Der Mietendeckel ist ein gravierender Eingriff in das Eigentum anderer. Foto: imago /Arnulf Hettrich

Allein die Mittel für die Förderung von Wohnraum aufzustocken, löst die Probleme am Wohnungsmarkt nicht, meint StN-Autorin Annika Grah.

Stuttgart - Dass Fehler in der politischen Steuerung nur schwer aufzufangen sind, zeigt sich besonders schmerzlich am Beispiel sozialer Wohnungsbau. In den 2000er Jahren wurde das Thema schwer vernachlässigt – bis das Problem von zu teurem Wohnraum auch im reichen Baden-Württemberg nicht mehr ignoriert werden konnte.

 

Nun heißt es, die Fehler der Vergangenheit heilen. Und natürlich kann Geld Teil der Lösung sein. Dass zeigt sich an den Fertigstellungszahlen der Wohnungen, die mit Geld vom Bund und vom Land finanziert wurden. Die machen Hoffnung, dass der Abwärtstrend gestoppt werden könnte.

Komplexe Probleme brauchen komplexe Lösungen

Das allein wird nicht reichen, um die Situation am Wohnungsmarkt nachhaltig zu entspannen angesichts der komplexen Gemengelage aus knappem Bauland, hohen Materialpreisen und immer neuen Anforderungen an Wohngebäude – wie zum Beispiel der Solardachpflicht für Neubauten –, die noch weiter steigen werden. Das macht politische Steuerung schwierig, es sei denn, man greift zu massiven Eingriffen in das Eigentum anderer – etwa durch den Mietendeckel.

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Es ist gut, dass die Landesregierung demnächst alle Protagonisten in einem ihrer Strategiedialoge an den Tisch holen will. Denn auch wenn es beim Thema Wohnen keinen Befreiungsschlag geben kann, auch kleine Lösungen können Wirkung zeigen. Den großen Wurf hingegen darf niemand ernsthaft erwarten.