Das Gebäude braucht nach 27 Jahren unter anderem ein neues Dach. Foto: Fritsche

Nach 27 Jahren braucht die Seniorenwohnanlage "Bacher-Hof" nicht nur ein gedämmtes Dach und eine erneuerte Fassade, sondern auch eine effizientere Heizungsanlage.

Schramberg - Im Jahr 1995 wurde Seniorenwohnanlage Bacher-Hof gebaut, in der Nähe des Schramberger Busbahnhofs auf dem Gelände des ehemaligen Baugeschäfts Bacher gelegen, die Fußgängerzone nicht weit entfernt. Seit dem Frühjahr sind Haupt- und Nebenflügel eingerüstet, ein Baukran daneben aufgestellt und die Außensanierung ist in vollem Gange. Verwaltet wird die Eigentümergemeinschaft des Bacher-Hofs von der Schramberger Wohnungsbau GmbH (SWB), die auch Eigentümer einiger Wohnungen ist. "Nach 27 Jahren sind halt die ersten größeren Reparaturen fällig", erklärte SWB-Geschäftsführerin Monika Mayer. Zusammen mit SWB-Sachbearbeiter Ibraim Dremschi hatte sie zum Bacher-Hof eingeladen, um den Stand der Arbeiten zu besichtigen.

Materialknappheit

Im Mai 2021 wurde die Außensanierung beschlossen, danach Fördermittel beantragt und die Arbeiten ausgeschrieben. Im Herbst 2021 sollte es losgehen. Aber wegen Lieferschwierigkeiten des Materials – vor allem der Dämmung der Dächer – verschob sich der Baustart auf das vergangene Frühjahr.

Viel wird saniert: Nicht nur nach den aktuellen energetischen Richtlinien die Flachdächer vom Haupt- und Nebenflügel, sondern auch Fassade, Laubengänge einschließlich einer Bodenbeschichtung mit rutschhemmenden Belag und den Balkongeländern. "Bei der Isolierung der Dächer war zum Beispiel das Zinkblech verrottet und von Weißrost befallen", erläuterte Dremschi. Außerdem werden die Heizung und die Warmwasseraufbereitung erneuert. Arbeiten an den Dächern und an der Heizung hängen zusammen: Zuschüsse für eine neue Heizung gibt es, wenn an anderer Stelle – in diesem Fall bei den Dächern – energetische Maßnahmen erfolgen.

Null-Prozent-Verzinsung

Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 800 000 Euro. Aus dem Programm "Bundesförderung für effiziente Gebäude" vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) kommen 170 000 Euro Fördermittel, außerdem 13 800 Euro aus einem Landesprogramm. Für die Finanzierung gewährt die Landesbank Baden-Württemberg an die Eigentümergemeinschaft ein Darlehen mit einer Null-Prozent-Verzinsung und ohne Eintrag ins Grundbuch.

"Da wir 2021 mit den ausführenden Unternehmen Festpreise vereinbart haben, gingen die Preissteigerungen des laufenden Jahres an uns vorbei", berichtete Mayer weiter. Sie ist froh, dass das Projekt am Laufen ist und bis zum Herbst weitgehend abgeschlossen sein soll. "Denn es wird eher noch schwieriger werden", meint sie mit Blick auf die steigenden Preise und Lieferschwierigkeiten beim Material.

Geplant und betreut wird die Sanierung von Horst Islinger, Freier Architekt aus Aichhalden. Die Energieberatung erfolgte durch das Ingenieurbüro Entek in Hardt. Der Auftrag für die Dachsanierung ging an die auch für Dächer dieser Größe gerüstete Karl-Heinz Lange GmbH + Co. KG in Oberndorf, die aus Kapazitätsgründen die Holzbau Hess GmbH aus Fluorn-Winzeln mit ins Boot holte. "Ansonsten konnten wir für die anderen Arbeiten hiesige Firmen beauftragen", erklärte Mayer.