In der Hammerstraße hat die Baugenossenschaft Familienheim zwei Häuser mit je elf Wohnungen gebaut. Foto: Thomas Loisl Mink

Obwohl die Lage in der Bauwirtschaft schwieriger ist, hat die Baugenossenschaft Familienheim das Jahr 2024 erfolgreich abgeschlossen.

„Trotz einer sehr schwierigen Marktsituation haben wir das Jahr 2024 erfolgreich abgeschlossen“, stellte der geschäftsführende Vorstand Jochen Jansen bei der Mitgliederversammlung der Baugenossenschaft Familienheim fest.

 

Die Bauwirtschaft erlebte in den vergangenen fünf Jahren einen Preisschock, stellte Jansen fest. Von Ende 2019 bis Ende 2024 sind die Baukosten um 44 Prozent gestiegen. Zuletzt ließ die Steigerung nach, die Preise bleiben aber auf hohem Niveau. Das hatte zur Folge, dass die Bautätigkeit nahezu zum Erliegen gekommen sei, sagte Jansen.

Neubauprojekt in der Hammerstraße beendet

Die Baugenossenschaft Familienheim hat dennoch ihre beiden Neubauten in der Hammerstraße 2024 fertiggestellt. Hier hat die Genossenschaft ihre beiden ältesten Mehrfamilienhäuser abgebrochen und durch bessere Ausnutzung der Flächen zwei Neubauten mit jeweils elf Wohnungen gebaut. Im Jubiläumsjahr, 2024 wurde die Baugenossenschaft Familienheim 75 Jahre alt, wurden die Neubauten bezogen. 6,7 Millionen Euro hat das Projekt insgesamt gekostet, 2,6 Millionen davon fielen in 2024 an. Wegen der wirtschaftlichen Bedingungen sind bis auf Weiteres nun keine Neubauprojekte mehr geplant.

Leerstand gibt es derzeit praktisch keinen

Die Nachfrage nach Wohnraum ist in Lörrach aber nach wie vor sehr hoch, berichtete Jochen Jansen. Daher werden die Miete weiter steigen. Leerstand gibt es praktisch keinen, die Leerstandsquote betrug 0,2 Prozent. Bei 406 Wohnungen die die Baugenossenschaft Familienheim in ihrem Bestand hat, gab es 2024 nur 26 Mieterwechsel. „Das zeigt, wie angespannt der Wohnungsmarkt ist. Ein Mieter überlegt sich dreimal, ob er die Wohnung wechseln möchte“, sagte Jochen Jansen.

Kaltmiete steigt im Durchschnitt minimal an

Die durchschnittliche Kaltmiete betrug vergangenes Jahr 7,49 Euro pro Quadratmeter und ist damit gegenüber dem Vorjahr nur minimal angestiegen. Dieses Jahr werde sie sich aber in Richtung acht Euro bewegen, nicht zuletzt wegen der Neubauwohnungen in der Hammerstraße. Die Genossenschaft liegt damit aber nach wie vor weit unter dem allgemeinen Durchschnitt der Mietpreise, die bei einem großen Immobilienportal mit 12,94 Euro für Lörrach und 11,82 Euro für den Landkreis Lörrach angegeben werden. „Daher werden wir unserem Auftrag, guten, sicheren und sozialen Wohnraum zur Verfügung zu stellen, gerecht“, sagte Jansen.

Eine große Herausforderung nannte er die in Baden-Württemberg angestrebte Klimaneutralität bis 2040. Er bezweifelte, ob das eingehalten werden kann. Familienheim profitiert indessen von den energetischen Sanierungen, die in den vergangenen Jahren vorgenommen wurden, so dass man in vielen Gebäuden nur noch die Heizungsart ändern müsse. Der Gaspreis hat sich 2024 verdoppelt, nachdem Mieter bis Ende 2023 noch von einem langfristig abgeschlossenen Gasliefervertrag profitiert hatten.

Instandhaltung der bestehenden Gebäude

Die Baugenossenschaft konzentriert sich künftig auf die Instandhaltung der bestehenden Gebäude. Im Jahr 2024 wurden dafür rund 660 000 Euro ausgegeben. In den vergangenen zehn Jahren hat Familienheim insgesamt fast zehn Millionen Euro für Modernisierung und Instandhaltung ausgegeben. Das Eigenkapital beträgt zum Ende des Jahres 2024 rund 9,66 Millionen Euro. Infolge des Jahresüberschusses von 334 000 Euro ist es etwas angestiegen, die Eigenkapitalquote ist dennoch von 38,9 Prozent auf 37,3 Prozent gesunken, was an den Krediten für die Hammerstraße liegt. Die Bilanzsumme ist um knapp zwei Millionen Euro auf rund 25,87 Millionen Euro gestiegen.

Der Jahresüberschuss von rund 334 400 Euro wird größtenteils den Rücklagen zugeführt, Mitglieder erhalten drei Prozent Dividende auf ihre Geschäftsanteile.

Die Genossenschaft hat 587 Mitglieder, das sind 23 mehr als im Vorjahr. Die Aufsichtsratsvorsitzende Ute Lusche dankte dem Vorstand und dem ganzen Team für die gute Arbeit. Ute Lusche und Thomas Vogel wurden jeweils einstimmig als Mitglieder des Aufsichtsrats wiedergewählt.