Die Stadt Geislingen wird am westlichen Ortsrand weiteren Baugrund ausweisen. Ein Investor will entlang der Straße zum Schützenhaus mehrgeschossige Häuser bauen.
Die Geislinger Kernstadt hat seit vielen Jahren ein Problem: Es gibt kaum noch Flächen, auf denen neue Wohnhäuser gebaut werden können.
Zwar hat die innerörtliche Verdichtung in den vergangenen Jahren rund 200 neue Wohnungen ermöglicht. Doch innerorts gibt es nach wie vor unbebaute Grundstücke in Privatbesitz, deren Besitzer sich nicht von diesen trennen wollen.
Und an den Stadträndern hat Geislingen weitgehend die durch Regionalplan und Naturschutzvorschriften definierte Ausdehnungsgrenze erreicht. Diese Gemengelage macht es schwer, die anhaltend hohen Nachfrage nach Wohnraum zu befriedigen.
9910 Quadratmeter Fläche
Noch Luft ist jedoch im Gewann „Stettener Brühl“. Eine 9910 Quadratmeter große Fläche am Fahrweg zum Schützenhaus am „Hörnle“ ist bereits seit 1985 als »Wohnbauerwartungsland« ausgewiesen. Auch der Regionalplan sieht dort eine „Siedlungsfläche Wohnen und Mischgebiet“ vor.
Dort will die Firma Immodera bis zu 40 neue Wohnungen in maximal dreistöckigen Gebäuden schaffen. Zwischen 60 und 120 Quadratmetern Fläche sind für diese vorgesehen. Eine Stichstraße mit Wendehammer soll die Bebauung für den Autoverkehr erschließen.
Der Gemeinderat hatte bereits im November 2022 beschlossen, den erforderlichen Bebauungsplan aufzustellen. Im April dieses Jahres hatte das Gremium dessen erste Fassung gebilligt. Seither sind dazu von verschiedenen Stelllen Änderungshinweise eingegangen.
Standort für Trafostation
Geislingens Bauamtsleiter Markus Buck berichtete in der ersten regulären Sitzung des neuen Gemeinderats unter anderem von einer Anregung der NetzeBW: Auf diese hin sieht der überarbeitete Plan jetzt einen Standort für eine neue Trafostation vor.
Das Kreis-Bauamt gab vor, dass die Zahl der erforderlichen Parkplätze über die Quadratmeterzahl der Wohnungen festgelegt werden soll, nicht deren Zimmeranzahl. Das ist jedoch kein Problem: Der Bauplan des Investors sieht 67 Stellplatze vor, mehr als die als erforderlich berechneten.
Diese und weitere Hinweise sind in die überarbeitete Fassung eingeflossen, die nach dem Beschluss des Gemeinderats nochmals öffentlich ausgelegt werden wird. Danach wird der konkrete Bauplan im Gremium beraten.
Grünfläche zwischen Baugebiet und Bestand
Die Kosten des Planungsverfahrens übernimmt der Investor. Er muss auch für die Erschließung des Geländes mit Straßen, Wasser, Strom und digitaler Infrastruktur sorgen.
Auf Frage von Gemeinderat Hans-Jürgen Weger (Aktive Bürger) hielt Stadtbaumeister Buck fest: Die auf im Bebauungsplan zwischen den Grundstücken entlang der Auenstraße und dem neuen Wohngebiet ausgewiesene Grünflächen ist nicht für die Bebauung vorgesehen.