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Wolfach "Gemeindearbeit im ländlichen Raum"

Von
Gemeindepraktikant Fabio Ringwald mit seinem Mentor Stefan Voß. Foto: Spitzmüller

Wolfach/Kirnbach - Seit Anfang März ist der Theologiestudent Fabio Ringwald Gemeindepraktikant beim evangelischen Pfarrer Stefan Voß. Dabei lernt er den ganz normalen Alltag in einer Gemeinde und als Seelsorger in der Praxis kennen.

Schul- und Konfirmandenunterricht, Kirchenrats- und Pfarrkonventssitzungen, Trauergespräche und Hausbesuche: Fabio Ringwald hat nach der Hälfte seiner Praktikumszeit schon fast alles miterlebt in den evangelischen Kirchengemeinden Kirnbach und Wolfach. Ringwald studiert in Heidelberg evangelische Theologie im fünften Semester.

Nach dem Praktikum geht’s für den 22-Jährigen nochmal für ein Semester zurück nach Heidelberg, dann zum Studium nach Italien und in den Osten Deutschlands. Das große Ziel der langen Reise ist dann aber wieder die Heimat: Zum Examen spätestens will Ringwald zurück nach Heidelberg. Und danach als Gemeindepfarrer in der badischen Landeskirche arbeiten.

Ringwald studiert Theologie aus Überzeugung. "Es mag zwar abgedroschen klingen, aber ich habe eine Berufung dafür", erklärt er. Seine Familie ist nicht superreligiös, die Großmutter bringt ihm das Abendgebet bei, sonntags geht man öfter mal zum Gottesdienst, das war’s auch schon. Und einen Onkel gibt es noch, der ist Pfarrer. "Aber in der direkten Linie bin ich der erste", lacht er. Seit der siebten Klasse wächst in ihm der Wunsch, Pfarrer zu werden: "Ich will mit Menschen arbeiten, ihnen in ihrem Alltag helfen, Halt bieten."

In seiner Kirchengemeinde in Karlsruhe fand er solch einen Halt, ein Zuhause. Der Pfarrer prägt ihn, "das hat einfach gepasst", meint Ringwald. Er besucht den Jugendkreis, engagiert sich später selbst als Gruppenleiter, bringt Jüngeren was bei. Mit 16 reift in ihm ein inneres Ja zum Pfarrer werden. Er will Menschen zum Nachdenken bringen, fragen, wie’s ihnen geht mit dem was sie tun. Und einen Anstoß geben zum Glauben: "Der Glaube kann dir Kraft geben, du kannst dein Glück darin finden."

Im Studium lernt er vor allem Theoretisches. Beim Praktikum in Wolfach und Kirnbach merkt Fabio, dass dies auch wichtig ist: "Die Leute sind interessiert und stellen Fragen, man sollte also schon Bescheid wissen." Die breiten Grundlagen, die ihm im Studium oft langwierig und zu theoretisch erscheinen, kommen ihm zunutze. "Aber man muss den Ton richtig treffen und nicht ›theologisieren‹, wozu ich leider manchmal neige", weiß Ringwald.

Er hat noch Zeit, bis er selbst in der Verantwortung ist: In etwa fünf Jahren hat Fabio seinen Abschluss. Dann geht es nochmal für zwei Jahre ins Vikariat, bis er endgültig zum Gemeindepfarrer ausgebildet ist.

Ringwald hat sich bewusst dafür entschieden, sein Praktikum in Wolfach und Kirnbach zu machen: "Ich wollte sehen, wie die Gemeindearbeit im ländlichen Raum aussieht." Und er hat seine Entscheidung nicht bereut: "Ich wurde überall sehr herzlich aufgenommen."

Er ist begeistert, wie Traditionelles mit Modernem verbunden wird. Zum Beispiel bei der Konfirmation in Kirnbach, wo eine Band moderne Kirchenlieder spielte, die Konfirmandinnen aber in der traditionellen Tracht mit Bollenhut kamen. Auch die gut funktionierende Ökumene findet er bemerkenswert: "Hier arbeitet die Basis gut zusammen. Das habe ich so noch nie erlebt."

Noch bis Ostern ist Ringwald mit Pfarrer Voß in Kirnbach und Wolfach unterwegs. Danach wird er spätestens am 24. April zur Konfirmation der Wolfacher zu Besuch kommen. "Das hab’ ich meinen Konfirmanden versprochen."

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