Wolfach ist in Phase 1 der Breitbandausbau-Maßnahmen berücksichtigt. Wann es genau losgeht, ist unklar. Foto: Jehle Foto: Schwarzwälder Bote

Infrastruktur: Geschäftsführer der Breitband Ortenau informiert über Sachstand / Stadt ist in der ersten Phase dabei

Wolfach. Klärungsbedarf über die eingestellten Mittel für den Breitbandausbau in Wolfach besteht nach Ansicht einiger Gemeinderäte. Die für die Sitzung am Mittwoch vorgesehene zweite Entwurfsberatung des Haushaltsplans wurde auf den Februar verschoben.

Wie vom Gemeinderat im Dezember gewünscht, war Josef Glöckl-Frohnholzer, Geschäftsführer der Breitband Ortenau (BOGKG), in die Sitzung gekommen. "Es besteht ein immenser Erwartungs- und Handlungsdruck vonseiten der Bevölkerung und wir haben keine Zeit zu verlieren", drängte Bürgermeister Thomas Geppert auf ein zügiges Vorgehen des Ausbaus. In seinem Appell griff Geppert hinsichtlich Wolfachs geografischer Lage als Randgebiet im Kreis die Anspielung von Zuhörer und Gewerbevereinschef Reinhold Waidele auf.

"Wir sind nicht das hintere, sondern das obere Kinzigtal und entsprechend dem Wortsinn erhoffen wir uns einen Platz auf der Liste", hatte sich Waidele eingangs der Sitzung in der Frageviertelstunde gewünscht.

Einen genauen Termin, wann die Wolfacher an die Reihe kommen, gibt es nicht. "Ich kann es Ihnen seriös nicht akkurat sagen", räumte Glöckl-Frohnholzer ein. Immerhin stellte er in Aussicht, dass bis Ende des Jahres "Bausichtbarkeit" bestehen könnte. Wolfach sei in Phase eins des Breitbandausbaus dabei.

Der Übergabepunkt in das Kernnetz der Vodafone ist laut dem Geschäftsführer in Hausach und von dort aus muss das Backbone bis nach Wolfach und Oberwolfach gebaut werden.

Im September sei auf Basis der neuen Förderkulisse eine Marktbefragung durchgeführt worden. Wolfach weise 181 weiße (besonders unterversorgt) und 358 graue Flecken (mäßig mit schnellem Internet versorgt) im Jahr 2020 auf. Für den Netzbau werden insgesamt fünf Lose ausgeschrieben. "Es sollen kleine Lose vergeben werden, damit genügend regionale Tiefbauunternehmen teilnehmen können", informierte Glöckl-Frohnholzer.

Investitionsvolumen in Höhe von 7,3 Millionen Euro

Der Baufortschritt werde getrieben durch die Anzahl der Kolonnen, die von den Firmen zusammengebracht werden. In dem Zusammenhang regte Gemeinderat Helmut Schneider (FW) an, das lokale "Wissen und Können" der Kommunen hinsichtlich der Nutzung von Parallelstrukturen einzubringen, um den Ausbau zu beschleunigen. Die Kabelinfrastruktur in der Ortenau werde laut Glöckl-Frohnholzer in dier Planung einbezogen und derzeit auf den neuesten Stand gebracht. Um die Stringenz in der Planung zu wahren, könne jedoch nicht auf jede lokale Gegebenheit Rücksicht genommen werden, wie der Geschäftsführer einschränkte.

Das Investitionsvolumen für die Ausbaugebiete Ippichen, Heubach und Horben, die für Phase 1 ausgewiesen sind, beträgt insgesamt 7,3 Millionen Euro, wovon die Stadt Wolfach einen Eigenanteil in Höhe von 256 000 Euro zu tragen hat. Hinsichtlich der Phase 2 soll mit der Stadt abgeklärt werden, welche Gebiete erschlossen werden sollen. Einigkeit herrscht in der Frage, dass die Stadt in Phase 2 aufgenommen werden will. Die Höhe des Betrags, mit dem in die Phase gegangen werden soll, ist jedoch noch offen.

Für den Breitbandausbau in den Haushalt eingestellt werden sollen derzeit 500 000 Euro und eine Erhöhung des Betrags würde Einsparungen an anderer Stelle mit sich bringen sowie eine Verpflichtungsermächtigung, die die Entscheidungsfreiheit für kommenden Haushalte einschränkt. Schneider und Ratskollegin Kordula Kovac (CDU) drängten indes auf eine frühzeitige Antragstellung, auch wenn die dafür nötigen Mittel erst im Jahr 2023 fließen müssen. Die Fördertöpfe seien womöglich schneller leer als angenommen. Dafür sah Glöckl-Frohnholzer keine Indikation, zumal Sondermittel des Landes aufgelegt wurden und sich in Wolfach eine starke Unterversorgung in Sachen schnelles Internet abzeichne. Letzteres ist Kriterium für die Auswahl, falls sich zu viele Kommunen für Phase 2 bewerben.

Im Juni plant die Breitband Ortenau (BOGKG) eine Bürgerversammlung, deren Abhaltung virtuell angedacht war. Laut Geschäftsführer Josef Glöckl-Frohnholzer könnten jedoch aufgrund der schwachen Internetversorgung viele Bürger gar nicht daran teilnehmen und die BOGKG werde auf die Kommunen zukommen, ob und wo eine Präsenzveranstaltung abgehalten werden kann.

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