Die Mühlgasse ist eine Einbahnstraße. Nur vom Mühlengelände kommend ist eine Befahrung für Ein- und Ausfahrt möglich. Im ersten Bauabschnitt soll das Oberle-Areal an die Hauptstraße anschließen. Foto: Bohnert-Seidel

Es darf Wohnraum auf dem Oberle-Areal entstehen. Der Gemeinderat hat seine Zustimmung für weitere Planungen erteilt. Kritisch gesehen wird die Verkehrsführung, die jedoch nicht anders als über die Mühlgasse und Sportplatzstraße zu haben sei.

Der Gemeinderat hat bei einer Enthaltung durch Andreas Bix (FW) dem städtebaulichen Entwurf zur Entwicklung des Oberle-Areals zugestimmt und die Verwaltung damit beauftragt, einen städtebaulichen Vertrag vorzubereiten und zur weiteren Beratung vorzulegen. Bürgermeister Erik Weide sprach von einer wichtigen „Absegnung durch den Gemeinderat.“ In zwei nichtöffentlichen Sitzungen hatte das Gremium bereits seine Empfehlungen an die Unternehmensgruppe Kappis weitergegeben.

Für das Gebiet sind zwei Erschließungen vorgesehen. Begonnen wird mit der Erschließung über die bestehende Mühlgasse an der Friesenheimer Hauptstraße, erläuterte Matthias Kappis von der Investorengruppe. Von einem insgesamt reduzierten Verkehrsaufkommen mit maximal 18 Pkws ist in der Mühlgasse die Rede. Entstehen sollen in diesem Abschnitt neun Gebäude, darunter Einfamilienhäuser, Bungalows und Kettenhäuser. Die Erschließung des weiteren nördlichen Bereichs auf dem gesamten Areal soll über die Sportplatzstraße geschehen. Die Parkplätze am Sportplatz bleiben erhalten.

In neues Wohnquartier soll kein Durchgangsverkehr münden

Auf Wunsch der Gemeinde wird die vorhandene Brücke auf dem Eisweiher als Rad- und Fußgängerbrücke hinsichtlich einer möglichen Sanierung geprüft. In das neue Wohnquartier soll kein Durchgangsverkehr fließen. Lediglich ein Fuß- und Radweg soll durch das Gebiet führen. Befürwortet wird auch die Schaffung von zusätzlichem Kunden-Parkraum für die Metzgerei Erb, so Kappis. Um das geplante Konzept umsetzen zu können, sei eine Verfüllung des bestehenden Mühlkanals vorgesehen, was zu einer gleichmäßigeren Wasserführung im Oberweierer Bach führen soll.

Andreas Bix (FW) hält die Verkehrsverhältnisse sowohl in der Mühlgasse als auch in der weiteren Ableitung über die Sportplatzstraße für bedenklich. „Wenn knapp 160 Menschen Wohnraum nutzen, sehe ich ein Riesenproblem in der Hauptstraße auf Friesenheim zukommen“, gab er zu bedenken. Für wichtig hält Bix eine Ableitung über den Eisweiher. Bauamtsleiter Markus Reinbold erteilte dahingehend jedoch eine deutliche Absage, da sich unter dem Gelände zu viel Kanalisation befände. Roland Herzog (CDU) erkennt eine Chance für eine gute Entwicklung von Friesenheim innerorts. „Rund 18 Fahrzeuge aus dem Areal dürfte auch die Friesenheimer Hauptstraße vertragen“, so der Gemeinderat. Herzog spricht von einem gelungenen Konzept. Bezüglich der Einrichtung von Parkplätzen verfüge die Gemeinde über eine Stellplatzsatzung, die zwei Stellplätze vorschreibt, erklärte Reinbold. Dass Oberflächenwasser über eine Rückhaltebecken aufgefangen wird, sei im Plan enthalten, klärte Kappis auf. Die Kappisgruppe sei auf der Suche nach Ausgleichsflächen, was sich immer schwieriger gestalte.

Das soll auf dem Oberle-Areal entstehen

Im Oberle-Areal sollen sechs Einfamilienhäuser, drei Doppelhäuser, vier Seniorenbungalows, zwei Kettenhäuser, fünf Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 34 Wohneinheiten, und eventuell eine Park- oder Garagenfläche für die Metzgerei Erb entstehen. Das Gebiet soll Wohnraum für gut 150 Menschen bieten. In einem zweiten Bauabschnitt soll zusätzlich das Gelände der Gemeinde Friesenheim mit den ehemaligen Tennisplätzen von einer Fläche mit 0,5 Hektar hinzukommen. Mehrfamilienhäuser sind dort geplant.