Kleines Auto ganz groß: Die Käferparade vor dem Wolfacher Rathaus zog die Blicke der Besucher auf sich. Foto: Jehle

Käfer rollen durch die Innenstadt. Abwechslungsreiches Programm.

Wolfach - Ob "Brezelfenster", schnittige Cadillacs oder Erwin Schmiders 1957er NSU – beim zweiten Internationalen VW-Veteranentreffen sind Oldtimer-Freunde voll auf ihre Kosten gekommen. Mit 260 Teilnehmern war die Veranstaltung ein voller Erfolg.

VW-Käfer und "Bullis" sind nicht einfach Autos – sie sind ein Lebensgefühl. Vier Tage lang konnte Wolfach und Umgebung teilhaben an der "Brezelfenster-Kultur". Höhepunkt des zweiten Internationalen VW-Veteranentreffens war das offene Treffen für Oldtimer aller Marken und Typen zum "Wolfach Classic" am Sonntag.

Bereits am Donnerstag reisten die ersten Uralt-Käfer mit der in der Mitte geteilten Heckscheibe, dem sogenannten Brezelfenster, und "Ovalis" (ovales Heckfenster), mit und ohne "Schlafaugen" (unter die Chromzierringe gesteckte Lampenschirme), an. Dabei sein und mitmachen war die Devise der rund 260 gemeldeten Teilnehmer zum Treffen. Das Organisationskomitee hatte sich mächtig ins Zeug gelegt und mit gemeinsamen Rundfahrten, Heimatabend und der SWR 3-Elchparty (wir berichten auf unserer Wolfach-Seite) ein tolles Programm zusammengestellt.

Für Tüftler und Bastler wurde am Damm ein Oldtimer-Teilemarkt durchgeführt, bei dem so gut wie alles für betagte Fahrzeuge zu erstehen war.

Auch Tüftler und Bastler kommen auf ihre Kosten

"Was nicht mehr zu organisieren ist, fertige ich selbst nach Zeichnungen an", gab Alexander Schallenberg aus Bramsche auf Nachfrage Auskunft. Der KFZ-Meister hat auch schon Zündungen für Oldtimer Baujahr 1898 gemacht. Reproduktionen werden seiner Aussage nicht gekauft. Wolfgang Pouzar war drei Tage unterwegs von Nord-Schweden nach Wolfach. Der Fachmann mit schwedisch-österreichischen Wurzeln bot an seinem Stand Karosserie-Teile für Käfer der 1960-er Jahre und älter an.

Rund zehn Stunden investierte der Engländer Jon Aaron für die Anreise in den Schwarzwald. Seine Kabelbäume für Fahrzeuge der Jahre 1946 bis 1979 fanden viel Interesse.

Waren bereits am Samstag viele Besucher zu der Fahrzeugausstellung gekommen, fanden die "Wolfach Classic" am Sonntag noch mehr Aufmerksamkeit. Der schnittige Cadillac aus Villingen neben dem VW-Käfer war ein beliebtes Fotomotiv übertroffen nur noch von dem luxuriösen Packard neben einem eleganten Mercedes Cabrio vor dem Wolfacher Rathaus.

Glück hatte, wer die Wolfacher Motorradgeländesport-Legende Erwin Schmider auf seiner NSU Baujahr 1957 ablichten konnte.

Schnittige Maschine unter Oldtimern

Er hatte sich nach eigenen Worten spontan dazu entschlossen, zur Veranstaltung zu kommen. "Ich musste erst mal gucken, ob der Kittel noch passt", scherzte der 79-Jährige, der vor dreißig Jahren das letzte Mal die Lederjacke trug. Die passte noch wie angegossen und auch die Maschine sprang an ohne Probleme. Das wunderte "Käppele" Schmider nicht, hatte er doch mit diesem Motorrad von 1958 bis 1967 zehn Jahre lang den Deutschen Meister in Folge eingefahren. Die schnittige Maschine machte sich gut zwischen den Oldtimer-Motorrädern vor dem Rathaus.

Das zweite Internationale VW-Veteranentreffen verzeichnete einen außerordentlichen Erfolg. Hochzufrieden ist das Organisationskomitee um Andreas Grabsch von "Wolfach VW Classics Schwarzwald GbR" und Gerhard Maier seitens der Stadt: 260 gemeldete Teilnehmer allein für das VW-Veteranentreffen, über 500 Besucher am Heimatabend am Freitag und über 1000 Gäste bei der SWR 3-Elchparty am Samstag. Diesen Erfolg konnte Maier nur mit Superlativen wie großartig und fantastisch beschreiben. Die Hauptarbeit lag laut dem Tourist Info Leiter bei den Vereinen und es sei unglaublich viel auf der ehrenamtlichen Schiene geleistet worden.

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