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Wolfach "Die faire Milch" für einen fairen Preis

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Stefan Lehmann und Florian Birk präsentieren "Die faire Milch". Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Arwen Möller

Wolfach. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) macht seit Jahren mit Aktionen auf das unrentable Milchpreisniveau aufmerksam. Nun versucht der BDM mit einem eigenen Produkt dem Abwärtstrend entgegenzuwirken. Gestern wurde "Die faire Milch" in Wolfach vorgestellt.

"100 % fair – 100 % Zukunft", steht auf dem T-Shirt von Stefan Lehmann. Der 45-jährige Landwirt aus Oberharmersbach setzt sich seit Jahren im Vorstand des BDMs und als Kreisteamleiter der Ortenauer Milchbauern dafür ein, dass die Landwirte ein Auskommen aus ihrer Arbeit haben.

"Wir haben hier im Schwarzwald Kosten pro Liter Milch von mindestens 50 Cent", betont er. Zwischen 28 und 30 Cent bekommen die Bauern im Süden aber aktuell pro Liter. Durch das bundesweite BDM-Projekt "Die faire Milch" soll sich das ändern. "45 Cent pro Liter gehen in einen gemeinsamen Pool, aus dem alle Bauern bezahlt werden", erklärt Lehmann. Noch sind das jedoch Cent-Beträge pro Liter Milch, welche die am Projekt beteiligten Landwirte zusätzlich zum lokalen Milchpreis bekommen. Doch bereits jetzt zeige sich, dass ein fairer Milchpreis für alle Beteiligten und insbesondere auch für die Bauern möglich sei und im Handel funktioniert.

Bereits vor zwei Jahren ist die Aktion angelaufen, nun gibt es auch flächendeckend in der ganzen Ortenau "Die faire Milch"-Produkte im Handel. Nach Märkten im ganzen Bundesgebiet haben nun auch zahlreiche lokale Edeka-Märkte die H-Milch mit 1,8 und die mit 3,8 Prozent Fettanteil ins Sortiment genommen – genauso wie die Schokomilch, für die fair gehandelter Kakao verarbeitet wird.

"Wir haben jetzt unser Konzept erweitert und verbessert", berichtet Lehmann beim gestrigen Pressetermin in Wolfach. Noch sind die Lieferanten der fairen Milch zwar aus Hessen, wo die Abfüllpartner des BDM sind. Zu den Qualitätsstandards des Labels haben sich laut Lehmann auch in der Ortenau bereits 100 der rund 170 BDM-Milchbauern bekannt und nehmen an dem Projekt teil. Insgesamt gibt es rund 300 Milchbauern in der Ortenau. Von allen Milchbauern im Bundesgebiet sind rund 16 000 Mitglied im BDM.

Sollte die Nachfrage nach "Die faire Milch"-Produkte steigen, schwebt Lehmann vor, dass auch die Ortenauer Landwirte eines Tages die Milch für diese liefern. "Es kommt auf den Absatz an, wenn der stimmt, dann suchen wir eine Molkerei in der Region für unsere Produkte", sagt Lehmann.

Bis die am Projekt beteiligten Betriebe auch Lieferanten der fairen Milch sein werden, weil die lokale Nachfrage stimmt, müssen sie aber bereits für den lokalen Markt gentechnikfrei und nach den "Die faire Milch"-Qualitätsstandards produzieren. Diese sehen einen beschränkten Kraftfutteranteil, kein Soja aus Übersee, einen Grünfutteranteil von mindestens 50 Prozent und maximal 30 Prozent Maisanteil in der Silage vor. Auch an einem anerkannten Naturschutzprojekt müssen sich die Landwirte beteiligen.

"Wir können unsere Welt nur ernähren, wenn wir überall ganz viele Landwirte haben und nicht nur ein paar Großkonzerne", betont Lehmann. Wenn der Verbraucher 59 Cent pro Liter Milch zahle, verdient laut Lehmann niemand mehr etwas. Und es könne nicht sein, dass die Milchbauern von der Hofsubstanz wie Einnahmen aus dem Wald leben. Deshalb gelte sein Dank allen Kunden, die einen "fairen Milchpreis" durch ihre Kaufkraft unterstützen.

Ihre Redaktion vor Ort Wolfach

Katharina Beule

Fax: 07832 9752-15

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