Mit ihrer Wohnbauoffensive 2025 sieht sich die Stadt auf einem guten Weg. Ein Mietspiegel soll zeitnah kommen.
„Die Wohnraumoffensive 2025 war für Lörrach ein wichtiger Schritt, um dem steigenden Wohnraumbedarf effektiv zu begegnen.“ Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic betont dies beim Gespräch mit der Presse. Konsequent seien seit 2016 Potenziale aktiviert, neue Quartiere entwickelt worden.
2300 genehmigte Wohneinheiten kämen dem gesetzten Ziel von 2500 nahe. Nicht zu vergessen seien die schwierigen Rahmenbedingungen, vor allem die gestiegenen Baukosten. Die Bürgermeisterin verglich den Wohnungsanstieg mit der Dekade davor und folgerte: „Die Wohnbautätigkeit konnte um mehr als 30 Prozent gesteigert werden.“
„Wir bleiben am Ball“
Um diese Ziele zu erreichen wurden laut Neuhöfer-Avdic verschiedene Hebel angesetzt: die Innenverdichtung, etwa auf dem Areal der ehemaligen alten Weberei Conrad, die Nachverdichtung wie in der neuen Mitte Nordstadt sowie die Erschließung neuer Baugebiete wie Belist oder Bühl III. Im Zentrum der Stadt stand die effiziente Nutzung bereits bestehender Quartiere. Sie versprach: „Wir bleiben am Ball.“
Exemplarisch wurden wichtige Zukunftsprojekte umrissen. Darunter die Nachverdichtung im Quartier am Zoll. „Das steht exemplarisch für die Nachverdichtung und Umstrukturierung eines innerstädtischen Bestandsortes.“ Das alte Zollhaus soll saniert werden, die Nebengebäude werden abgebrochen, ebenso weitere Bestandsgebäude. Der so entstehende Neubaukomplex umfasst dann rund 80 Mietwohnungen.
Ein Pilotprojekt
Als Pilotprojekt wird die Überbauung von Parkflächen ins Auge genommen. Die Stadt untersucht, inwieweit bestehende Stellplatzflächen durch Überbauung für Wohnzwecke genutzt werden können, so beispielsweise bei der Wintersbuckhalle.
Nachverdichtet wird am Engelplatz. Auf der Brachfläche mit Parkplätzen und Schuppen entstehen 60 neue Wohneinheiten. Ein Bauantrag der Investorenseite stehe aber noch aus.
Auf der Ziellinie ist man in der Mitte Nordstadt. Die überalterten Zeilenbauten der Wohnbau wurden durch ein Quartierszentrum ersetzt – mit 248 Wohneinheiten.
Wie geht es weiter?
Doch wie geht es strategisch weiter? Die Wohnraumoffensive 2035 steht nun auf der Agenda der Stadt. Neue Flächen sollen durch Um- und Doppelnutzung gewonnen werden. Und die Verfahren möglichst beschleunigt werden. Mit dem „Wohnungsbauturbo“ erhalte die Kommune dazu ein neues Werkzeug. „Ziel ist es, durch Befreiungen von planungsrechtlichen Verfahren Genehmigungsverfahren zu vereinfachen und damit rascher Baurecht zu schaffen.“
Parallel dazu setze die Stadt verstärkt auf qualitative Aspekte: nachhaltige und modulare Bauweisen, energieeffiziente Quartiere, kurze Wege zwischen Wohnen, Arbeiten und Versorgen. Zielgruppenorientierte Angebote stünden im Fokus.
„Wohnen ist mehr denn je eine soziale Frage“, betont die Bürgermeisterin. Wichtig sei dabei die Berücksichtigung aller Bevölkerungsgruppen – von Senioren bis zu kinderreichen Familien. Kooperationen mit Wohnungsunternehmen, Genossenschaften, sozialen Trägern und Bildungseinrichtungen sollen dabei zur Sicherung einer sozial ausgewogenen Wohnraumversorgung beitragen. Kommen soll dieses Jahr zudem ein Mietspiegel.
Wohnen ist soziale Frage
Im laufenden Bebauungsplan wird derzeit an rund 800 zusätzlichen Wohneinheiten gearbeitet. Diese bilden einen wesentlichen Baustein für die Umsetzung der Wohnraumoffensive 2035: „Damit wir die Wohnraumversorgung in Lörrach langfristig stabilisieren, und damit Lörrach für alle Generationen lebenswert und bezahlbar bleibt.“