Brandschutz: Interkommunale Pflegeanlage für Feuerwehr-Schläuche befindet sich in Wolfach

Wenn es brennt, sind sie zur Stelle. Aber woher bekommen die Feuerwehrleute ihr Material? In Wolfach ist der interkommunale Schlauchpool angesiedelt, der die Wehren Wolfach, Hausach, Hornberg und Oberwolfach mit Schläuchen versorgt.

Wolfach. Tausche benutzte Schläuche gegen frische – das klingt zwar einfach, es steckt aber eine Menge Arbeit dahinter. Früher habe sich jede Gemeinde selbst darum gekümmert, erläutert Philipp Doll, der den Schlauchpool leitet. Dann sei aber der Aufwand mit Dokumentation und jährlicher Prüfung immer mehr geworden. So wurde die Aufgabe auf mehrere Schultern verteilt – und der interkommunale Schlauchpool in Wolfach ins Leben gerufen. Untergebracht ist er im Wolfacher Feuerwehrgerätehaus.

Im Lager, an das die Schlauchpool-Wehren von hinten anfahren können, liegen die fertigen Schläuche parat. "Die Wehren holen sich die sauberen Schläuche ab und lassen die verschmutzten, nach Einsatz oder Übungsdienst, hier", erklärt Doll. Grundsätzlich sollte jeder Schlauch einmal im Jahr diesen Kreislauf durchlaufen. Jährlich durchlaufen etwa 1500 bis 2000 Schläuche das Prozedere – mal mehr, mal weniger. "Im vergangenen Jahr hatten wir zum Beispiel öfter Waldbrände, da war es mehr", so Doll. Da momentan durch die Corona-Pandemie keine Übungen stattfinden, seien es weniger. Doch bevor die Schläuche sauber und getrocknet wieder abgeholt werden können, müssen sie freilich gereinigt und geprüft werden. Das geschieht im Keller an der Schlauchpflegeanlage.

Bevor es aber ans Reinigen geht, werden die benutzten Schläuche gescannt. Dafür ist jedes Exemplar mit einem Barcode an den Kupplungen versehen. "So können wir genau nachvollziehen, bei welcher Wehr sich welcher Schlauch befindet", erklärt Doll. Das sei zum Beispiel für die jährliche Prüfung wichtig. Ist ein Schlauch kaputt, wird er nach Möglichkeit selbst repariert, wenn es der Schaden zulässt. Kupplungen zu tauschen sei kein Problem. Ist die Reparatur nicht möglich, wird der Schlauch entsorgt.

Mit der Anlage ist es möglich, zwei Schläuche gleichzeitig zu waschen, zu prüfen und aufzuhängen. Dafür werden sie zunächst automatisch auf die Anlage gezogen und angeschlossen. Die Bahn ist etwa 22 Meter lang, also ausreichend für die Schläuche, die durchschnittlich etwa 15 bis 20 Meter lang sind. Schläuche, die 35 Meter lang sind, etwa die der Hausacher Drehleiter, können aber ebenfalls problemlos gereinigt werden – diese werden dann in der Bucht am hinteren Ende der Bahn ausgelegt.

Gereinigt wird ausschließlich mit Wasser

Aber das komme nicht so oft vor, so Doll. "Vielleicht etwa zehnmal im Jahr – aber es ist schon ein größerer Aufwand", sagt er. Dann könne auch nur ein Schlauch gewaschen werden.

Gereinigt werden die Schläuche ausschließlich mit Wasser. Wenn es nicht zu arg verschmutzt ist, könne es zudem wiederverwendet werden, so Doll.

Ausnahme sind Trinkwasserschläuche, wie sie beispielsweise vom Bauhof verwendet werden. Auch die können auf der Anlage gereinigt werden, allerdings mit einem Spezialmittel, da sie Trinkwasser führen. Für die "normalen" Schläuche zur Brandbekämpfung sei Wasser aber völlig ausreichend.

Danach startet die Druckprüfung, je nach Schlauchart bis zu 16 Bar. Dafür müssen an der Anlage aus Sicherheitsgründen zwei Knöpfe gleichzeitig eine Minute lange gedrückt werden. "Und eine Minute kann ganz schön lang sein", scherzt Doll.

Im Anschluss werden die Schläuche dann in den Turm zum Trocknen gezogen, wo sie – je nach Wetterlage – etwa eine Woche trocknen. Etwa 150 Stück finden dort Platz. "Es gibt Wochen, da ist der Turm voll", erklärt er. Vor allem, wenn noch Übungsabende der Wehren hinzukommen. "Gerade im vergangenen Jahr während der Waldbrandsaison hatten wir einen guten Durchlauf." Sind die Schläuche trocken, werden sie gewickelt und landen wiederum im Lager, wo die Wehren sich wieder versorgen können.

Übrigens kommen auch die Schläuche, die im Hausacher Sommerbergtunnel liegen, nun regelmäßig alle drei Monate nach Wolfach zum reinigen, prüfen und trocknen.

Schläuche aus Tunnel kommen nach Wolfach

Dafür gebe es zwei Schlauchsätze, von denen einer bei der Hausacher Wehr lagere. Die vorigen Schläuche haben etwa ein Jahr im Tunnel gelegen. "Von 74 Schläuchen waren bei Tausch gerade einmal zwei Stück kaputt", so Doll, "ich hätte geschätzt, dass wir höhere Schäden haben."

Die Arbeit im Schlauchpool verrichten die Feuerwehrangehörigen übrigens ehrenamtlich, von der Stadt gibt es eine Aufwandsentschädigung von 12 Euro. Zwei Personen habeer eine Woche Dienst – und kümmern sich in dieser Zeit um alles, was anfällt. "Ist gerade nichts los, hat man Glück", so Doll. "Das kann man im Vorfeld schlecht abschätzen." Kommen dann die Schläuche aus dem Hausacher Tunnel hinzu, haben die Wehrleute alle Hände voll zu tun. "Obwohl wir für die theoretisch drei Monate Zeit hätten", so Doll. "Aber wir versuchen immer, alles möglichst zeitnah abzuarbeiten."

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