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Wolfach Gelungene Mischung aus Alt und Neu

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Hardy Happle beim Einschlägen der Nägel für das "Namensschild" des Sumhof-Speichers Foto: Dorn Foto: Schwarzwälder Bote

Der Sumhofspeicher von 1799 ist nach rund 100 Jahren ein zweites Mal umgezogen. Zusammen mit zahlreichen Gästen ist das Speicherhaus nun seiner neuen Bestimmung als Raum für Gesellschaften, Tagungen und Ausstellungen übergeben worden.

Wolfach-Kirnbach. Mit der erfolgreichen Translozierung des 220 Jahre alten Sumhof-Speichers vom Rotsal auf das Gelände des Liefersberger Hofs hat Architekt Hardy Happle einen weiteren wichtigen Meilenstein in der Arbeit des Vereins Kultur-Landschaft-Schwarzwald gefeiert. Zahlreiche Gäste aus der Architektur-, Denkmalschutz- und Kulturszene nutzten die Gelegenheit, den Speicher mit seiner gelungenen Mischung aus erhaltener Bausubstanz und behutsam ergänzten neuen Elementen zu besichtigen.

"Wenn man die richtigen Bauverantwortlichen hat und diese die Ermessensspielräume des Baurechts bis in die letzte Ecke kennen, dann ist so etwas möglich", lobte Happle sein Team, das zur Ausführung auf die Handwerker zurückgriff, die den Liefersberger Hof schon 2007 zu einem wahren Kleinod werden ließen.

Happle erinnerte an die "Lebensgeschichte" des Speichers an seiner alter Stätte. Beim Abbau im Sommer 2018 wurde bis ins Detail bemaßt, beschriftet und kartiert. Alle Balken und Hölzer stammen aus dem Jahr 1796. Anhand "falscher" Zapfenlöcher wurde festgestellt, dass der Speicher um das Jahr 1900 schon einmal versetzt worden war.

Nach Wissenschaftlern kommen Handwerker

Nach den Wissenschaftlern kamen die Handwerker ins Spiel. Am Ende passten alle Bauteile wieder perfekt ineinander und die im Original-Zustand erhaltenen Kornkästen konnten eingepasst werden. Für die Dacheindeckung gestattete die Denkmalpflege den Einbau von Fotovoltaik-Elementen. Damit ist der Speicher für seine zukünftige Nutzung als Seminarhaus zumindest bei Sonnenschein energieautark.

Am Einweihungsabend regnete es allerdings in Strömen und dieser Umstand lenkte die Aufmerksamkeit des Bauherrn auf so manches Problem in der Niederschlagswasser-Ableitung rund um den Speicher. Im Rahmenprogramm der Einweihung musizierten Frederic Belli an der Posaune und Nicholas Reed am Schlagwerk. Mit allerlei Klanginstallationen vergangener Epochen brachte Reed die Arbeitsgeräusche der früheren Speicher-Nutzer zurück ins 21. Jahrhundert.

Der Geschäftsführer des Naturparks Südschwarzwald, Roland Schöttle, stellte das Konzept für den noch zu gründenden Verein "bauWerk Schwarzwald" vor, dessen Leitidee es ist, die schwarzwaldspezifische Bau- und Handwerkskultur zu fördern. Der neue alte Sumhof-Speicher böte hier bestes Anschauungsmaterial als "good practice" für kommende Projekte.

Professorin Kerstin Gothe vom KIT, im Kirnbachtal seit der "Sommeruni" 2016 bestens bekannt, warb für die ebenfalls sich noch in der Gründungsphase befindliche Stiftung "Ferien im Baudenkmal". Ziel dieser ist es, leerstehende Schwarzwaldhöfe oder Nebengebäude wie Speicher und Mühlen aus ihrem Dornröschenschlaf zu wecken, die Bausubstanz zu retten und als Urlaubsunterkünfte für die zahlungskräftige Zielgruppe derer zu aktivieren, die einen Schwarzwaldurlaub wie vor 100 Jahren verbringen möchten.

Bei prasselndem Dauerregen zündete diese Idee sichtbar nicht bei allen der etwa 60 Premierengäste. Nach fast zwei Stunden auf der zugigen Tenne kehrten dann die Lebensgeister bei einer warmen Gulasch- oder Kartoffelsuppe schnell zurück und es wurde noch angeregt über die Perspektiven für die Renovierung alter Schwarzwaldhöfe diskutiert.

Der Begriff Translozierung wird hauptsächlich von der Denkmalpflege und im Bereich von Freilichtmuseen verwendet. Von Translozierung wird gesprochen, wenn ein Gebäude an seinem ursprünglichen Standort abgebaut und an einen anderen Ort gebracht wird, um dort wieder aufgebaut zu werden. Dabei wird das Gebäude dokumentiert, abgebaut und anschließend möglichst originalgetreu an anderer Stelle wiederaufgebaut.

Ihre Redaktion vor Ort Wolfach

Katharina Beule

Fax: 07832 9752-15

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