Die Halbmeiler Männerriege mit "Schuldenkönig Thomas" (Bürgermeister Geppert) und seiner Seilschaft auf Steckenpferden, die für die Ortsteile nichts übrig haben. Foto: Jehle Foto: Schwarzwälder Bote

Fasentumzug: Fröhlich und farbenfroh präsentieren sich die Narren auf den Straßen / "Schuldenkönig Thomas" regiert durch

"Total Royal", wahrhaft königlich, konnten sich die Narren fühlen, die am Samstag den Motto-Zug in Halbmeil besuchten. Eintrittsabzeichen war nämlich eine goldene Pappkrone, die dann auch so manches Zuschauerhaupt zierte.

Wolfach-Halbmeil . Auch einige der Wolfacher Trommler, die die Kaffeetanten begleiteten, schmückten sich mit dem majestätischen Wahrzeichen. Über eine Stunde lang zogen 14 Gastzünfte, sechs Motto-Gruppen und vier Guggen­musiken mit den Halbmeiler Pechbrenner Hexen und den Rindenhansel durch das Dorf.

Traditionell sorgte der "Narrenpolizist" allen voran dafür, dass die Zuschauermenge auf Linie blieb. Ihm folgten Gotte Andrea und Gette Hubert, die diesjährigen Paten der Narrenkinder Giseltraud und Glaubrecht zu den schmissigen Klängen der Narrenkapelle.

Groß und Klein erfreuten sich an dem wunderbar farbenprächtigen Bild der vorbeiziehenden Zünfte, die das Publikum mit Süßigkeiten verwöhnte und auch allerhand Schabernack trieb. Vor allem die Zuschauer, die dicht am Straßenrand standen, wurden von den über­mütigen Hästrägern ordentlich durchgezaust und in Konfetti gebadet.

In schwarzen Anzügen und mit 200-Euro-Scheinen an den Zylindern nahm die Halbmeiler Männerriege als "Schuldenkönig Thomas" (Bürgermeister Geppert) und dessen "Seilschaft im Ratsgefolge" teil. Jeder der Ratsherrn galoppierte auf einem Steckenpferd, nahm dabei kein Blatt vor den Mund, sondern verdeutlichte mit einem Schild auf dem Rücken seine persönlichen Vorlieben in Sachen Stadtentwicklung – zum Beispiel: "Die Schloßhalle zuerst, das Wichtige zuletzt"; "Zuschussdroge verführt zum Schuldenmachen" oder auch "Mein Steckenpferd ist Wolfach-Mitte und nicht die Ortsteile".

Eher wird die Monarchie eingeführt als Glasfaser

Die Ippicher Gruppe beklagte die schlechte Internetverbindung im Seitental und forderte die Wiedereinführung der Monarchie, denn "Glasfaser kriege mer nie". Eine kuriose "Wein-Königin" präsentierte "Klein Erna": Ihr wurde zwischen ihren Weinkrämpfen nämlich immer wieder der rote Teppich ausgelegt.

Die Motto-Gruppe des TuS Kinzigtal blieb bei ihrem Auftritt auch gegenüber "millionenschweren Angeboten" standhaft und schnappte sich jeden "Königstransfer". Ebenfalls blaublütig ging es bei den Kleintierzüchtern zu, die den "Bierkönig Biesle" in Szene setzten.

Nach dem Umzug herrschte buntes Treiben im Narrendorf und in den Halbmeiler Lokalen, bis wenige Stunden später der Preismaskenball in die Pausenhalle rief.

Das mit viel Liebe zum Detail vom Stapel gelassene Kreuzfahrtschiff "Queen Mary 2" schipperte majestätisch durch das Dorf. Wegen des bevorstehenden "Brexit" musste die englische Monarchin allerdings "per pedes" anreisen und tat dies auf die gewohnte "feine englische Art".

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