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Wolfach "Es kommt nicht nur auf Technik an"

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Fiona Dorn legte kürzlich das Jugendmusiker-Leistungsabzeichen in Gold ab. Foto: Dorn Foto: Schwarzwälder Bote

Wolfach-Kirnbach. An der Akademie des Bundes der deutschen Blasmusikverbände in Staufen haben in den Herbstferien wieder viele Jugendliche das Jugendmusiker-Leistungsabzeichen abgelegt. Am Gold-Lehrgang hat auch Fiona Dorn aus Kirnbach teilgenommen – und es war der erste Jahrgang unter Corona-Bedingungen. Im Interview berichtet sie über diese besondere Woche.

Frau Dorn, Sie haben vor Kurzem das Jugendmusiker-Leistungsabzeichen in Gold abgelegt – wie kann man sich das unter Corona-Bedingungen vorstellen?

Nun, ich habe ja keinen Vergleich, wie es normalerweise abläuft. Aber prinzipiell kann man es sich so ähnlich wie in der Schule vorstellen, vielleicht sogar ein wenig geordneter. Während der Kurse hat jeder seinen eigenen Platz, genauso wie im Speisesaal, so dass zwei Meter Abstand immer gewährleistet sind. Auf den Gängen und zwischen den Gebäuden galt selbstverständlich die Maskenpflicht und im Einzelunterricht oder bei den Proben mit dem Pianisten hatte man auch immer genügend Abstand. Jeder hat sich an die Regeln gehalten, man hat gemerkt: wir waren alle dankbar, dass diese Woche in Staufen nicht wie vieles andere coronabedingt abgesagt werden musste. Dadurch hat der Aufenthalt trotz Regelungen funktioniert.

Warum wollten Sie das Abzeichen ablegen?

Ich wollte das Gold-Abzeichen ablegen, um mich musikalisch weiterzubilden und ich hatte einfach Lust darauf, eine Woche mit anderen Jugendlichen zu verbringen, die so ähnlich ticken wie ich. Außerdem hat es sich gerade angeboten, ich wollte das Abzeichen noch vor dem Abi machen und meine Stücke im Flötenunterricht haben auch gepasst.

Eigentlich treffen beim Lehrgang junge Musiker aus der Region aufeinander – hat der Austausch gefehlt?

Von der Flötenlehrerin vor Ort habe ich gehört, dass die Gold-Woche im Vergleich zu den anderen Jahren anders war. Würde man sonst abends noch zusammen in den Zimmern sitzen, um den Abend gemeinsam ausklingen zu lassen, saß man jetzt, zu fünft in der Lobby mit zwei Metern Abstand, danach ging jeder auf sein eigenes Zimmer, denn im Gegensatz zu den vorherigen Jahren hatte dieses Mal jeder ein Einzelzimmer. Das hat wahrscheinlich auch ein wenig das Gemeinschaftsgefühl gestört. Man war von Anfang an auf sich alleine gestellt. Trotzdem gab es einen Austausch und tolle Begegnungen.

Wie haben Sie sich vorbereitet?

Tatsächlich war das bei mir anders als bei anderen, der ganze Anmeldeprozess war sehr spontan. Ende Juni habe ich kurzerhand beschlossen mich online beim Goldkurs anzumelden – ohne großen Plan, welche Stücke ich spiele oder was ich für die Theorie können muss. Im August habe ich dann mit meiner Querflötenlehrerin Kathrin Krichel drei Stücke rausgesucht, die ich spielen könnte und so nahm das ganze dann seinen Lauf. Normalerweise meldet man sich bereits im Frühjahr an, deshalb stand ich auch erst noch lange auf der Warteliste. Umso überraschender kam dann die Zusage. Im Sommer habe ich dann sehr viel geübt und mir Anfang September auch das Theoriebuch zum Goldkurs gekauft. Das kam zuhause aber kaum zum Einsatz, da ich ehrlich gesagt nicht die Zeit gefunden habe, außerdem war mir klar, dass wir die Theorie in Staufen lernen würden und auch die Gehörbildung nochmal trainieren würden.

Wie lief die Prüfung ab?

Die verschiedenen Prüfungen fanden über drei Tage verteilt statt. Am Sonntagmorgen reisten wir alle an, am Dienstag fand der erste Teil der praktischen Prüfung statt: Das Blatt-Spiel und die Tonleiter-Prüfung. Am Mittwochabend schrieben wir die Theorie- und Gehörbildungsprüfung, für Donnerstag waren dann die verschiedenen Vorspiele geplant. Die Querflöten und Saxofone waren die ersten, mein Vorspiel war schon um zehn Uhr morgens. Ich ging einfach in den Prüfungsraum und gemeinsam mit meinem Korrepetitor trug ich den drei Prüfern zwei meiner Stücke vor. Am Donnerstagabend wurde allen ihr Ergebnis mitgeteilt und ihr Goldabzeichen verliehen, denn dieses Mal hat jeder Teilnehmer des Kurses ohne Probleme bestanden.

Was haben Sie als Nächstes vor?

Diesen Winter bereite ich mich wieder für den Wettbewerb "Jugend Musiziert" im Januar vor. Dabei wird mich wieder Finn Wernet am Klavier begleiten, mit dem ich schon in der Vergangenheit einige Projekte gemacht habe. Darauf freue ich mich.

Hat der Lehrgang Ihren Blick auf die Musik verändert?

Ja, auf jeden Fall. Der Unterricht bei Michael Stecher war sehr inspirierend und keinesfalls nur trockene Musiktheorie. Er hat uns gezeigt, dass es nicht nur darauf ankommt, immer eine perfekte Technik zu haben, sondern dass die Aussage hinter der Musik im Fokus steht. Das hat mir unter anderem auch enorm den Druck vor der praktischen Prüfung genommen.

Und welche Stücke haben Sie gespielt?

Meine Prüfungsstücke waren die Sonate für Flöte und Klavier von Francis Poulenc sowie die g-moll Sonate von Johann Sebastian Bach. Fragen: Katharina Beule

Die 16-jährige Fiona Dorn spielt seit dem sechsten Lebensjahr Querflöte. Unterricht nimmt sie bei Kathrin Krichel von der Wolfacher Musikschule. Sie ist Bundespreisträgerin von "Jugend musiziert" und aktive Musikerin im Musikverein Kirnbach. Fiona besucht die elfte Klasse des Robert-Gerwig-Gymnasiums.

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