Ein wunderschöner Festtag für die Kirnbacher: Auf dem Festplatz der Kirnbacher Kurrende kamen immer neue "Bollenhut-Feschd"-Gäste auf dem Vogtadeshof an. Foto: Dorn

3,5 Kilometer langer Karl-Wöhrle-Weg wird zur Festmeile

Just zum Festsonntag nahm sich das Aprilwetter eine 24-stündige Auszeit und lockte so fast 4000 Besucher ins Kirnbachtal. Bei strahlendem Sonnenschein feierten die Kirnbacher am Sonntag ihr Bollenhut-Feschd.

Wolfach-Kirnbach . Schon zur Eröffnung gegen 11.15 Uhr war der Vorplatz zwischen dem Alten Rathaus und der Kirche voller Menschen. Es dauerte einige Minuten, bis sich die Trachtenträger der Kurrende und des Musikvereins positioniert und die von der Initiative "Altes Rathaus" kredenzten Häppchen und Getränke ihre Besitzer gefunden hatten.

Wolfachs Bürgermeister Thomas Geppert überbrückte diese Rüstzeit mit Erinnerungen an die Entstehungsgeschichte des Bollenhut-Feschds. Nach der Einweihung des sanierten Karl-Wöhrle-Wegs und des Helferfests im Herbst 2016 – "als die Maßnahme aus städtebaulicher Sicht eigentlich schon abgeschlossen war" hatten die beiden Kirnbacher Susanne Kienzle und Jakob Wolber ihm selbstbewusst die Idee der touristischen Marke "Bollenhut-Talwegle" mit den dazugehörigen Holzskulpturen, Schautafeln und der Scherzinger-Freiluftinstallation "Das Original" quasi auf dem Silbertablett präsentiert, dem Geppert eigentlich nur noch zustimmen musste.

Zustimmung schon da

Wolber erzählte wenige Minuten später aus seiner Sicht von dem Gespräch. Es sei da schon gar nicht mehr um die Zustimmung gegangen, sondern nur noch darum, wie groß die Stadt beziehungsweise ihr Stadtteil dieses Fest aufzuziehen bereit wäre.

Für viele Kirnbacher ist das Kirnbacher-Bollenhut-Talwegle immer noch der Karl-Wöhrle-Weg –­ ein Umstand, dem auch die Festredner bei der Eröffnung Tribut zollten. In Anwesenheit seiner beiden Söhne Rainer und Rolf erinnerten sie an das segensreiche Wirken Karl Wöhrles für das Kirnbachtal.

Rotes Band getrennt

Wenig später durchschnitten die Kinder der Kurrende zu den Klängen des Badnerlieds ein rotes Band und das sanierte Kirnbacher Bollenhut-Talwegle war eröffnet.

Wie groß die vom Schultes angefragte Bereitschaft der Kirnbacher Vereine war, den Karl-Wöhrle-Weg in eine dreieinhalb Kilometer lange Festmeile zu verwandeln, darauf konnten die Besucher schon während der Busfahrt hinauf zur Kirche erste Einblicke erhalten.

Nun galt es diese auf dem Spazierweg mit allen Sinnen zu erfahren. Auf dem Pfad leisteten über 100 Trachtenträger den Gästen dabei Gesellschaft. Sie arbeiteten sich mit vielen Pausen für Foto-Schnappschüsse mit und für Besucher von Station zu Station bergab und hatten Mühe, den strengen Zeitplan mit ihren Auftritten beim Vogtadeshof, am Martinsbrünnele, der Jockelesmühle, Lothars Schopf, Backhäusle und zu guter Letzt am Sportplatz einzuhalten.

Pendelbusse im Einsatz

Entgegen der Laufrichtung der Trachtenträger beförderten die zumeist bis auf den letzten Platz besetzen Pendelbusse bis weit in den Nachmittag hinein noch weitere Besucher hoch zum Ausgangspunkt. Dort wurden sie vom Pfarrer Stefan Voß mit einer Andacht zu den vier am Wege liegenden Brunnen empfangen. Mit der letzten Busfahrt gegen 18.30 Uhr, dem Abschlusslied des Musikvereins am Kirnbacher Sportplatz und den letzten Strahlen der Abendsonne für die Freiluftinstallation am Ortseingang endete ein wunderschöner Festtag, der den Kirnbachern sicherlich noch lange im Gedächtnis bleiben dürfte.