Daniel Wochner neben OB Michael Keßler (CDU, links) im Gemeinderat Horb. Er bleibt an seinem Wohnbauprojekt „Ziegelgärten“ dran. Foto: Jürgen Lück

Zwei Jahre war es ruhig um die knapp 12.000 Quadratmeter neue Wohnungen in der Nähe des Bahnhofs Horb. Jetzt kommt der nächste Schritt.

Nachdem viele schon dachten, das ehrgeizige Neubau-Wohnungsprojekt am Bahnhof sei gescheitert, geht es jetzt weiter. Im Gemeinderat stellte Daniel Wochner seine aktuellen Pläne vor für das neue Quartier am Stadteingang Süd vor.

 

Vor knapp zwei Jahren hörte es sich im Gestaltungsbeirat noch so an, dass die „Ziegelgärten GmbH“ das Projekt hinschmeißen könnte. Weil Wochners damalige Planungen kritisiert wurden. Die Flachdächer wurden von den Architektur-Experten abgelehnt. Das Aus für 12.000 Quadratmeter neuen Raum für bezahlbare Wohnungen und Gewerbe wie Co-Working-Spaces?

Wochner bleibt bei umstrittenen Flachdächern

Doch jetzt haben sich das Rathaus und Daniel Wochner offenbar geeinigt. Wochner: „Wir wollen dort Gebäude in KfW 40 QNG bauen.“ Dieser Standard erlaubt eine besonders hohe steuerliche Abschreibung der Baukosten. Dazu gibt es Förderprogramme der KfW. Wochner sagt: „ Die beste wirtschaftliche Lösung dafür sind Flachdächer.“

Wirklich? CDU-Fraktionschef Götz Peter will wissen: „Warum kein Satteldach?“ Wochner: „Wir sind beim Projekt Ziegelgärten im Hang. Dort haben wir erhöhten Heizbedarf und müssen bei der Dämmung entsprechend gute Werte erzielen. Das geht mit dem Flachdach fast überhaupt nicht. Technisch ist Flachdach dafür der Goldstandard. Das lässt sich kreuz und quer in Neubau-Wohnprojekten sehen – egal, ob in Tübingen, Nagold oder Rottenburg.“

Führen Satteldächer an dieser Stelle zum „Ahrtal-Effekt“?

Dazu gibt es noch einen Vorteil. Wochner sagt: „Flachdächer kann man begrünen. Dann kann ein Quadratmeter 100 Liter Wasser speichern. Damit könnte man den wesentlichen Teil des Wassers bei Starkregen speichern – das streben wir an.“

Das sei auch notwendig, denn in der Nähe des neuen Wohngebiets Ziegelgärten werde auch das Abwasser aus Nordstetten zentral abgeleitet. Wochner: „Im Ahrtal hat man gesehen, was bei Satteldächern passieren könnte.“ Dazu kühlen die begrünten Satteldächer im Sommer die oberen Räume.

Wochner schließt Sozialwohnungen nicht aus

Winfried Asprion (OGL) fragt: „Was ist mit PV-Anlagen? Was ist mit sozialem Wohnungsbau?“ Wochner: „Die Vorgaben zur Photovoltaik werden alle eingehalten. Ob man das an Wänden macht oder seitlich am Balkon – das ist noch nicht ausgeplant.“

Wochner warnt davor, schon jetzt konkrete Prozentvorgaben für sozialen Wohnungsbau zu machen. Sagt aber: „Später kann man darüber verhandeln. Dass wir bezahlbare Wohnungen planen – das sehen Sie schon an der Konzeption.“

So stimmt der Gemeinderat ab

Insgesamt sollen 14 Wohnblocks entstehen – mit Platz für bis zu 300 Bewohner. 500 Meter von der Kernstadt entfernt, 100 Meter vom Bahnhof Horb.

Alle Redner – unter anderem Horbs OB Michael Keßler, Asprion, Peter, Dieter Rominger-Seyrich (SPD) sowie Karin Fluhrer (BiM) – loben das, was Wochner verspricht: „Es ist das politische Ziel, über die Einwohnerzahlen Kaufkraft zu gewinnen und die kommunale Infrastruktur halten zu können. Wir sehen im Moment leere Läden und dass es bei Gewerbeflächen Richtung Stillstand geht.“

Mit 22 Ja-Stimmen, einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen wurde zugestimmt. Damit startet jetzt die erste Runde für die Aufstellung eines Bebauungsplans.