„Sehen Sie die Stadt mit anderen Augen“ – mit diesem Slogan wird für das Wohnen im urban anmutenden Neubau auf dem Moker-Areal geworben. Das Wohngebiet dahinter wird in den Folgejahren realisiert. Foto: Alt

Die Bebauung des Moker-Areals wird das Gesicht der südlichen Mittelstadt verändern. Was da auf die besorgten Anwohner zukommt, erklärte die Stadt in der jüngsten UBV-Sitzung – und räumte gleich ein Gerücht aus der Welt.

In Rottweil tut sich an vielen Ecken der Stadt so einiges. Auch in der südlichen Mittelstadt, weshalb die Stadtverwaltung den dort bislang gültigen Bebauungsplan weiterentwickeln muss.

 

Als einer der wichtigen Bausteine im Bereich zwischen Stadionstraße, Heerstraße, Steig, Tuttlinger Straße und Danziger Straße muss für das Moker-Areal Planungsrecht geschaffen werden. Das wiederum ist auch für den Bauherren Voraussetzung, der dort ein neues Wohngebiet schaffen möchte.

87 Wohneinheiten

Der Bauherr ist die Merz Wohn- und Projektgestaltungs GmbH&Co.KG, der die beiden dortigen Flurstücke bereits gehört. Wie der Kopfbau zu diesem neuen urbanen Wohngebiet aussehen soll, davon kann sich derzeit jeder ein Bild machen, der an dem riesigen Plakat in der unteren Heerstraße vorbeifährt.

Merz plant in dem Gebiet insgesamt 87 Wohneinheiten. Vorgesehen ist im vorderen Bereich, also zur Heer- und Königsberger Straße hin, ein urbanes Gebiet mit zwei Neubauten und durchmischten Nutzungsmöglichkeiten, das quasi die Verbindung zwischen dem angrenzenden Gewerbegebiet und dem neuentstehenden Wohngebiet zur Steig hin.

In letzterem werden sieben mehrstöckige Stadtvillen entstehen, wie Sandra Graf, Abteilungsleiterin Stadtplanung im Ausschuss für Umwelt, Bauen und Verkehr erläuterte.

Anwohner haben Bedenken

„Wir sind mit den Bürgern dort in engem Austausch“, betonte Graf. Denn im Zuge der sogenannten öffentlichen Auslegung meldeten sich 33 Anwohner, die Widerspruch gegen die Bebauungsplanänderung einlegten. Bemängelt wurden die Höhe der geplanten Gebäude und die zu erwartende Zunahme des Verkehrs.

Die Bauhöhe, so erläuterte es in der Sitzung eine Mitarbeiterin des Fachbüros BBM Projektmanagement, ändert sich planerisch nichts. Und die Verkehrszunahme in der Steig und in den umliegenden Straßen wird als vertretbar bewertet.

Was ist mit dem Verkehr?

Allerdings, so gab Monika Hugger (CDU) zu bedenken, sei der zunehmende Verkehr insgesamt in dem Bereich durchaus ein Problem. „Wir sehen das Problem am Kreisverkehr Stadionstraße“, sagte Hugger und bat darum, die Weiterentwicklung im Auge zu behalten, denn mit der Bebauung des Breucha-Areals, der Bebauung des Moker-Geländes und dem Bau des Parkhauses beim Landratsamt werden sich die Verkehrsströme sicherlich nochmals verstärken. Da sah auch OB Christian Ruf so, der versprach: „Da muss man drauf gucken.“

An der Engelshalde wurde ein Waldstück gerodet. Der Wald war einmal eine Christbaumkultur und wird jetzt Ackerland. Im Hintergrund sieht man das Vinzenz von Paul Hospital. Foto: Alt

Gerüchte um Engelshalde

Bestandteil des Bebauungsplans ist auch die hinter dem Moker-Areal liegende Engelshalde. Dort hatte die Rodung eines Waldstücks die Gerüchteküche angeheizt. Anwohner befürchteten die Entstehung eines weiteren Wohngebiets. Mit desem Gerücht räumte Sandra Graf allerdings auf.

Auf dem Grundstück sei einst eine Christbaumkultur angepflanzt worden. Gefällt worden seien diese allerdings nie und so entstand ein Forst, der nun unter anderem wegen Sicherheitsbedenken gerodet wurde.

Hier wohnen, dort Gemüseanbau

Auf der entstanden Freifläche sollen eine Koppel und ein Acker angelegt werden, auf dem ein Einzelhändler aus der näheren Umgebung Gemüse anbauen möchte, das er dann im Laden verkauft. Gemüseanbau statt Wohnsiedlung – das ist doch eine schöne Nachricht. Und die gab es dann auch noch in Sachen Moker-Areal.

Denn der Spatenstich für den architektonisch außergewöhnlichen Kopfbau soll in etwa vier Wochen erfolgen, wie Bernhard Merz nach der einstimmigen Abstimmung verriet.