Hat eine Schömbergerin einen Wolf gesichtet? Symbolfoto: Foto: ©AB Photography-stock.adobe.com

Eine Schömbergerin will bei einem Spaziergang mit ihrem Bekannten einen Wolf gesehen haben.

Schömberg - Die Schömbergerin Marlene Stapf (66) ist sich ziemlich sicher: Sie habe am vergangenen Sonntag bei einem Spaziergang einen Wolf gesehen, sagt sie. Auch andere Menschen aus der Region wollen ein solches Tier gesehen haben, um das sich Ängste und Mythen ranken. Marlene Stapf war am vergangenen Sonntagnachmittag mit ihrem Bekannten und ihrem kleinen Chihuahua auf dem Weg vom Schömberger Hochhaus in Richtung Zimmern unterwegs. Da sah sie einen Kilometer vom Wohngebiet Ob Gassen entfernt ein großes Tier stehen, das sie und ihren Bekannten angeschaut habe. Sie veröffentlichte ihr Erlebnis in einer Facebook-Gruppe. Dort erhielt sie Meldungen, ein solches Tier sei zwischen Neuhaus und Wellendingen gesehen worden, ebenso bei einem Reiterhof nahe Wellendingen. Auch ein Jäger, den sie kontaktiert habe, vermute, dass es ein Wolf sein könne.

Angebliche Sichtungen

2015 will eine Frau einen Wolf in der Region gesehen haben, nämlich bei Brittheim. Dort sei ihr ein großes graues Tier aufgefallen. Damals wurde ein ähnlich aussehender Mischlingshund vermisst. 2018 fand ein Spaziergänger verdächtige Spuren im Schnee bei Brittheim, die er für die eines Wolfs hielt.

Wölfe streifen herum

Gänzlich unmöglich sei es nicht, dass ein Wolf in der Gegend auftaucht, meint Christian Beck, Leiter des Bereichs Balingen im Kreisforstamt. Wölfe legten weite Strecken zurück. Meldungen nehmen laut Beck die Wildtierbeauftragten der Forstbehörde entgegen. Federführend sei die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg, die solchen Hinweisen nachgehe. Doch ohne handfeste Beweise wie Fotos, Risse von Tieren oder DNA-Spuren sei ein Nachweis schwierig.

Raubtiere sehr scheu

Bestätigt ist hingegen das Vorkommen von Luchsen in der Gegend des Plettenbergs. Die Raubkatzen kommen laut Beck aus dem Donautal. "Der Luchs ist aber als Katze noch vorsichtiger als der Wolf", meint Beck. Er hält es für wenig wahrscheinlich, dass sich ein Wolf mitten am Nachmittag an einem frequentierten Spazierweg blicken lässt.