Hier soll es nach dem Willen der Gemeindeverwaltung irgendwann Wohnbebauung geben. Foto: Herold Schwind

In Empfingen soll Bauplatz für die Zukunft entstehen. Das sind die wichtigsten Informationen für das Baugebiet „Heimatblick“.

Die Gemeindeverwaltung und der Gemeinderat wollen den Bestand von gemeindeeigenen Bauplätzen in Empfingen mit einem neuen Gebiet „Heimatblick“ mit einer Gesamtgröße von circa 4,252 Hektar weitsichtig sichern.

 

Wie Bürgermeister Ferdinand Truffner in der Gemeinderatssitzung informierte, soll das Baugebiet ein Zukunftsprojekt sein. Als Ziel möchte Truffner die Fläche baurechtlich sichern und Mitte 2026 einen rechtskräftigen Bebauungsplan in der Schublade haben. Eine Erschließung ist erst in den 2030er-Jahren gedacht.

Das Bundesverwaltungsgericht hat die §13b-Bebauungspläne mit einem beschleunigten Verfahren ohne Umweltprüfung im Juli 2023 gekippt, was zur Folge hat, dass solche beschleunigten Verfahren für die Wohnbebauung im Außenbereich nicht mehr angewendet werden dürfen und so müssen künftige und bereits begonnene Bebauungspläne in das zweistufige Regelverfahren mit Umweltbericht inklusive Eingriffs- und Ausgleichsbilanzierung überführt werden.

„Osterbachwiesen“ wird überplant

Um eine sinnvolle städtebauliche Ordnung herzustellen und um an das vorhandene Wohngebiet vernünftig anschließen zu können, wird der rechtskräftige Bebauungsplan „Osterbachwiesen“ von der Planung um circa 137 Quadratmeter und der Bebauungsplan „Gänsäcker II-Tiergarten“ um circa 5415 Quadratmeter überplant. Die äußere Erschließung erfolgt mit einer neuen Zufahrt über die nördlich verlaufende Wiesenstetter Straße ins Plangebiet. Die innere Erschließung führt über eine Straße von Norden nach Süden durch das ganze Plangebiet, die einzelnen Grundstücke sind über Stichstraßen zu erreichen. Um eine sichere Verbindung des neuen Neubaugebietes mit den bestehenden Feldwegen im Osten zu gewährleisten wird ein Fußweg von Westen nach Osten angedacht.

Wie die 111.429 fehlenden Ökopunkte ausgleichen?

Eine Herausforderung könnten die fehlenden 111.429 Ökopunkte zum Ausgleich werden. Deshalb wird das neue Baugebiet durch eine geschickte Planung der Grundstücke und der Infrastruktur durch den Erhalt von sehr viel Natur, wie dem bestehenden Streuobstgehölz, wo voraussichtlich nur ein Baum für Verkehrsanlagen weichen muss, glänzen.

Das Offenlandbiotop mit einer Fläche von circa 0,16 Hektar soll ebenfalls vollständig erhalten werden. Planexterne Ausgleichsmaßnahme könnte die Anlage von FFH-Mähwiesen im Umfang von 20.526 Quadratmeter auf dem Flurstück 2044 auf der Gemarkung Empfingen sein. Eine weitere Möglichkeit ist der Bodenauftrag im Umfang von circa 10 162 m² auf dem Flurstück. 1519 und 1519/1 auf der Gemarkung Empfingen.

Das Konzept

Weitere Ausgleichsmaßnahmen zur Deckung des Ökopunkte-Defizits sollen im weiteren Verfahren festgelegt und ergänzt werden. In der baulichen Konzeption zeigt sich der „Heimatblick“ sehr variabel. So können Geschosswohnungsbau, Mehrfamilienhäuser, Ketten- und Reihenhäuser, Geschosswohnungsbau in Form von Terrassenhäusern, Einfamilienhäuser und auf kleineren Grundstücksflächen Einfamilien-Doppelhausbebauung erlaubt werden.

In der letzten Gemeinderatssitzung wurden eine frühzeitige Offenlegung des Bebauungsplanentwurfes in der Fassung von 14. Oktober 2025 mit der frühzeitigen Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange vom Gemeinderat gebilligt.

Baugebiet im Detail

„Heimatblick“ besteht aus 35 Einfamilien beziehungsweise Doppelhäuser mit 35 Wohneinheiten, davon 50 Prozent Einliegerwohnungen mit 18 Wohneinheiten, fünf Kettenhäuser mit fünf Wohneinheiten , vier Terrassenhäuser mit je zwei Wohneinheiten , zwei Mehrfamilienhäuser mit je vier Wohneinheiten und ein Geschosswohnungsbau mit zwölf Einheiten ergibt in der Summe 86 Wohneinheiten, was eine Gesamtbilanz von 169 Einwohnern ergibt.