In Geislingen sind drei Gebäude mit insgesamt 28 Wohneinheiten für Senioren geplant. Foto: Benjamin Nolte/dpa

Die Firma Bauprojekta will mit dem Projekt dem Bedarf an seniorengerechtem Wohnraum nachkommen.

Für viele Menschen stellt sich irgendwann die Frage: Wie lange kann ich noch selbstständig in den eigenen vier Wänden leben? In Geislingen soll ein neues Wohnprojekt darauf eine Antwort geben. Auf dem Grundstück in der Uhlandstraße 20 sollen schon bald drei Gebäude mit 28 Wohnungen für Senioren entstehen.​

 

40 Zuhörer

Noch vor drei Jahren habe er nicht gedacht, dass er das Projekt in Geislingen eines Tages realisieren werde, sagte Investor Bernd Eberhart von „Bauprojekta“ bei der jüngsten Gemeinderatssitzung zu Beginn. In der Schulmensa verfolgten neben den Ratsmitgliedern rund 40 Zuhörer seine Ausführungen.

Zwei Jahre Vorbereitung

Hintergrund des Vorhabens sind der demografische Wandel und der daraus resultierende wachsende Bedarf an seniorengerechtem Wohnraum. Zwei Jahre haben die Gespräche gedauert, so Eberhart. Inzwischen sei der Verkauf abgewickelt, Stadt und Landrat haben grünes Licht für das Projekt gegeben. Auf dem Grundstück stehe derzeit noch ein altes Bauernhaus, das abgerissen werden soll.

Diesen Entwurf präsentierte Planer Michael Eberhart den Ratsmitgliedern bei der jüngsten Gemeinderatssitzung. Foto: Sophie Holzäpfel

40 bis 85 Quadratmeter

Die Größe der geplanten Wohnungen variiert zwischen 40 und 85 Quadratmetern. Denkbar sei etwa ein Aufenthaltsraum für betreutes Wohnen. Vorgesehen sind 28 Stellplätze in einer Tiefgarage und zehn weitere im Freien. Ob die Stellplätze ausreichen, so die Frage aus dem Gremium. „Es sind zehn Parkplätze mehr als Wohnungen. Erfahrungsgemäß reicht das“, antwortete Eberhart. Bürgermeister Oliver Schmid betonte: „Für ein Seniorendomizil funktioniert das gut, denke ich.“

Immer ältere Bürger

Mit dem geplanten Bauprojekt reagiert die Stadt auf eine Entwicklung, die viele Kommunen zunehmend beschäftigt: Immer mehr Menschen werden älter, gleichzeitig wächst der Wunsch, möglichst lange selbstbestimmt und in vertrauter Umgebung zu leben.

Zeitgemäßes Vorhaben

Das Vorhaben in der Uhlandstraße treffe damit den Zahn der Zeit, betonte der Rathauschef in der Sitzung. Barrierearme Wohnungen, kombiniert mit der Möglichkeit, bei Bedarf Unterstützung in Anspruch zu nehmen, entsprächen genau dem, was viele Seniorinnen und Senioren heute suchten.

Großes Interesse

Dass das Interesse groß ist, zeige sich bereits jetzt. Noch bevor der erste Spatenstich erfolgt ist, seien im Rathaus erste Nachfragen von Bürgerinnen und Bürgern eingegangen, berichtete Schmid.

Bedarf vorhanden

Dabei gehe es nicht nur um konkrete Wohnungsanfragen, sondern auch um allgemeine Informationen zum Konzept des betreuten Wohnens. „Der Bedarf ist da“, machte er deutlich.

Soziale Infrastruktur

Das Projekt sei deshalb nicht nur eine bauliche Investition, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur sozialen Infrastruktur der Stadt. „Der Investor geht hier durchaus in Vorleistung“, lobte Schmid.

Zustimmung des Rats

Zustimmung gab es von Ratsmitglied Frank Schlaich (Sozial-ökologische Liste): „Es ist ein Projekt, das den demografischen Wandel berücksichtigt. Ich finde es klasse!“

Bauantrag noch im April

Wenn alles nach Plan funktioniert, will Eberhart den Bauantrag „in Richtung April einreichen.“ Er schob hinterher: „Dann geht es in der Regel relativ schnell.“

DRK als Betreiber

Seit drei Jahren sei er mit dem „Sozialen Netzwerk“ im intensiven Austausch. „Es soll ein Miteinander sein“, betonte der Investor. Für das Projekt konnte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) als Betreiber gewonnen werden.

Soziales Netzwerk

Das „Soziale Netzwerk“ habe schon jetzt Ideen für gemeinsame Abende und kulturelle Veranstaltungen in den Gemeinschaftsräumen. Auch Reha-Gymnastik sei etwa denkbar.

Selbstbestimmtes Leben

Es gehe darum, dass die Menschen in der Uhlandstraße 20 nicht nur wohnen, sondern in Gemeinschaft leben können, betonte eine Vertreterin der Initiative. Sodass in der Uhlandstraße ein Ort entstehe, der sowohl selbstbestimmtes Wohnen als auch soziale Teilhabe miteinander verbindet.