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Wolfach Minigolf-Streit schlägt hohe Wellen

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Doreen und Birger Wellmann sind nach der Kündigung des Pachtvertrags durch die Stadt fassungslos. Sie sollen den Platz zum Saisonende aufgeben. Foto: Beule

Wolfach - Wie ein Lauffeuer hat sich die Nachricht verbreitet, dass dem Ehepaar Wellmann der Pachtvertrag für den Minigolfplatz gekündigt wurde. Zigfach wurde der Beitrag in den sozialen Netzwerken geteilt, viele gaben ihre Unterschrift gegen die Kündigung.

Birger Wellmann hatte die Minigolfanlage vor etwa zehn Jahren übernommen. "Und sie mit viel Herzblut aufgebaut und bewirtschaftet", erklärt er. Nun habe er nach einem Gespräch mit Bürgermeister Thomas Geppert die Kündigung zum Saisonende, 31. Oktober, erhalten. Das lässt er aber nicht auf sich sitzen: Mit einer Unterschriftenliste bittet er um Unterstützung. So seien bereits mehr als 150 Unterschriften zusammengekommen. Und vor allem in den sozialen Netzwerken wird derzeit emotional diskutiert.

"Wir sind fassungslos und traurig", sagen Birger und Doreen Wellmann. Das Gespräch im Rathaus habe wohl stattgefunden, weil sich Anwohner über Lärm beschwert hatte, vermutet er. Mit zweien gebe es Ärger, die anderen seien sogar häufige Gäste auf dem Platz. Tatsächlich habe es in den vergangenen zehn Jahren noch keine Anzeige wegen Ruhestörung gegeben und die Anlage schließe spätestens gegen 22 Uhr. Die Corona-Situation sei für jedes Unternehmen schwierig – jetzt noch die Kündigung zu erhalten sei "schlicht existenzraubend".

Kein Kündigungsgrund genannt

Eine klare Aussage, warum der Pachtvertrag gekündigt wurde, hätten die beiden bis heute nicht erhalten. Mit der ordentlichen Kündigung des Pachtvertrags erhielt Wellmann zudem ein Begleitschreiben, das auch der Redaktion vorliegt. Darin heißt es, er habe gegenüber Dritten "eine in der Wortwahl unflätige Ausdrucksweise auf den Bürgermeister bezogen" verwendet. Das bestreitet er. Das Gespräch sei eigentlich sachlich und ruhig verlaufen, so Wellmann. "Wir haben Angst, dass der Platz ganz wegkommt", erklärt Doreen Wellmann und spielt auf das Gerücht an, dass an dieser Stelle Parkplätze entstehen sollen. Der Minigolfplatz sei mittlerweile zu einem richtigen Treffpunkt geworden, auch für Einheimische. Überhaupt sei die Anlage weit davon entfernt, nicht angenommen zu werden, betonen sie. Vereinen und Schulklassen bieten die Wellmanns regelmäßig die Gelegenheit, kostenfrei auf dem Platz zu spielen. Geppert sei seit seiner Wahl zum Bürgermeister noch nie als Gast am Minigolfplatz gewesen und wisse darum wohl nicht, was dort jeden Tag laufe. Zudem bemängelt Wellmann, dass der Gemeinderat nicht über den Sachverhalt informiert wurde.

Bürgermeister Thomas Geppert indes veröffentlichte am Dienstag auf der städtischen Internetseite eine Klarstellung mit seiner Sicht auf die Dinge. Es werde vor allem in den sozialen Netzwerken sehr emotional über dieses Thema diskutiert, sagte er im Gespräch mit dem Schwabo. Die Kündigung des Pachtvertrags rühre aber keinesfalls aus persönlichen Befindlichkeiten her, betonte er. Die Gründe seien Wellmann im Gespräch aufgeführt worden und betreffen zum einen die Differenzen mit den Anwohnern bezüglich Lärms – insbesondere in den Abendstunden, erläuterte er. Zum anderen habe es aber immer wieder Unzuverlässigkeiten gegenüber der Stadt als Verpächter gegeben, erklärte der Bürgermeister. "Verantwortlicher Bewirtschafter ist seit jeher der Pächter und nicht der städtische Bauhof", heißt es dazu in der Klarstellung.

Konfliktpotenzial gibt es schon länger

Die Darstellung, Wellmann habe die Kündigung infolge "sachlicher Kritik" an seiner Arbeit oder Person erhalten, entspreche schlicht nicht den Tatsachen, so Geppert weiter. Schon länger bestehe in dieser Sache Konfliktpotenzial und sie sei auch immer wieder Inhalt von Gesprächen gewesen.

Es handele sich um einen jährlich kündbaren Pachtvertrag – für die Stadt falle dies unter "laufendes Geschäft" und bedürfe keines Gemeinderatsbeschlusses. "Es ist keinesfalls Willkür", betonte Geppert. Vielmehr solle ein klarer Schnitt Struktur in "die Ansammlung von Bauwerken" bringen. Die Anlage aus den 60er-Jahren sei bereits im Jahr 2014 im Rahmen der Stadtsanierung immer mal wieder Thema im Gemeinderat gewesen und sei schließlich ad acta gelegt worden.

Es sei nicht seine Absicht gewesen, die Angelegenheit "über die Presse auszutragen". Er wolle die Unruhe nun erstmal abflachen lassen, so der Bürgermeister abschließend.

Auch im kommenden Jahr werde es einen Minigolfbetrieb geben, betonte Geppert im Gespräch – um in diesem Punkt jeglicher Spekulation vorzubeugen. Allerdings werde dieser in anderem Rahmen ablaufen. "Minigolf als Familien- und Tourismusangebot wird es in Wolfach weiterhin geben", sagte er. Wellmann solle den Platz weiter bis zum Ende der Saison bewirtschaften – danach wolle die Stadt einen "Schnitt machen" und den Platz neu ordnen. Möglich sei eine Übergangslösung oder ein neuer Pächter. Weiter wollte sich der Bürgermeister zu diesem Zeitpunkt noch nicht äußern. "Aber es wird keine Parkplätze geben."

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