Auf diesem Parkplatz soll ein Wohnheim für Studenten und Auszubildende entstehen. Die Platanenreihe an der Hangstraße bleibt dabei erhalten. Im Ausschuss für Umwelt und Technik ging es um noch strittige Fragen. Foto: Alexandra Günzschel

Das geplante Wohnheim beim DHBW-Campus an der Hangstraße in Lörrach geht in die nächste Phase.

Diese Neuerung gab Denise Becker vom Freiburger Büro fsp-Stadtplanung am Donnerstag im Ausschuss für Umwelt und Technik (AUT) bekannt. Das lang ersehnte Bauprojekt soll nun in die Offenlage gehen. Noch einmal haben Öffentlichkeit, Behörden sowie sonstige Träger öffentlicher Belange nun Gelegenheit, ihre Bedenken und Einwände vorzubringen.

 

Standortfrage bereitet Räten Kopfzerbrechen

Im AUT wurde vor allem über zwei Punkte diskutiert: Noch immer bereitet es einigen Gemeinderäten Kopfzerbrechen, dass das Wohnheim auf einer gut frequentierten Stellplatzfläche gebaut werden soll. Becker versicherte, dass für die entfallenden Parkplätze problemlos Ersatz auf dem Campus-Gelände geschaffen werden kann. Es bestehe bei Bedarf sogar noch Potenzial für weitere Stellplätze, versicherte sie. Das Wohnheim soll Platz für 110 junge Leute bieten und somit die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt entlasten. Darüber, wie viele der Bewohner später ein Auto haben werden, gingen die Meinungen stark auseinander. Es sei jedoch möglich, auf die jeweilige Situation flexibel zu reagieren, wurde mitgeteilt.

Zufahrt ist ein weiterer strittiger Punkt

Ein weiterer strittiger Punkt wurde in der Sitzung von einem Anwohner vorgetragen: Dabei geht es um die einzig praktikable Zufahrt zum Campus über die Hartmattenstraße und den Rebmannsweg auf die Hangstraße. Der Anwohner bemängelte die engen Straßenverhältnisse dort und befürchtete durch das Bauprojekt mehr Verkehr. Gerd Haasis, Fachbereichsleiter Stadtplanung, erklärte zu diesem Punkt, dass eine Erhöhung des Verkehrsaufkommens nicht in einem solchen Ausmaß erwartet wird, dass in dieser Hinsicht Handlungsbedarf bestehe.

Einige Ausschussmitglieder wiesen zudem auf die geplante Parkraumbewirtschaftung in der Stadt hin, die das Parken am Straßenrand deutlich unattraktiver machen würde, was wiederum für mehr Platz auf den Durchfahrtsstraßen sorgen könnte. Davon abgesehen wurde vermutet, dass das Wohnen auf dem Campus das Verkehrsaufkommen eher verringern wird, da dadurch für viele das tägliche Pendeln wegfallen würde.

Die Stadtplanerin erklärte weiter, dass die Platanenreihe entlang der Hangstraße erhalten bleiben soll. Dafür habe man das Baufenster ein wenig von den Bäumen abgerückt. Eine Verschattung durch das Wohnheim sei nicht zu befürchten, es bewege sich, was die Höhe betreffe, im Vergleich zur umgebenden Bebauung lediglich im mittleren Bereich, sagte sie. Becker ging auch darauf ein, warum andere Standorte in der Umgebung nach näherer Betrachtung nicht in Frage gekommen waren.

Bedeutung des Wohnheims für die DHBW

Johannes Kern, Prorektor der DHBW, unterstrich in der öffentlichen Sitzung, wie wichtig das Wohnheim für die Lörracher Hochschule sei. Mitunter führten eine schwierige Wohnungssuche und die hohen Preise im Landkreis Lörrach dazu, dass sich Studenten am Ende für andere Hochschulen entscheiden, argumentierte er für das im Kern unstrittige Projekt.

Das duale Studium an der DHBW besteht aus alternierenden Theorie- und Praxisphasen, wobei letztere in diversen Betrieben stattfinden. Es ist deshalb möglich, dass sich jeweils zwei Studierende ein Zimmer teilen. Nicht zuletzt aus diesem Grund erfolgte die allgemein begrüßte Öffnung für Azubis, bei denen der Bedarf ebenfalls sehr groß sei, wie Christiane Cyperrek (SPD) bemerkte.

Von einer „Investition in unsere Köpfe“ sprach Noah Hohenfeld (Grüne). Er erkundigte sich nach Ladesäulen, die im vorgeschriebenen Maß ebenso vorgesehen sind wie Maßnahmen zur Barrierefreiheit, wie beispielsweise eine barrierefreie Wohnung im Erdgeschoss. Matthias Koesler (FDP) wünschte sich ein Wohnheim in Holzbauweise als „Highlight“. Thomas Hengelage (Grüne) schlug als Kompromiss einen Holzaufbau mit Betonfuß vor, wie es in Skandinavien üblich sei. Bernhard Escher (CDU) wollte für die Hangstraße einen Wendehammer, um die Zufahrt besser zu regeln.

Alle externen Planungskosten werden vom Studierendenwerk Freiburg-Schwarzwald (SWFR) getragen. Eine Baugenehmigung wird noch für dieses Jahr angestrebt.