So soll das fertiggestellte Projekt des österreichischen Investors Riva Home in Gauselfingen auf dem Gelände der Ritter-Fabrik einmal aussehen. Foto: RIVA Home.

Nach Kritik an der langen Funkstille zum Gauselfinger Wohnbau-Projekt hat sich der österreichische Wohnungsbau-Investor Riva Home jetzt zu Wort gemeldet. Mit einer Überraschung.

Vor rund zwei Wochen hatte unsere Redaktion bei dem Wohnungsbau-Unternehmen eine schriftliche Anfrage gestellt und nachdem die eine Woche lang unbeantwortet blieb in einem Artikel darauf hingewiesen, dass Anfragen ins Leere laufen und es auch wochenlang keinen Kontakt zwischen der Gauselfinger Ortsverwaltung, dem Burladinger Rathaus und dem Unternehmen gegeben hatte.

 

Der Zeitplan ist inzwischen ein anderer – aus gutem Grund

Jetzt hat sich Riva Home gemeldet. Es sei „offenbar zu Kommunikationsmissverständnissen gekommen“ teilt eine Mitarbeiterin des Unternehmens mit und versichert, dass die Firma nach wie vor an ihrem Projekt festhalte. Allerdings ist der Zeitplan inzwischen ein anderer – und das hat einen überraschenden Grund.

In der Mitteilung von Riva Home heißt es: „Die Projektbewilligung wurde uns im Februar 2024 erteilt. Unmittelbar danach haben wir – wie angekündigt – den Antrag auf die KfW-40-Förderung eingereicht. Diese wurde uns zunächst zugesagt, dann jedoch kurzfristig wieder entzogen“, bedauert Riva Home.

Genossenschaftsmodell ist die große Überraschung

Das Unternehmen beteuert allerdings: „Da uns die Schaffung von bezahlbarem und förderbarem Wohnraum in Gauselfingen besonders wichtig ist, haben wir verschiedene Förderwege geprüft und sind dabei – über die KfW – auf das Genossenschaftsmodell aufmerksam geworden. Dieses Modell möchten wir bei diesem Projekt erstmals umsetzen. Die Genossenschaft befindet sich derzeit in Gründung, und die Zustimmung der Partnerbanken befindet sich aktuell in finaler Abstimmung“, wartet das österreichische Unternehmen mit einer echten Überraschung auf.

Auch zum neuen Zeitplan für das ehemalige Ritter-Textilfabrik-Gelände äußert sich das Unternehmen: „Nach aktuellem Stand rechnen wir damit, dass das Modell bewilligt wird. Unter dieser Voraussetzung gehen wir von einem Baustart voraussichtlich Anfang 2027 aus“. Und es fügt hinzu: „Wir möchten betonen, dass wir weder „untergetaucht“ sind noch das Projekt aufgegeben haben. Ganz im Gegenteil: Wir sind überzeugt, dass das Vorhaben in Gauselfingen großes Potenzial hat – insbesondere im Hinblick auf bezahlbaren Wohnraum – und arbeiten weiterhin aktiv an der Umsetzung“.

Planungen laufen seit dem Jahr 2022

Geplant wird schon seit dem Jahr 2022. Da wurde der österreichische Investor zum ersten Mal bei der Gauselfinger Ortsverwaltung und im Burladinger Rathaus vorstellig und meldete sein Interesse an der Textilfabrik-Brache und dem rund 7000 Quadratmeter großen Areal in der Ortsmitte an.

Anfangs wurden 32 Wohnungen geplant, inzwischen sind es 28

Danach stellte Riva-Gründer Wilfried Hefel seine ersten Pläne auch in einer gut besuchten Ortschaftsratssitzung vor. Entstehen sollen vier neue Gebäude. In zweien davon sind sogenannte Town-Houses, zweigeschossige Wohnungen mit Dachterrasse für junge Familien, untergebracht. In zwei gegenüberliegenden Gebäuden sollen barrierefreie Zwei- bis Vier-Zimmerwohnungen für ältere Menschen entstehen. Anfangs wurden 32 Wohnungen geplant, inzwischen sind es noch 28.

„Für Gauselfingen ist das ein großes und wichtiges Projekt“, sagt die Ortsvorsteherin Silvia Roos, denn es fehle in ihrem Ort an bezahlbarem Wohnraum für junge Familien aber auch für Senioren, die sich im Alter räumlich verändern wollen.

Inzwischen steht auch Roos wieder mit dem Chef der Riva Home, Wilfried Hefel, im Austausch. Sie freut sich, dass es inzwischen wieder eine zeitliche Perspektive gibt und die Realisierung des Projektes näher rückt.