Die Einwohner von Unterkirnach müssen ab 2026 für die Grundsteuer sowie für die Wasserversorgung deutlich tiefer in die Tasche greifen. Foto: Ulrich Schlenker

Eine höhere Grundsteuer und steigende Gebühren in der Wasserversorgung beschloss der Gemeinderat in seiner Sitzung. Dies sind die Einzelheiten.

Auf die Bürger von Unterkirnach kommen ab 2026 meist deutlich zweistellige Preiserhöhungen zu.

 

Mit einer Anhebung um 15 Prozent liegt die Grundsteuer am unteren Ende der Preisspirale. Mit dem Hinweis auf die stark gestiegene Umlage, die Unterkirnach an den Landkreis abführen muss, warb Kämmerer Bastian Pfliegensdörfer um Verständnis bei Wohnungseigentümern und Mietern.

„Wir geben nur einen Teil der höheren Kreisumlage an die Bürger weiter“, betonte er. Um 60 900 Euro sollen sich für Unterkirnach im nächsten Jahr die Einnahmen durch die Grundsteuer erhöhen.

Eine Gegenstimme

Der Gemeinderat beschloss bei einer Gegenstimme von Cornelia Ries mit großer Mehrheit, den Hebesatz für die Grundsteuer B von 510 auf 585 Prozentpunkte zu erhöhen. Daraus ergibt sich bei unveränderten Grundstücksflächen fürs Wohnen ein Anstieg der Unterkirnacher Steuereinnahmen um 59 200 Euro. Im landwirtschaftlichen Bereich fließt ab 2026 durch die Anhebung der Grundsteuer A von 410 auf 470 Prozentpunkte ein Mehrbetrag von 1700 Euro in die Gemeindekasse.

Bei der Wasserwirtschaft sind die steigenden Gebühren teils kostengetrieben, aber zum Teil auch mengenbedingt. „Wenn der Absatz zurückgeht, erhöht sich der Preis pro Kubikmeter“, erläuterte Rechnungsamtsleiter Pfliegensdörfer.

Unterhalt für die Leitungen

Beim Wasser geht seine Gebührenkalkulation für das kommende Jahr von einem Verbrauch von 103 000 Kubikmetern aus, bisher waren es 110 000. Aber vor allem der teure Unterhalt für die Wasserleitungen treibt durch zahlreiche Rohrbrüche die Wassergebühr nach oben. In 2026 rechnet die Verwaltung dafür mit Kosten von rund 110 000 Euro.

Zunächst stand ein satter Gebührenanstieg um 48 Prozent für das Unterkirnacher Quellwasser im Raum. „Wir verschieben eine 30 000 Euro teure Quellsanierung“, erklärte Pfliegensdörfer die nun von ihm vorgestellte Abmilderung der Gebührenanhebung. Der Wasserpreis steigt nun um 37 Prozent auf 2,58 Euro pro Kubikmeter. Die Grundgebühr liegt künftig bei 78 Euro pro Jahr. Diese Preisangaben verstehen sich vor Umsatzsteuer.

Teure Kläranlage

Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Abwasser. Neben dem Mengenrückgang schlägt dort der teure Unterhalt der Kläranlage zu Buche. Durch die Verschiebung einer 30 000 Euro teuren Sanierung von Sinkkästen und durch die Berücksichtigung einer Energieeinsparung durch ein neues Gebläse in der Kläranlage konnte der Gebührenanstieg wenigstens gedämpft werden.

Die Abwassergebühr erhöht sich ab Januar 2026 um 21 Prozent auf 3,22 Euro pro Kubikmeter. Beim Niederschlagswasser bleibt der Preis unverändert.

„Werden wir durch die Verschiebung von Investitionen auf das nächste Jahr dann die Gebühren nochmals erhöhen müssen?“, fragte Thomas Rauer. Bürgermeister Andreas Braun antwortete, dass dies nicht unbedingt der Fall sein müsse. Der Gemeinderat stimmte den Gebühren geschlossen zu.