Christian Hübner mit Drohne und Ulrike Wischnewski am Bodenradargerät haben im Auftrag der Denkmalpflege und der Stadt Wolfach den Schlosshof untersucht. Die Ergebnisse liegen nun in einem schriftlichen Bericht vor. Foto: Jehle

Im Wolfacher Schlosshof gibt es laut der Denkmalpflege Reste des Vorgängerschlosses und einer Turmhügelburg.

Wolfach - Die geophysikalischen Untersuchungen des Schlosshofs haben nach dem Bericht der Freiburger Denkmalpflege Klarheit über die Strukturen im Untergrund gebracht. Unter anderem wurden Reste der Vorgängerbaus des Schlosses und einer hochmittelalterlichen Turmhügelburg lokalisiert.

Im Juni hatte das Fachbüro Hübner mit einer Drohne und einem Bodenradargerät den bisher als Parkplatz genutzten Schlosshof geophysikalisch untersucht. Nach dem Bericht von Bertram Jenisch sei die Schlossanlage bereits seit 1935 als "Denkmal von besonderer Bedeutung" in das Denkmalbuch eingetragen und genieße seit 1973 gesetzlichen Denkmalschutz.

Schon 2008 sind von ehrenamtlichen Helfern bei Arbeiten im Bereich des Heimatmuseums Baubefunde freigelegt worden – unter anderem im "Kleinen Saal" ein Fundamentvorsprung an der nördlichen Wand und ein Ofenfundamentblock in der nordöstlichen Ecke sowie im "Großen Saal" unter dem Holzboden zwei flachgründige Mauerreste einer ehemaligen Trennmauer. "Diese Befunde machten klar, dass bei weiteren Bodeneingriffen in dem Areal bereits knapp unter der Oberfläche mit archäologischen Resten zu rechnen ist", folgert das Amt für Denkmalpflege. Die Untersuchungen vom Juni hätten nun ergeben, dass im Untergrund "deutliche Anomalien" als Strukturen erkennbar seien. Zahlreiche lineare Strukturen seien als Leistungsgräben anzusprechen, aber es seien auch ältere Baureste deutlich geworden.

In einer Tiefe von einem Meter zeichneten sich die Fundamentreste von zwei langgestrecken Baukörpern von 25 beziehungsweise 18 Metern ab, die parallel zur heutigen Bebauung liegen. Dabei handelt es sich nach der fachlichen Einordnung des Denkmalschutzes vermutlich um den erwähnten Vorgängerbau des Schlosses aus dem Spätmittelalter.

"Noch spannender sind jedoch zwei konzentrische Strukturen in der Südwestecke des Hofs". Unmittelbar in der Ecke der Stadtmauer seien hier in einer Tiefe von 1,5 Metern die Reste einer hochmittelalterlichen Turmhügelburg aus dem 12. und 13. Jahrhundert zu vermuten. "Sowohl die Größe mit einem Durchmesser von etwa 15 Metern als auch die Lage wäre für eine Stadtburg zur Gründungszeit um 1200 typisch." Nun sollen die Gestaltungs- und Tiefbauplanungen eng mit der Denkmalpflege abgestimmt werden, damit die archäologischen Befunde erhalten bleiben.