Die Trachtenkapelle Kinzigtal wird in diesem Jahr 100 Jahre alt. Das Jubiläum soll nachgeholt werden. Foto: Trachtenkapelle Foto: Schwarzwälder Bote

Jubiläum: TKK will Hundertjähriges schrittweise nachholen / Wiederaufnahme des Betriebs wird schwierig

Die Trachtenkapelle Kinzigtal (TKK) wird in diesem Jahr 100 Jahre alt. Ein Anlass zum Feiern – doch die Corona-Pandemie durchkreuzt die Pläne für das Jubiläumsjahr.

Wolfach-Halbmeil. Sang- und klanglos soll es aber nicht untergehen. "Unser Ziel ist es, die meisten Veranstaltungen über die nächsten Jahre verstreut nachzuholen", erklärte Vorsitzender Michael Heizmann im Pressegespräch per Videokonferenz. Priorität dabei werde der große Jubiläumsabend in der Festhalle in Wolfach haben, der im Mai den Auftakt zu den Festivitäten hätte sein sollen.

"Sobald alles wieder geht, wollen wir mit Spaß zusammen feiern", wünschte sich Heizmann. Er ist sich dessen bewusst, dass es ungewiss ist, wann dies wieder ohne Einschränkungen möglich sein wird. Der Verein hatte voller Vorfreude schon umfangreiche Vorbereitungen getroffen, die zum Teil drei Jahre zurückliegen.

Die Erweiterung des Festzelts etwa sei schon mit Blick auf das Jubiläum vorgenommen worden. Auch Arbeitsgruppen für Technik, Wirtschafts- und Finanzwesen seien gebildet worden, die je nach Ressort bereits viel vorbereitet haben.

Federführend bei der Organisation ist Jochen Huber, einer der beiden stellvertretenden Vorsitzenden. "Das Jubiläum war ein ganz großes Thema bei der Vereinsvertreterversammlung", stellte Huber fest. Drei große Veranstaltungsblöcke waren geplant: im Mai der Jubiläumsabend mit Gratulanten, Ehrungen und viel Unterhaltung; am letzten Augustwochenende vier Tage feiern mit Auftritten bekannter Blasmusikformationen der Szene samt Kreistrachtenfest und schließlich beim Jahreskonzert im November. "Wir sind entsprechend ernüchtert, denn nun wird dieses Jahr nicht viel zu sehen und zu hören sein", bedauert Huber.

Rückabwicklung von Verträgen kein Problem

Kein Problem sei die Rückabwicklung der bereits unterzeichneten Verträge gewesen. Die Tiroler Blasmusikformation "Viera Blech" war für den Sonntagabend vorgesehen und das DJ Team "Mütze-Katze" aus Berlin für die Beach Party am Freitag. Die TKK hatte beiden angeboten, zumindest ein gutes Drittel der vereinbarten Gage zu zahlen. "Die haben sich sehr gefreut über das Angebot, aber wollten es nicht in Anspruch nehmen", meinte Huber. Stattdessen sei abgemacht worden, die Auftritte in den nächsten Jahren nachzuholen.

"Am Samstag des Festwochenendes wollten wir uns einen musikalischen Abend unter Freunden gönnen mit Kapellen, mit denen wir verbunden sind", meint Heizmann etwas wehmütig.

Auch die Formation "Keine Stille Stunde", die beim Handwerkervesper am Festmontag aufspielen sollte, fällt nun flach. Die Entscheidung, komplett alles abzusagen, fiel am Schmutzigen Donnerstag, stellte Huber fest.

Eine Woche später gab der Programmausschuss den Beschluss bei der Vereinsversammlung bekannt. Insgesamt wurde die Entscheidung befürwortet, weil die Situation völlig unvorhersehbar ist. "In den letzten Wochen haben wir dann alle Gesprächs- und Vertragspartner informiert", so Heizmann.

Bürgermeister, Vereinsmitglieder, Blasmusikverbände, Bund Heimat und Volksleben sollten Bescheid wissen, bevor der Verein an die Öffentlichkeit ging. Es habe laut dem Vorsitzenden eine Entscheidung getroffen werden müssen und noch weiter in die Thematik "reinschaffen" habe keinen Sinn gemacht – auch unter dem finanziellen Aspekt. "Dorfkapellen wie wir müssen den größten Teil der Ausgaben selbst erwirtschaften", so Heizmann. Für den städtischen Zuschuss sei der Verein dankbar, doch vergangenes Jahr sei in Sachen eigener Veranstaltungen bereits eine Nullnummer gewesen und dieses Jahr sehe aktuell nicht besser aus. Insgesamt werde es schwierig, den musikalischen Betrieb als solches aufzunehmen, befürchtet Huber: "Wir werden ganz klein wieder anfangen müssen."

Die Trachtenkapelle Kinzigtal erwägt derzeit, auf ihrer Internetseite aus der Chronik des Vereins Meilensteine des Vereins nachzuzeichnen. Im August, dem Gründungsmonat des Vereins, sollen dann wesentliche Inhalte der Chronik der Öffentlichkeit nahegebracht werden.

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