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Wolfach Die "junge, aufstrebende Kunst" im Museum

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Die Vernissage hatte am Sonntag wieder zahlreiche Besucher und namhafte Künstler ins "Museum Schlössle Wolfach" bei Kunst, Häppchen und Musik gelockt. Foto: Schrader

Zu einem beachtenswerten Treffpunkt der überregionalen Kunstszene hat sich das "Museum Schlössle Wolfach" von Kunstsammler und Kurator Helge Gerken entwickelt. Auch die Vernissage am Sonntag hat wieder zahlreiche Besucher und namhafte Künstler angelockt.

Wolfach . Bei Sekt und kleinen Häppchen gaben sich die Gäste ganz dem Augen- und Ohrenschmaus der aktuellen Ausstellung "Vier Positionen deutscher Zeichner" hin, der ihnen hier auf höchstem Niveau präsentiert wurde.

Mit großer Sensibilität und Ausdruckskraft ging Helmut Neerfeld, der einst Lehrerkollege von Gerken am Gymnasium Hausach war, mit seinem Akkordeonspiel, über Tangorhythmen improvisierend, auf die gezeigten Werke ein. Sie stammen von Johanna K. Becher, Helga Gerken-Grieshaber, Kinki Texas und Michael Wutz.

Stimmengeflecht

Als Meditationen über die Auflösung der Form, der Struktur, der nur noch ein leeres Blatt folgen könnte, spannten sich die melancholischen Linien zu einem raumgreifenden Stimmennetz als Reflexion auf das Liniengeflecht der umgebenden Zeichnungen.

Helge Gerken umriss mit kurzen, fachkundigen Worten den Werdegang und die Anliegen der ausstellenden Künstler. Mit den Werken des von ihm entdeckten Wutz und Becher demonstrierte er einmal mehr seine besondere Vorliebe für junge, aufstrebende Künstler.

Von Becher sind Zeichnungen und in Polyester gegossene Skulpturen zum Themenkreis "Paradiesgärtlein" zu sehen, einer ins 15. Jahrhundert zurückgehenden Idee eines Garten Eden. Mit ihrer sehr detaillierten Bildsprache verdeutlicht sie das Spannungsfeld zwischen Mensch und Natur, das Streben nach einer idealisierten Lebensweise.

Die Werke von Wutz mit ihren am Abgrund balancierenden Gestalten, doch eben gerade noch nicht ins Nichts stürzend, durchaus mit autobiografischem Hintergrund gemeint, weisen nicht zuletzt auch auf das große Thema der Apokalypse hin, mit der sich der Künstler schon mehrfach auseinandersetzte.

Präsident ist Thema

Texas gehört inzwischen schon zu den renommierten Künstlern, der mit seinem zum Teil recht skurrilen Figurenkabinett immer wieder überraschend frisch und ungestüm wirkt, stets mit einem Schuss Witz und Ironie. So mag manch ein Betrachter in dem 2016 entstandenen "All American Chief" eine Anspielung auf den Ausgang einer viel diskutierten Präsidentenwahl erkennen. Auch ehemaligen Staatenlenkern und militärischen Führern verleiht Texas durchaus neue Facetten.

Mit Temperament

Schließlich sprach Gerken auch noch über eine "charmante, temperamentvolle Künstlerin": seine Frau Helga Gerken-Grieshaber. Sie stellt mit ihren kraftvollen Acrylfarben- und Kreidewerken immer wieder ihr virtuoses Können unter Beweis. Darüber hinaus führt sie, wie es Professor Hans Gercke, langjähriger Vorsitzender des Heidelberger Kunstvereins, einmal schriftlich formulierte, zum "Wesen der Dinge" hin und weckt Verständnis für "Geist und Gefühl".

INFO

Da kommt die Kunst her

Das von Kunsthistoriker Helge Gerken gegründete "Museum Schlössle Wolfach" präsentiert in wechselnden Ausstellungen zweimal im Jahr Werke. Sie stammen aus Gerkens umfangreicher privater Kunstsammlung, die er in den vergangenen 20 Jahren nach und nach erworben hat. Beim Kauf der Objekte liegt ihm besonders die Förderung junger Künstler am Herzen. Die genre- und länderübergreifende Sammlung umfasst vor allem Arbeiten der aktuellen Gegenwartskunst. Sie ist geprägt von Malerei, Skulptur, kinetischer Kunst, Fotografie, Zeichnung und Grafik bis hin zum Film. Im Skulpturengarten des Museums sind unter anderem die künstlerischen Arbeiten von Ruud Kuijer, Werner Pokorny, Voré, Peter Wackernagel, Helga Gerken-Grieshaber und Johanna K. Becker zu sehen.

 

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