns kann jeder mitmachen und mithopsen, er muss nur ein entsprechendes Häs haben. Da fragt kein Mensch, ob der Mitglied ist oder nicht.

Die Wolfacher Fastnacht feierte bereits 200-jähriges Jubiläum. Wie kamen die Bräuche zustande?

Der ein oder andere Brauch hat sich sicherlich aus einer Laune heraus entwickelt. Bei den Häsern ist es wieder etwas anderes. Das Uniformierte, also dass zum Beispiel alle Schellenhansel gleich aussehen, das ist erst zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg entstanden. Vorher haben die Leute gar nicht das Geld gehabt für so aufwändige Häs, da hat man vielleicht so was Ähnliches angezogen.

Der älteste dokumentierte Fastnachtsbrauch?

Das ist die "Altweibermühle", unser Festspiel, die wird nachweislich seit 230 Jahren aufgeführt. Aber ich bin davon überzeugt, dass es den Nasenzug vorher auch schon gab.

Stichwort Nachwuchs: Wie stehen die jungen Leute zur traditionellen Fastnacht?

Toll finde ich, dass man in Wolfach von klein auf in die Fasnet reinwächst. Wir haben die jungen Leute hier, bis sie 14, 15 Jahre alt sind. Und dann gehen sie in die Umlandgemeinden, da gibt es dann die Partys mit DJ und das machen wir in Wolfach eben nicht. Also manchmal kommen wir auch um die Musik aus der Röhre nicht herum, aber dass man jetzt einen Abend hat mit speziell "Bumm-Bumm-Musik" – so nenne ich das immer –, das haben wir nicht. Und da sind die Jungen dann erst mal weg. Komischerweise, wenn sie dann 23 oder 24 Jahre alt sind, da sind sie dann wieder da. Und sobald sie selber Kinder haben sowieso.

Gibt es eine eindrückliche Erinnerung aus Ihrer eigenen Kindheit?

Also ich war immer eine Hex, das war für mich das Größte. Man durfte ja in dem Jahr, in dem man Weißsonntag hatte, keine Fastnacht machen, das hat der Pfarrer verboten. Da hab ich mich natürlich nicht dran gehalten. Ich hab zu meiner Mutter gesagt: "Wenn ich meine Maske anhab, sieht ja keiner, dass ich das bin!" Sie hat dann schwer gegoscht mit mir, aber das war mir egal.

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