Die Pachtverträge für die Weideflächen im Bereich Hinter-Wittichen sind verlängert worden. Außerdem verpflichtet sich der Betreiber, zu besseren Hütesicherheit seiner Weidetiere einen geförderten Festzaun zu bauen. Quelle: Unbekannt

Der Pachtvertrag der Weideflächen im Bereich Hinter-Wittichen ist um weitere fünf Jahre mit dem bisherigen Betreiber verlängert worden. Damit kann die wolfsgerechte Festeinzäunung im Frühjahr 2022 starten.

Schenkenzell-Kaltbrunn - In der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrats hat Ortsvorsteher Stefan Maier über Hochs und Tiefs beim Thema Beweidung der Flächen in Hinter-Wittichen berichtet.

Im Sommer war alles wieder auf null

Nachdem im Herbst vergangenen Jahres mehrere Vorort-Treffen mit Kim Ebinger vom Landschaftsentwicklungsverband Mittlerer Schwarzwald, dem Haus Fürstenberg, der Naturschutzbehörde, örtlichen Bewirtschaftern sowie Zaunbaufirmen stattgefunden hatten und hinsichtlich der Verbesserung der Hütesicherheitvon Weidetieren mit einer Festeinzäunung ein Konsens gefunden worden sei, habe man im Sommer praktisch wieder bei null gestanden. "Es war kein Vertrag unterschrieben und die Umzäunung war ein Diskussionspunkt. Der Betreiber argumentierte, er braucht keinen Zaun und bei Bedarf kann er einen solchen auch selber aufstellen", schilderte der Ortsvorsteher. Es seien alle Möglichkeiten durchgesprochen worden. Zumindest im unteren Bereich am Bach sei eine Fachfirma gefordert, dort müsse ein Profi ran.

Teils ist eine Hülsenlösung nötig

Gegenüber der Darstellung im Ortschaftsrat im Frühjahr habe sich die Zaungrenze im Bereich zu einer bestehenden Pferdekoppel geändert. Nur ein Zaun als Abgrenzung für beide Weideflächen sei nicht erlaubt, es brauche einen Mindestabstand der Zäune von zwei Metern. Weil auch der Winterdienst berücksichtigt werden müsse, sei bei Straßen und Wege eine Hülsenlösung erforderlich.

Des Weiteren habe sich die Fläche um das Jägerhaus herum geringfügig verändert, erläuterte Maier. Nach mehreren Gesprächen habe man sich mit dem Bewirtschafter geeinigt, dass ein fünflitziger Festzaun gebaut und die Förderung beantragt werde. Mit einem positiven Bescheid rechne er fest, weil Wittichen zur Wolfskulisse gehört, führte Maier aus. Bis die Förderung zur Auszahlung komme, müsse der Betreiber in Vorleistung gehen und außerdem die Flächen mindestens fünf Jahre bewirtschaften.

Angebot vom Frühjahr hat trotz Preissteigerungen Bestand

"Ich habe danach bei der Zaunbaufirma angefragt, ob das eingereichte Angebot vom Frühjahr noch Bestand hat. Zu meiner großen Überraschung war dies der Fall –­ obwohl die Preise sich inzwischen verdoppelt haben. Danach wurde der Vertrag unterzeichnet, worüber ich sehr froh bin", räumte der Ortsvorsteher ein.

Nachdem zwischenzeitlich das Überlandwerk Mittelbaden einen neuen Schaltschrank mit drei Außensteckdosen an der Straße installiert habe, sei auch die Stromversorgung für den Betrieb des Weidezauns gesichert. Wenn der Festzaun fertiggestellt sei, werde es eine offizielle Abnahme durch die Behörde geben. Auf Anfrage von Andreas Göhring bezifferte Maier die jährlichen Stromkosten bei circa 180 Weidetagen und unter Volllast mit rund 20 Euro.