Vorsitzender Alfons Kienzle (von links), Neuzugang Julie Steffen, Petra Zanger, René Stieler und Robert Moser Foto: Steitz

Sinkende Mitgliederzahlen sind ausschlaggebend. Drei Ehrungen und ein Neuzugang

Wolfach-Kirnbach - Auch nach 20 Jahren Vorsitz beim Imkerverein Kirnbach ist Alfons Kienzle von der Bienenhaltung fasziniert. Es soll aber das letzte Jahr sein, in dem er den Vorsitz führt, denn im kommenden will Kienzle definitiv nicht mehr bei den Wahlen antreten.

Mitausschlaggebend sind die zurückgegangenen Mitgliederzahlen (wir haben berichtet). Schriftführerin Petra Zanger wird ebenfalls 2019 nicht mehr kandidieren. Beide bleiben dem Verein aber erhalten.

Bei der Hauptversammlung am Samstag im Kirnbacher Hof war in seinem Bericht die Passion für die fleißigen Lebewesen und deren Schutz heraus zu hören. "Immer neue Forschungsmethoden lassen ein Bild der Honigbienen entstehen, das durch den High-Tech-Blick keineswegs entzaubert wird, sondern höchstes Erstaunen hervorruft", betonte Kienzle. Es sei allerdings klar, dass ohne konsequente Fürsorge der Imker das Nutztier einen schweren Stand hat.

Stark beeinträchtigt wird das Imkern laut Kienzle durch neu auftretende Parasiten und Umweltprobleme. Derzeit wird befürchtet, dass der in Südafrika beheimatete Bienenbeutekäfer durch italienische Imker eingeschleppt wurde und es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis der Schädling hier ist.

Auch das Jakobskreuzkraut bereite Probleme. "Das in dem Kraut enthaltene Gift im Honig kann dazu führen, dass er als Sondermüll entsorgt werden muss", stellte der Vorsitzende klar.

Bewertung fällt kritisch aus

Sehr kritisch wertete er auch das Glyphosat-Debakel. Was nützen die Blühstreifen, wenn daneben im großen Stil die Neonicotinoide (Insektengift) versprüht werden, fragte sich Kienzle.

In Kirnbach scheint in der Hinsicht die Welt noch in Ordnung zu sein. Schon im Mai gab es laut dem Vorsitzenden Fichtenhonig von der großen Lecanie und anschließend honigte die kleine Lecanie aus der Waldtracht. Lecanien sind eine Schildlausart, die den Bienen als Honigtauerzeuger den Ausgangsstoff für Wald- und Tannenhonige liefern.

Tannenhonig auf der Höhe

Auf den Höhenlagen habe es den sehr begehrten Tannenhonig gegeben, der viele Wanderimker anzog. Viel zu tun gibt es in den kommenden Monaten: Im Imkergarten müssen die Sturmschäden beseitigt und die üblichen Reinigungsarbeiten durchgeführt werden. Im Juli steht mit dem Imkerfest wieder ein Großeinsatz an.

Vor Durchführung der Regularien berichtete Kassenverwalterin Simone Wöhrle von einem soliden Plus, unter anderem aufgrund der Beteiligung am Bollenhutweglefest.

Einen gesunden Zustand der Völker vermeldete der Bienensachverständige Christian Wöhrle. Der für die Vereinsvölker zuständige Stefan Wöhrle konnte berichten, dass die Bienen die wechselhaften Temperaturen vergangenes Jahr gut überstanden haben und er drei Ableger für den Verein erstellte.

Effizientere Verwaltung

Positiv wertete Kienzle die Aufnahme von Gesprächen des Badischen und Württembergischen Verbands, um gemeinsam gegenüber, unter anderem Behörden aufzutreten und eine effizientere Verwaltung einzurichten.

Eine besondere Freude war es dem Vorsitzenden, Neuzugang Julie Steffen zu begrüßen und drei Mitglieder auszuzeichnen.

Info: Ehrungen

Die silberne Ehrennadel des Landesverbands Badischer Imker erhielt Petra Zanger für 20 Jahre im Verein. Die bronzene Ehrennadel für zehn Jahre erhielten die Imkerei Robert Moser und René Stieler.

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