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Wolfach Damals sofort "Feuer und Flamme"

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Stefan Voß wirkt seit zehn Jahren in den Gemeinden Kirnbach und Wolfach. Foto: Kirchengemeinde Foto: Schwarzwälder Bote

Seit zehn Jahren wirkt Pfarrer Stefan Voß bereits in Wolfach und Kirnbach. Damals hatte er sich ganz bewusst – nach seinem Wirken in der Lukasgemeinde im Karlsruher Stadtzentrum – für ein Leben und Arbeiten auf dem Land entschieden.

Wolfach-Kirnbach. "Das ist gelebte Volkskirche" hatte Dekan Frank Wellhöner Voß bei dessen Amtseinführung auf die Besonderheiten im Kirnbacher Kirchenjahr (Trachtenkonfirmation, Auferstehungsfeier und noch einiges mehr) aufmerksam gemacht und Voß war – erinnert sich Kirchendienerin Hilde Aberle – sofort "Feuer und Flamme" für die Trachtenkonfirmation.

Zehn Jahre ist das nun her. Damals hatte sich Voß für die beiden Gemeinden mit jeweils einer halben Stelle beworben, erinnert sich der Wolfacher Kirchengemeinderatsvorsitzende Markus Harter im Gespräch mit dem Schwabo.

Enger Kontakt zu den örtlichen Vereinen

"Wir haben die Möglichkeit genutzt, in Karlsruhe an einem Gottesdienst teilzunehmen, um einen persönlichen Eindruck zu bekommen", erzählt er. Außerdem seien die Räte mit den dortigen Gemeindemitgliedern ins Gespräch gekommen. Und schnell stellten sie fest: "Er hat inhaltlich und menschlich einen super guten Eindruck hinterlassen", so Harter. "Mit ihm konnten wir uns vorstellen, das Gemeindeleben gemeinsam zu gestalten".

Gleiches berichtet Holger Thoma vom Kirnbacher Kirchengemeinderat. Auch die Kirnbacher hospitierten bei einem Gottesdienst in der Lukasgemeinde. "Die Entscheidung war schnell klar", sagt er. Aus der Stadt aufs Land – das sei Voß’ Wunsch gewesen. Und dort wurde er mit offenen Armen empfangen. "In Kirnbach steht der Pfarrer im Mittelpunkt des dörflichen Lebens", hatte Dekan Wellhöner bei der Amtseinführung gesagt, wobei der neue Pfarrer von Kirchenchor, Musikverein und Kurrende begrüßt wurde.

Voß hält auch heute engen Kontakt zu den Vereinen, sei es die Kirnbacher Kurrende, der Fußballverein (für den Voß das einfache Kreuz aus Birkenholz zum Gottesdienst am Fußballplatz aufstellt) oder der Musikverein, bei dem Voß seit September 2014 das Es-Horn spielt. Schon in seiner Heimatgemeinde, dem Karlsruher Vorort Wolfartsweier, hat Voß im Musikverein gespielt und so war es nur eine Frage der Zeit und Gelegenheit, dass er sich in der Trachtenkapelle engagiert.

Die Gelegenheit bot sich mit dem Aufruf zum Mitmach-Konzert 2014 und seitdem hat Voß auch einen guten und kurzen Draht, was die musikalische Unterstützung für Gottesdienste durch seine Vereinskollegen angeht. Musik mache ihn glücklich, gibt Voß zu, sei es als Alleinunterhalter mit der Gitarre oder im Orchester, wo jeder seinen kleinen Beitrag zum Gesamtklang einbringt.

In den vergangenen zehn Jahren sei es Voß gelungen, neue Gottesdienst-Formate auszuprobieren und Veränderungen zu etablieren. Insbesondere die Familiengottesdienste seien stets gut besucht, weiß Thoma. "Übrigens auch von älteren Gemeindegliedern." Ebenso wie die Gottesdienste im Grünen (zuletzt beim Imkerfest 2019) oder auch die Wandergottesdienste, bei denen er mit seiner Gitarre vorangeht und manche selbst für die Einheimischen unbekannte Wege und Pfade beschreitet. Auch die Geburtstagsbesuche bei den Senioren habe Voß gleich nach seiner Amtseinführung persönlich übernommen, erinnert sich die Mesnerin Aberle.

Vakanzvertretungen und Israel-Reisen

Zudem pflege er einen engen Kontakt zu den kirchlichen Gruppen wie Chor oder Krabbelgruppe, nicht selten lädt er die Gruppen im Sommer auch auf die große Terrasse des Kirnbacher Pfarrhauses ein. Eines der Adventsfenster findet zudem "bei Pfarrers zuhause" statt und mit dem Adventsfenster im Wolfacher Kirchenladen brachte Voß diese schöne Tradition auch in die Kernstadt.

Was den Pfarrer auszeichnet? Da sind sich Thoma uns Harter einig: "Er hat eine sehr ausgleichende Persönlichkeit und ist stets bestrebt, alle mit ins Boot zu holen", sagt Harter. Er schaffe es immer, einen Konsens zu finden und binde stets alle mit ein. "Er ist kein einsamer Entscheider", lobt Harter. Er sei nicht eingefahren in seinen Ansichten und behalte stets den Überblick, ergänzt Thoma. Voß ist sehr mit der Natur verbunden und geht wachen Auges durch seine Kirnbacher Wahlheimat. Borkenkäfer, Trockenheit, die gegenwärtigen Probleme fanden und finden Eingang in seine Predigttexte.

Mit Kirnbach, Wolfach, Oberwolfach und Bad Rippoldsau sei das Gemeindegebiet eine riesige Spielwiese – auch flächenmäßig. "Es ist ein großer Wert, dass er auch die Randgebiete nie vergisst und regelmäßig auch Gottesdienste in der Friedenskapelle stattfinden", erklärt Harter, wohl wissend, dass circa 28 Kilometer zwischen dem Kirnbacher Pfarrhaus und der Kapelle liegen. Thoma pflichtet bei: "Ich bewundere, dass er so gut organisiert ist."

Damit "stemmt" Voß auch Nebenjobs wie die Vakanzvertretungen in Schiltach (wo die Pfarrstelle seit 2016 nicht wiederbesetzt werden konnte), gemeinsam mit Konrad Keck die Organisation der Israelreisen (nach dem Auftakt 2016 war für dieses Jahr eine zweite Reise geplant, wegen der Corona-Krise wird die Reise auf 2021 verschoben) oder die Projekte als Religionslehrer an der Herlinsbachschule.

Gemeinden sollen weiter zusammenwachsen

Ein Mammutprojekt dieser Jahre sei sicherlich das neue Gemeindezentrum in Wolfach, so Harter. In Kirnbach fallen unter Voß’ Ägide die Renovierung der Kirche und die energetische Sanierung des Pfarrhauses. Aktuell werde am Pfarrhaus die Heizung erneuert. Auch für die von ihm angestoßene Idee des Umweltsiegels "Grüner Gockel" habe sich gleich ein Umweltteam gefunden.

Bauprojekte stünden in Wolfach erst einmal nicht an. "Das kommende Projekt ist inhaltlicher Natur: Das neue Gemeindezentrum will mit Leben gefüllt werden", so Harter. Die beiden Gemeinden seien aktuell im Dialog miteinander. "Die gemeinsamen Gottesdienste waren sehr schön – nach der Fertigstellung des Gemeindezentrums wollen die beiden Gemeinden darum nicht zum alten Schema zurückkehren", verrät Thoma. Außerdem werde überlegt, vermehrt Abendgottesdienste anzubieten. Derzeit liefen Umfragen, was in dieser Hinsicht gewünscht ist.

Pfarrer Stefan Voß wurde am 18. April 2010 in Kirnbach in sein Amt als Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde eingesetzt, eine Woche später folgte die Feier in der Stadtkirche Wolfach. Sein Dienstjubiläum sei bisher intern noch kein Thema gewesen, verraten Markus Harter und Holger Thoma, die ihn mit einem Artikel in der Zeitung überraschen wollten. Sobald wieder Gottesdienste möglich sind, soll das Zehnjährige dort gewürdigt werden.

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