Zum Schluss triumphieren sie alle: Die Vertreter der zehn teilnehmenden Wettkampf-Gruppen werden von den "Antiken Olympionikinnen" mit Goldmedaillen auf der Festspiel-Bühne vor dem Wolfacher Rathaus geehrt. Fotos: Steitz Foto: Schwarzwälder Bote

Festspiel: Freie Narrenzunft Wolfach führt spannende Fitness-Wettkämpfe auf / Zehn Teams treten an

Wie im antiken Griechenland hat die Freie Narrenzunft Wolfach am gestrigen Schellenmendig ihre "1. Fitness-Spiele-Der-Neuzeit" ausgetragen. Zunächst gab es aber einen vielseitigen Festzug.

Wolfach . Dabei zog zunächst nach drei traditionellen Böllerschüssen der Fackelläufer (Bürgermeister Thomas Geppert) in Begleitung des Gullerreiters durch das Stadttor ein. Er trug das Feuer der "1. Wolfacher Fitness-Fasnet", das am 11. November vergangenen Jahres in der "Krone" beim "Narrogeischtbeschwörungsfeuer" entzündet wurde, sportlich durch die Stadt.

Ihm folgten der Narrenrat mit Narrenvater Hubert "Vitus" Kessler, verschiedene Häsgruppen, die Zeller Narrenzunft, Narrenkapelle Wolfach, der Spielmannszug der Landsknechte sowie die elf Festspielgruppen.

Diese "Narrathleten", wie der Moderator (Christian Oberfell) den Teilnehmerkreis nannte, bestanden aus elf Gruppierungen: den Skifahrern der "Kami-Kaze Kirnbe", dem "Golfacher Golfclub", den Pinguinen "Cool Runnings", den russischen Antidopingärzten aus der "Dopingbar", den Wasserwürmern, der "Narrobik", den "Ski-Fliegen", der Gruppe "Blessurreiter", "Eskimorolle", "Kegel" sowie den "Antiken Olympionikinnen". Der Schiedsrichter der "Fitness-Spiele", gespielt von Jochen Huber, teilte die Teams bis auf letztere sogleich für den ersten von vier Wettkämpfen

in fünf Paarungen ein.

Zunächst galt es aber für Frau Kalmruf-Bach, gespielt von Anja Kopp, die fantasievollen Fahnen der Festspielgruppen über der Bühne zu befestigen. Währenddessen unterhielten sich der Moderator und der Sportexperte "Hardy" aus Zell (Bernhard Stelzer) immer wieder auch über Doping und Betrug in der Branche. Schon eingangs ertönte die Musik vom "Aktuellen Sportstudio" des ZDF. Wie bei einer TV-Sendung war das folgende Festspiel ein Wechsel aus Moderationsbeiträgen und der

Wettkampfschau.

Zuerst traten die "Narrathleten" beim "Ballonining" an. Die drei Pärchen, die als erstes ohne Einsatz ihrer Hände den Ballon nach oben beförderten, kamen in die nächste Runde. Die Blessurreiter und Ski-Fliegen, Wasserwürmer und Narrobiks sowie der Golfclub und die Kami-Kaze waren am schnellsten fertig.

Die zweite Runde beschäftigte sich mit dem sogenannten "Mealworm Beat Sacking". Die Gruppenvertreter, die eben noch zusammengearbeitet hatten, attackierten sich dann mit Säcken, die angeblich mit Backsteinen gefüllt waren. Wer als erstes vom Balken rutschte, verlor.

Die Ski-Fliegen gewannen hierbei souverän vor den Blessurreitern. Der Narrobik-Repräsentant, der bereits beim Aufsteigen Probleme hatte und noch vor dem Wettkampf vom Turnbock geriet, konnte sich im folgenden Wettkampf nicht gegen den "Wasserwurm" durchsetzen. Besonders spannend war das Match zwischen "Kami-Kaze" und "Golfacher Golfclub". Nach langem, hartnäckigem Kampf punktete schließlich erstere.

Anschließend erforderte das "Stretch-Scissors-Skill"-Format die Kraft und das Geschick der drei letzten Teilnehmer. Die "Narrathleten" mussten jeweils mit einer Streckschere einen der Saubloder, mit Luft gefüllte Schweineblasen, angeln. Als Gewinnerin ging erneut die Kami-Kaze hervor.

Diese "Narrathletin" hatte nun die Ehre, gegen den hochgeschätzten "Woliat" (Bernd Schillinger) anzutreten. Er hatte sich an einen "ausgeklüngelten Fitnessplan" gehalten, um beim Endspiel zu triumphieren. "Das Feuerentzünden ist doch eher etwas für unsportliche Laien wie diesen ungelenken Läufer (Anm. d. Red.: Geppert) da", betonte er im Vorfeld hochnäsig und schonte sich selbst bis zur letzten Runde.

Schließlich beschuldigte Fahnenexpertin Kalmruf-Bach, dass Woliat beim vierten Wettkampf "Square-Rooting", auch Gehirnjogging genannt, geschummelt habe, was sie beweisen könne.

Tatsächlich hatte Woliat so schnell die Quadratwurzel aus 123,4567 ("11,1111") gezogen, dass selbst das Publikum vor der Rathausbühne einigermaßen überrascht war und die Fairness des Spiels bezweifelte, was es mit "Buh"-Rufen quittierte. Eine Zuschauerin befand sogar: "Das ist doch abgesprochen."

Aber der Schiedsrichter schaute sich zunächst den Video-Beweis an. Das Ergebnis: Die rote Karte für Woliat, der die Bühne verließ. Dann entschied der Schiri, dass alle Teilnehmer Gewinner seien; die "Antiken Olympionikinnen" hängten ihnen Goldmedaillen um und so siegte am Ende die sportliche Fairness.

Narrenvater Hubert "Vitus" Kessler bedankte sich bei den Laienschauspielern des "wunderbaren" Festspiels. Sie hätten es in den leichten Textilien trotz Kälte auf der Bühne ausgehalten.

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