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Wolfach Ohrmarke, EU-Beschluss und Narretei

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Schirmherr und Bürgermeister Thomas Geppert (Zweiter von rechts) wurde aufgrund seiner Meriten ebenfalls des Kleinen Hanseleordens für würdig befunden. Außerdem (von links) Timo Ganter, Marita Schrempp, Felix Seger und Hubert Kessler. Foto: Jehle Foto: Schwarzwälder Bote

Die Freie Narrenzunft Wolfach ehrt nur alle vier Jahre – dann aber gewaltig. Erstmals hat die Narrenversammlung in der neu gestalteten Schlosshalle stattgefunden. Ein wahrer Ehrungsmarathon bis weit nach Mitternacht erforderte gutes Sitzfleisch.

Wolfach. Die Zunft vergab insgesamt 82 Auszeichnungen und Rudi Maurer, Vertreter der VSAN (Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte) zeichnete sechs verdiente Narren der Wolfacher Zunft mit Ehrennadeln aus.

Freudestrahlend läutete Narrenvater Hubert "Vitus" Kessler mit seiner durchdringenden Schelle die Narrenversammlung ein, nachdem die Narrenkapelle den Abend mit dem schwungvollen Marsch "Die Weibermühle" eröffnet hatte. "Die neue Bühne in unserer Schlosshalle bietet jetzt Platz für die ganze Kapelle und nicht mehr nur einer Abordnung", sagte Kessler erfreut.

Bevor der Narrenrat zur Ordensverleihung schreiten konnte, erwartete sie eine Überraschung. Nachdem die Alde Rungunkeln bei ihrem Einzug die Narren ordentlich aufgemischt hatten, verhängten sie den Tisch um den Kleinen Narrenrat mit weißen Tüchern. Mysteriöses Rumoren, unterbrochen vom "ich hab aber Durscht" vom Narrenvater ließ die Spannung steigen. Groß war das Gelächter bei der Enthüllung: die Narren waren mit Ohrmarken gekennzeichnet, ähnlich denen von Rindern und anderem Vieh. Ausgerüstet mit Megafon und angetan mit Metzgerschürzen wurde ein gemeinsamer Beschluss der Europäischen Kommission verkündet, der die Beteiligung der EU bei der "Falschnarrenratsprävention und -bekämpfung" zum Inhalt hatte. Unterzeichnet war das mehrseitige und komplexe Traktat von "Rünther Göttinger" und "Flinten-Guschi" sowie "Federica Flachwitzleinen".

Brandzeichen bleiben erspart

Die weiterhin darin angeordneten Brandzeichen und Tätowierungen blieben sowohl dem Narrenrat als auch dem Publikum erspart.

Mindestens zehn Jahre aus dem Durchschnitt herausragende, aktive Tätigkeit an hervorragender Stelle der Wolfacher Narretei sind laut den Statuten Voraussetzung zur Verleihung des kleinen Hanseleordens. Feierlich auf blauem Samt drapiert verliehen Kessler und sein Vize Wilfried Schuler den 33 Anwärtern das Ehrenzeichen mit jeweils persönlichen Worten. Schirmherr der Zunft und Bürgermeister Thomas Geppert durfte ebenfalls den Anstecker entgegen nehmen. "Der ist ja noch gar nicht so lange da, werden einige von euch einwenden", merkte Kessler an. Immerhin habe Geppert den Besuch vom Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann zum 200. Geburtstag der Zunft gemeistert und sei auch bekannt als "Maidleschmecker" (Frauenfreund) der Kaffeetanten.

"So en Ma kannsch ja nit undekoriert do stehe lasse", stellte der Narrenvater fest. Außerdem solle der Bürgermeister auch eine Chance bekommen, sich den Großen Hanseleorden am Bande verdienen zu können. Der bedeutet nämlich die höheren Weihen und laut Kessler die Aufnahme in die "Kaste der ›Oberverruckten‹". Insgesamt 27 Narren haben mindestens 18 Jahre Herausragendes für die Wolfacher Fasnet geleistet und historisches Brauchtum unterstützt.

Die Bewirtung der Narrenversammlung hatte die Siedlergemeinschaft übernommen, die mit dem Erlös die Brunnenanlage "Auf der Kanzel" wieder instandsetzen will.

Über die Verleihung der Wohlauforden und Ehrungen der VSAN werden wir noch berichten.

Den Großen Hanseleorden am Bande erhielten: Hermann Bächle, Hansjörg Buss, Daniela Decker, Anne Ganter, Sabine Gleich, Birgit Gupe, Elfriede Heizmann, Gottfried Herrmann, Katja Juillard, Anja Kopp, Anica Maurer, Markus Moosmann, Thomas Moser, Christian Oberfell, Heidi Pfefferle, Roland Riester, Heike Schamm, Thomas Schamm, Fabian Schmider, Johannes Schrempp, Markus Schuler, Sigrid Schuler, Andreas Strasser, Klaus Vollmer, Simon Vollmer, Milena von Zelewski und Urs von Zelewski

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