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Wolfach Drei Gemeinden müssen runterfahren

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Ausgehend von Wolfach hat das Gesundheitsamt 23 Corona-Infektionen ermittelt, zwei Nachbarkommunen sind ebenfalls betroffen. Nun werden die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie verschärft. Foto: Beule Foto: Schwarzwälder Bote

23 Corona-Infektionen hat Gesundheitsamt ausgehend von Wolfach mit Kontakten zu Oberwolfach und Hausach ermittelt. Die betroffenen Gemeinden reagieren nun und verschärfen die Corona-Maßnahmen.

Hausach/Wolfach/Oberwolfach. Auch wenn der Ursprung der Infektionskette laut einer Pressemitteilung der drei Gemeinden nicht zweifelsfrei ermittelt werden konnte, wird nun versucht, sie zu unterbrechen. Dazu werden unter anderem der Probe- und Trainingsbetrieb von Vereinen untersagt sowie die Hygiene-Maßnahmen in Gastronomie und Handel vermehrt kontrolliert. Die Betroffenen reagieren größtenteils mit Verständnis, sind aber enttäuscht. Das Forum Hausach sieht sich auf dem aktuellen Stand: "Der Einzelhandel hat bereits entsprechende Vorkehrungen getroffen. Wir sind auf dem aktuellen Stand, was die Hygieneverordnungen betrifft", sagt Martin Bruder als Vorsitzender des Forums Hausach. Einer Kontrolle sieht er dementsprechend gelassen entgegen. Hausachs Bürgermeister bleibt optimistisch: "Die momentane Situation mit diesen vorherrschenden Fallzahlen ist in Hausach noch nicht besorgniserregend. Die getroffenen Maßnahmen und Empfehlungen dienen einzig und allein der Eindämmung der momentanen Ausbreitung", erklärt Wolfgang Hermann. Er weist aber auch drauf hin, dass bei einer weiteren Zunahme der Infektionen weitere Maßnahmen nicht ausgeschlossen sind. Ein ortsgebundener Lockdown wäre aber "das allerletzte Mittel".

Die Hausacher Stadtkapelle ist nicht überrascht: Reinhard Meyer, der Geschäftsführer der Stadt- und Feuerwehrkapelle Hausach, ist nicht überrascht. "Wir wussten alle, dass das passieren kann", sagt er auf Anfrage des Schwabo. Zwar sind die Maßnahmen nur bis zum 6. Oktober geplant, aber dennoch macht sich Meyer Sorgen, ob ein für den 7. November geplantes Konzert stattfinden kann. Und er verhehlt auch nicht: "Natürlich sind wir enttäuscht. Jeder hat gehofft, dass es nicht so weit kommen kann. Aber das ist eben höhere Gewalt." Der SV Hausach steht hinter den Maßnahmen: "Begeistert sind wir natürlich nicht", gibt Oliver Kurz als Vorstandsvorsitzender des SV Hausach zu. Dass der Trainings- und Spielbetrieb vorerst wieder eingestellt werden muss, ging wie ein Lauffeuer durch die sozialen Medien und die Whatsapp-Gruppen des SV, berichtet er. "Wir waren froh, dass es wieder weiter geht. Das bringt alles erneut durcheinander", sagt Kurz. Neben der geplanten Jugendversammlung am 2. Oktober fallen mehrere Spiele den Maßnahmen zum Opfer. Auch, ob die Hauptversammlung des SV am 9. Oktober stattfinden kann, ist noch unsicher. "Wir rechnen erst einmal nicht damit", so Kurz.   Der FC Wolfach sagt Hauptversammlung ab: Eigentlich hätte der FC Wolfach seine schon einmal verschobene Hauptversammlung am Freitagabend abgehalten. Diese fällt nun flach, wie Vorsitzender Peter Buchholz berichtet. "Ich weiß nicht, wie mir geschieht", sagt er im Gespräch – denn gerade sei er dabei, möglichst viele Mitglieder wegen der Absage zu erreichen. Eine Einstellung des Betriebs habe er "schon kommen sehen", meint er. "Aber die Gesundheit geht vor, da muss der Sport hintenan stehen."­ Der Gewerbeverein Oberwolfach nutzt andere Medien: Vorsitzender Jürgen Nowak nimmt die Situation verhältnismäßig locker. Wenn die geplante Hauptversammlung ausfalle, sei es eben so, meint er. Die Vorstandsarbeit funktioniere auch auf anderen Wegen meint er und verweist dabei auch auf sein Amt als VdK-Vorsitzender. Dort war ein kleineres Treffen geplant, das ebenfalls ausfällt. "Die Maßnahmen sind notwendig", zeigt er Verständnis. Oberwolfachs Bürgermeister appelliert an die Vernunft: "Ich kann nur alle Bürger – auch in den nicht betroffenen Nachbarorten – darum bitten, in der nächsten Zeit auf private Feiern und Ähnliches zu verzichten", macht er deutlich. Insgesamt ist er aber optimistisch. Die drei betroffenen Gemeinden hätten sich auf einen gemeinsamen Weg geeinigt. Da Oberwolfach eng mit Bad Rippoldsau-Schapbach vernetzt ist, wurde die Gemeinde ebenfalls informiert. Wolfachs Bürgermeister hofft auf Selbstverantwortung: "Wir beobachten die Entwicklung seit etwa zehn Tagen", erklärt Thomas Geppert am Donnerstagabend im Gespräch mit unserer Zeitung. In einer Videokonferenz hätten sich die drei Gemeinden und das Gesundheitsamt auf das Maßnahmenbündel (siehe Ortenaukreis-Seite) verständigt. "Ob das reicht, haben jetzt zu großen Teilen die Bürger in der Hand."   Der Gewerbeverein Wolfach fordert Umsicht: "Betreffend der Gastronomie und dem Einzelhandel ist auf die bereits bestehenden Regelungen zu achten", informiert Geschäftsführer Reinhold Waidele. "Ich appelliere an die gegenseitige Rücksichtnahme. Wir alle wollen keinen zweiten Lockdown provozieren." Der SV Oberwolfach erlebt einen Dämpfer: Gerade erst sei die selbst auferlegte Pause aufgrund von Corona-Verdachtsfällen im Team abgelaufen, so SVO-Vorsitzender Dietmar Baur. "Das ist natürlich ein Dämpfer."­ In den kommenden zwei Wochen hätten viele Termine angestanden – er blickt mit Sorge auf die Frage, wie diese nachgeholt werden sollen. "Aber natürlich tragen wir die Entscheidung mit, die Gesundheit geht einfach vor", macht er deutlich.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt den Ausschlag für weitere Maßnahmen. Sie zeigt die Infektionszahlen innerhalb der vergangenen sieben Tage an, hochgerechnet auf 100 000 Einwohner. Auch in Haslach ist diese Zahl mit 27,9 recht hoch. Bürgermeister Philipp Saar berichtet im Gespräch mit dem Schwabo, die Stadt beobachte die Situation. Er sei gewillt, die Maßnahmen wieder zu verschärfen, sollte die Lage sich verschlechtern. Der HGH müsse die Lage neu bewerten, hieß es seitens des Geschäftsführers Martin Schwendemann.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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