Das Baugebiet „Sonnenrain“ hatte im November Spatenstich. Nun ist die Erschließung abgeschlossen. Ganz ruckelfrei lief es nicht: Ein Gerichtsurteil warf der Stadt Steine in den Weg.
Das Baugebiet Sonnenrain ist fertig erschlossen und wurde nun übergeben. Eröffnet wurde das Gebiet, das nun verkauft, bebaut und belebt werden kann, auf der frisch angelegten und getauften „Walter-Schultheiß-Straße“, benannt nach dem Schauspieler, Autor und Maler und Wildberger Ehrenbürger.
Im Sonnenrain sei das entstanden, „worauf junge Familien und Häuslesbauer sehnsüchtig warten: Platz für viele neue Eigenfamilienhäuser und Wohnungen“, sagte Uta Berner von der KBB, die für die Erschließung verantwortlich zeichnete. Das bedeutete aber auch: „Es liegt sehr viel Arbeit hinter uns“
Peter Burghard vom Bereich Planen und Bauen bei der Stadt Wildberg berichtete von den Arbeiten. Vor allem die Tiefbauarbeiten seien angefallen, so hätten die Versorgungsleitungen verlegt werden müssen. Wasser, Strom und Telekommunikationsleitungen sind notwendig, damit später Wohnhäuser im Sonnenrain entstehen können. Berner sprach in ihrer Rede zusätzlich von einer aufwendigen Entwässerungslösung. Auch ungewöhnlich sei die Löschwasserbevorratung – das habe nicht jedes Baugebiet.
Nicht nur Bauplätze schaffen, sondern ein Wohngebiet
„Unsere Vision war es, mehr als nur einfache Baugrundstücke zu erschließen – wir wollten ein Wohngebiet gestalten, das durch seine Ausstattung, Qualität und Details eine besondere Atmosphäre bietet“, erklärte Berner in ihrer Rede.
Grundsätzlich sei die Erschließung gut gelaufen. „Wir sind dankbar, dass uns das Wetter keinen Strich durch die Rechnung gemacht hat“, meinte Burghard.
Auch verständnisvoll seien die Anwohner gewesen, meinte Benjamin Rath von der zuständigen Baufirma. Die hätten mit der Baustelle in der Nachbarschaft mitgetragen und auch zugelassen, dass mal das eigene Grundstück zum Ausweichen genutzt wurde.
Voraussichtlich werden die Erschließungskosten von 185 Euro pro Quadratmeter gehalten. Noch liegen nicht alle Schlussabrechnungen vor, doch Berner ist optimistisch. Sie betont ausdrücklich: 185 Euro sind nur die Erschließungskosten. Der Preis für den Bauplatz fällt pro Quadratmeter später höher aus. „Da ist Grund und Boden nicht eingerechnet“, betont sie.
Verwaltungsgericht spricht weitreichendes Urteil
Das Projekt war mit einigen Hürden verbunden. Bereits 2020 kam die Idee auf. Schließlich wurde ein beschleunigtes Verfahren gestartet. „Wir waren fast fertig, da hat das Verwaltungsgericht den Paragrafen 13 b gekippt“, berichtet Bürgermeister Ulrich Bünger. Ärgerlich: Die Satzung konnte so erst im Juni 2023 aufgestellt werden, der Spatenstich war im November vergangenen Jahres. „Das ist Deutschland-Geschwindigkeit: Vier Jahre planen und ein Jahr bauen“, meinte der Schultes. „Das müssen wir umdrehen.“