Auf dem Wolfacher Friedhof sind vor allem die Urnengräber und die Baumgräber gefragt. Foto: Dorn

Ruhestätte: Steinkreuz muss restauriert werden / 36 neue Plätze entstehen

Wolfach - Auf dem Wolfacher Friedhof sind vor allem die Urnenbestattung und die Baumgräber nachgefragt. Deshalb schafft die Stadt nun 36 weitere Plätze für die Bestattung im Erdreich unter einem Baum.

Die Stadt Wolfach hat die Pflicht, eine gewisse Anzahl an Erdbestattungsplätzen auf dem Friedhof bereit zu halten, muss aber auch die Friedhofslandschaft möglichst "ansprechend" und "parkähnlich" gestalten. Deshalb haben sich die Mitglieder des Technischen Ausschusses nun über die mittel- und langfristige Zukunft des Wolfacher Friedhofs beraten.

In Wolfach entfallen rund 70 Prozent aller Bestattungen auf die Urnenbestattung. Trotz dieser seit Jahren andauernden Entwicklung müssten auch ausreichend Kapazitäten für Erdbestattungen vorgehalten werden, stellte Christel Ohnemus die Planzahlen vor.

Auf dem "alten" Friedhof war vor ungefähr 15 Jahren ein Feld mit "Grabkammern" angelegt worden, in diesem seien noch einige wenige Plätze frei. Zusätzliche Kapazitäten für Erdbestattungen sollen vordringlich ebenfalls auf dem "alten" Friedhof geschaffen werden, sofern die geplanten Probebohrungen erfolgreich seien.

Übrige Flächen sollen ansprechende Parklandschaft werden

Im am weitesten von der Wolf entfernten Teil des Friedhofs könnten die technischen Bedingungen hierfür am ehesten erfüllt sein, so die Hoffnung der Stadtverwaltung, auf die teure Variante der "Grabkammern" verzichten zu können.

Die übrigen Flächen des alten Friedhofs sollen nach und nach in eine ansprechende Parklandschaft verwandelt werden.

Konkreter Handlungsbedarf besteht beim Steinkreuz am Ende des alten zentralen Friedhofsweges von der Kirche bis zur Wolf: Das Kleindenkmal aus dem Jahr 1699 weist deutliche Schäden auf und muss zeitnah restauriert werden.

Auf dem "neuen" Friedhof investiert die Stadt weiter in die alternative Bestattungsform Baumgrab. Vor einigen Jahren hatte die Stadt Baumgräber auf durch Ablauf der Liegezeit (siehe Info) freigewordenen Flächen eingerichtet. Diese sollten als Kompromiss zwischen klassischen Urnengräbern und der Bestattung in einem Friedwald dienen und waren in den vergangenen Jahren stark nachgefragt worden.

Stählerne Patronen werden zu zweit platziert

Um den Platz besser nutzen zu können, werden im Herbst um einen noch zu pflanzenden Baum 18 stählerne Erdröhren in einem inneren und äußeren Ring im Erdreich verbaut. In diesen Röhren können die Urnen in stählernen "Patronen" in Doppelbelegung übereinander ohne weitere Erdarbeiten versenkt werden. Der Röhrenschacht wird dann mit einem Granit-Schmuckdeckel von 30 Zentimetern Durchmesser verschlossen, der wie ein Grabstein graviert werden kann.

Die Erdröhren können ausschließlich als Doppelgrab schon zu Lebzeiten gekauft oder reserviert werden. In diesem Bereich des Friedhofs wurden Flächen für zwei weitere Erdröhren-Bäume vorgesehen. Für den ersten Baum wurden die Erdröhren bei einem Anbieter aus Villingen zu einem Angebotspreis von 10 700 Euro bestellt, im Haushalt waren hierfür bereits 10 000 Euro eingestellt worden.

Neben der Ausweisung weiterer Flächen stehen Arbeiten an den Friedhofswegen an. Hier sei die Gemeinde wegen der Verkehrssicherungspflicht gefordert, gab Bürgermeister Thomas Geppert zu Protokoll.

Auf den Friedhöfen in Kirnbach und St. Roman bestünde laut Stadtverwaltung hinsichtlich Urnen- oder Erdbestattungs-Flächen kein vordringlicher Bedarf. Pfarrer Stefan Voss hatte zuvor die Einrichtung eines Baumgrabes auf dem Kirnbacher Friedhof angeregt. Der Kirnbacher Friedhof sei von Familiengräbern geprägt – wer ein Baumgrab wolle, für den sei aktuell der Wolfacher Friedhof die letzte Ruhestätte.

In der Regel beträgt die Liegezeit im Grab bei einem Erdlgrab 20 bis 30 Jahre. Für verstorbene Kinder und Säuglinge gelten andere Regelungen, üblich ist eine Zeit von zehn bis 20 Jahren. Bei der Bestattung einer Urne sind meist zehn bis 25 Jahre auf dem Friedhof gesetzlich festgelegt.